Gerhard Laukötter's Blog

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Altarmer Gesang Von dem Flusse längst verlassen liegt ein Altarm träge hier. Schilfröhricht in dichten Massen schafft ein schirmendes Spalier. Doch ich will das Wasser sehen, wie es spiegelt Sonnenlicht. Muss wohl Trampelpfade gehen, mancher Halm dabei zerbricht. Plötzlich hör ich lautes Singen Vogellied in reinster Kunst. Diese Töne herrlich schwingen wie vom Schicksal eine Gunst.

Frühlingsstrauß Neben dem Bach in den verwilderten Auen Gehe ich öfter neugierig schauen. Hier liegen im Dutzend gebrochene Bäume – Verwunschene Wildnis doch so voller Träume. In diesem Winter, der wohl keiner war, Kriecht grünes Moos, leuchtet wunderbar. Aus dem Falllaub ist fast jede Farbe gewichen. Der goldene Herbst ist am Boden verblichen. Abseits vom Wege kenne ich Stellen, Da finde ich jetzt meine Frühlingsquellen. Schneeglöckchen drängen im Blätterteig Sprießen durch manchen… Weiterlesen

Wasser bis zum Hals Wenn ich böse und aber ehrlich denke, Sind Hochwässer tolle Naturgeschenke. Was ansonsten brav zu den Meeren hin fließt, Sich urplötzlich als wahre Sintflut ergießt. Niederungen und Auenflächen Dann als Seen im Überfluss bestechen. Wären Flusslandschaften doch menschenleer, dann gäb es kein Wehklagen und Zetern mehr. Das an sich so kluge Menschengeschlecht Verteufelt die Fluten nach eigenem Recht. Man hat sich an Flüssen viel Städte gebaut, in denen… Weiterlesen

Aukraut Tausendmal berührt Und immer ist was passiert! Der kleinste Touch Bewirkt so much. Reibt dieses Kraut An Hand und Beinen, Fangen Kinderaugen an zu weinen. Tränen kullern übers Gesicht, Wenn junge Haut feuerlich sticht. Doch auch beim Greis kann es noch brennen. Nur dieser tut den Schmerz schon kennen.

Aurige Zeiten Schwarze Pappeln, Silberweiden Bäume-Dschungel breit am Fluss Leider kann ich nur beneiden Zeiten reich an Wassernuss. Flüsse dürfen nicht mehr reißen. Hochwasser das soll nicht sein. Was soll heut noch Aue heißen Neben, Weser, Lippe, Rhein? Wasser zaubert Paradiese Treibt Natur zu höchster Form. Mit dem Ausbau kam die Krise Auenträume sind abnorm.

Berkelgesichter Im Billerbecker Baumbergland Die Berkel ihren Ursprung fand. Wie ihre Quellen einstmals flossen Sich rein in Keuschheit haben ergossen , das können wir nur noch erahnen – denn Berkel fließt in unsren Bahnen. Das, was als Quelle auserkoren, Geht tief im faulen Schlamm verloren. Die klare flache Wasserschicht Vergibt die Sündenliste nicht. Im ausgebauten Ententeiche Liegt quasi eine Quellenleiche. Die stets gewährte Wasserspeise Geht danach bachwärts auf die Reise.

Lippe(n)-Bekenntnisse Quellfrisch gekühlt und guter Dinge wurd sie geborn in Bad Lippspringe. Dort dacht sie sich, es sei am Besten, wenn sie sanft strömt und zwar gen Westen. Von Anfang führt sie gleich viel Wasser – das hält die Oberlippe nasser. Um Paderborn schlägt sie den Bogen – bedient sich dort der Paderwogen. Durchstreift beschwingt kuhgrünes Land und schiebt am Grunde mächtig Sand.