Morbides Flair

Morbides Flair

Gerade in schneelosen Winterzeiten
da bereiten
einige übertote Gartenreste
überraschende Augenfeste.
Fein skelettierte Pappelblätter
durch gnadenloses, feuchtes Wetter
liegt am Boden – es fällt etwas Licht,
das sich durch poröses Laubwerk bricht.
Nun stehe ich vor einer Blumenrabatte,
die vor Monaten buntestes Leben hatte.
Gebrochene Stängel neben verwirkten Samen
zeigen: Zersetzung kennt kein Erbarmen. Weiterlesen

Im Vorbeigehen

Im Vorbeigehen

Dieser Quell am Wegesrand
blieb bisher noch unbekannt.
Allzu viel gibt´s nicht zu sehen,
also heißt es weitergehen.
Die kleine Quelle trägt Morast.
Dunkelbraun steckt toter Ast,
der mit seinem morschen Rumpf
ragt zur Hüfte tief im Sumpf.

Rein und sauber ohne Tadel
ohne Abfall, faulem Schlick
wohlgeboren mit viel Adel
auserkoren muss der Quick.
Quellen schön wie junge Damen
vornehm, blass und meistens kühl
fragt man sie nach ihren Namen
spürt man erstes Zartgefühl. Weiterlesen

Schneckenhäuser

p1150644Schneckenhäuser

So manches Tier lebt viel zu nackt,
dass es sich besser gut einpackt.
Ist Köcherfliege junge Göre,
baut es für sich ne Wohnungsröhre.
Der Muschelkörper fühlt sich weich.
Eine Schale löst dies Problem sogleich.
Manch Schnecke sieht sehr vornehm aus,
kriecht sie umher im eignen Haus.
Am Anfang ist dies winzig klein –
da muss ja auch nicht viel hinein.
Doch wächst das Haus nun jeden Tag
Vom Mantelrand kommt Kalkbelag.
Innen und außen schützt eine Haut,
die nicht sehr selten hübsch ausschaut.
Das leere Haus bleibt ewig schön.
Ich will es immer wieder sehen.
Die größten kommen aus dem Meer.
Die kleinsten lieben Quellen sehr. Weiterlesen

Auf Draht sein…

P1110929Auf Draht sein…

Auf Draht sein wollen hier Kristalle.
Der Nachfrost der erschuf sie alle.
Der Stacheldraht – sonst böse schaut –
zeigt glitzernd seine Winterhaut.
Was spitz verletzend scharf abwehrt,
ist von feinem Eise kalt begehrt.
Gläserne Plättchen dicht an dicht
fügen zusammen Raureifschicht.
Heut zeigt die Kälte Zauberkräfte
macht auf dem Draht kühle Geschäfte.
Wie fast in Zucker eingetaucht,
hat Frost sein Silber aufgehaucht.
Auf Draht sein, war einst Revolution:
der heiße Draht hieß Telefon. Weiterlesen

Der Charme eines Maulwurfhaufens

MaulwurfshaufenDer Charme
eines Maulwurfhaufens

Der Charme
eines Maulwurfhaufens
ist beileibe nicht groß –
eben nur Erde bloß –
das Wiesengrün ist
wie von Pickeln übersät.
Wenn der Bauer
seine Gräser mäht,
stören die Hügel sehr.
Der Bodentransfer
aus der Tiefe –
wie dunkle Humusbriefe –
gefällt nur selten.
Die aktiven Unterwelten
verüben hier
eine Boden-Revolution.
Im Revier
des Maulwurfs
nur Chaos und Aufruhr –
Die Natur
idyllegestört. Weiterlesen

Warum so schön?

IrisblüteWarum so schön?

Das Abendlicht es blendet nicht
lässt milden Glanz verstreifen.
Im Nu da faszinieren mich
Blüten, die Schönheit greifen.
Am Uferrand in vollster Pracht
Posieren Irisblüten.
Wie hier Natur Anmut entfacht,
das will sie sorgsam hüten.
Warum sind Lilien wunderschön?
Wer sieht ihr Blühgesicht ?
Kann Bienentier dies Kunstwerk sehn?
Ich weiß die Antwort nicht.
So manche Blüte lockt mit Duft.
Bestäubung soll gelingen.
Ob Schönheit gar Insekten ruft? –
kann keine Klarheit bringen. Weiterlesen