Gerhard Laukötter's Blog

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Streifenwanze mit Langeweile Jeden Tag kann ich sie wiedersehen bleib ich am Engelwurz nur stehen. Auf dem längst verblühten Doldenteller da geht die Zeit nur langsam schneller. Schon in der zweiten Woche da sitzt eine Streifenwanze – vielleicht ritzt sie an jungen Samenstielen, um süßen Saft dort zu erzielen. Warum bleibt sie dem Ort so treu? Die Welt ist anderswo doch neu. Sie braucht nur ihre Flügel schlagen. Dann könnte sie woanders… Weiterlesen

Der Mais ist weg! Der Mais ist weg. Er erfüllt bald seinen Zweck. Wird von Rindviechern verdaut – dann erneut angebaut für möglichst hohen Biomassengewinn. So macht Landwirtschaft wohl Sinn. Mais ist ein erwünschter Migrant – seine Wertschätzung längst anerkannt. Er verwandelt Gülle in Kolben voller Korn Höchsterträge sind unersättlicher Ansporn. Auf dem Feld herrscht er für sich allein. Andere Pflanzen sollten hier nicht sein. Dafür sorgt ganz sicher Glyphosat – ein… Weiterlesen

In der Westruper Heide Morgenröte deutet lieblich sich an. Vorm Horizont erhellen flache Dünste. Als meine Wanderung heut früh begann, erlebte ich einsam verwunschene Künste. Vor mir hauchte die Westruper Heide. Ihr Nebelhemd deckte sie blößend zu. An tausend Netzfäden allerfeinster Seide baumelt der Morgentau in stillster Ruh. Die Heide blüht noch an den meisten Stellen. Wo Schatten fehlt, sind Blütenköpfe herbstlich braun. An Wachholderbeeren Tropfen glitzernd quellen. Die Sonnenstirn beendet lugend… Weiterlesen

Im Frühtau Im Frühtau funkeln tausend Tropfen. Feinnebel haucht durchs Spinnennetz. Wenn Winde an die Perlen klopfen, da bangt die Schönheit hier und jetzt. Die erste Sonne lässt brillieren so wundervoll die Kugelzahl. Das Kunstwerk wird schon bald verlieren Jed Spinnennetz hängt wieder kahl. Um diesen Moment hier zu gewinnen, muss aus dem Bett ich zeitig fliehn. Da schlafen noch wohl alle Spinnen, die aufgewärmt die Fäden ziehn.

Kornblumenblau Kornblumenblau, wohin ich auch schau, sind die Feldraine geschmückt, wenn es mir glückt, sie noch zu finden. Denn Blühsäume schwinden schnell wie das Gletschereis – denn das Klima bleibt heiß. Als kleiner Knirps waren die Felder noch bunt. Schnell hielten meine Hände einen Bund aus Kornblumen, Kamille und Mohn. Er war als kindlicher Lohn für die liebe Mutter gedacht. Sie hat so dankbar gelacht. Heute finde ich das Kornblumenblau umglitzert vom… Weiterlesen

Erröten Die Weichen der Zeit sind herbstgestellt. Erstes Laub zu Boden fällt. Noch hat die Sonne stärkste Kraft, obwohl Zenit schon längst geschafft. Mit jedem späten Sonnenstrahl erhöht sich nun die Öchslezahl. Trauben gibt es mal wieder viele. Sie warten aufgereiht am Stiele. Noch ist die Erntezeit nicht nah. Doch was ich heut so richtig sah, das waren erste lila Zeichen: Unreifes Grün will endlich weichen. Jeden Tag erröten neue Trauben. Sie… Weiterlesen

Birnenregen Im Garten ragt ein Birnenbaum. Er ist sehr alt, verschafft sich Raum. Zeigt seine Krone voller Stolz. Im Stamme ruht viel Jahresholz. Weil er in diesem frühen Jahr vom Blütenmeer geflutet war und auch die Bienen, Hummeln summten, die Früchtemengen nur so brummten. Der ganze Baum hing brechend voll – die Ernte mehr als übertoll. Gegen Ende August begann der Regen. Das war nicht nur der reinste Segen. Wie eine Bombe… Weiterlesen

Vom Fleische befreit Vom Fleische befreit sind die Kirschen und Pflaumen. Ihr Süßes Gewebe erfreute die Gaumen. Zurück blieben nur noch Stiele und Steine. Der traurige Rest am Boden findet Freunde wohl keine. Manch Kirsche landete im Drosselrachen auch Starensemble machen aus jeder roten Kirschenfrucht mit ihrer Schnabelwucht ein Schlachtfeld unterm Kirschenbaum. Zum Albtraum wird das Vogelpack aus Kirschen bald nur Früchtehack Der nackte Stein bleibt unverdaut. Ein wenig blässlich er ausschaut…. Weiterlesen

Etwas Sommer fällt… Etwas Sommer fällt vom Quittenbaum. So manches Blatt ist rostig braun. Die süße Kirsche von nebenan verliert vom Laub auch dann und wann. Der Birnbaum wirft die Birnen hin, wo lange schon die Maden drin. Vom Rosenbusch trudeln pinke Blätter sind für den Sommer wie Verräter. Dem Gerstenfeld bleiben nur noch Stoppeln – da darf der Hase wieder hoppeln. Erste Weichen sind zum Herbst gestellt. Manch Morgenblatt zu Boden… Weiterlesen

Van Gogh`s Sommerherzen Wenn seit ein paar Tagen wieder die Sonnenblumen blühen, meine Gedanken unwillkürlich zu den magischen Bildern von Vincent ziehen. Eine breite Vase leuchtender Sonnengesichter. Ihre Farbengewalt macht den Sommer noch dichter. Jedes Kronblatt zeigt seine eigene Kraft pastöser Pinselstrich solches nur schafft. Helianthus, die Sonnenblume kann keiner übersehen. Sie will dem Himmel am nächsten stehen. In Frankreichs Süden lavendelbetört strahlt diese Pflanze so unerhört. Ihre Samen sind als Ölquelle… Weiterlesen