Gerhard Laukötter's Blog

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In Memoriam Lithax obscurus Zum Gedenken an eine kleine Köcherfliegenart Seit ein paar Wochen steht Aufräumen im täglichen Programm. Das frühere Arbeitsleben verschwindet nach mehr als sechs Jahren beruflicher Tatenlosigkeit immer stärker im Nebel der Vergessenheit. Um Kinder und Kindeskinder vom Ballast des spätreifen Lebens zu befreien, muss ich mich in einem weiteren Schritt von Dingen lösen, die mir vor zwanzig Jahren noch enorm viel bedeutet haben. Als Biologe in der Naturschutzbildungsarbeit… Weiterlesen

Immer im Fluss Zaghaft tröpfeln, schüchtern fließen Quellgeburt oft ärmlich klein, aus der Tiefe kühl ergießen Wasser will so flüchtig sein. Kaum aus Finsternis entlassen wird der Born im Stürzen schnell. All die frischen Wassermassen blinken jugendlich ganz hell. Aus der Quelle wird der Quellbach Sein Geschütt rinnt weiter kühl. Leidenschaft wird langsam wach. In den Wassern tanzt mehr Spiel. Steine rollen, Blätter treiben übern Ast die Welle springt. Wasser will sich… Weiterlesen

Jeder Bach sucht seinen Weg Das Wandern ist des Menschen Lust über Stock und Stein mit forscher Brust. Der Wege gibt es ohne Zahl – sich zu entscheiden bleibt die Qual. Wer seine Schritte fleißig macht, hat es im Leben weit gebracht. Der Wandergeist wird frisch und wach, begegnet er dem hellen Bach. Das Wasser reist auf krummen Touren und wo es war, hinterlässt es Spuren. Jeder Bach der sucht sich seinen… Weiterlesen

Ein Bach Ein Bach wird aus der Tiefe wach. Aus irdenem Schoß Wasser abfloss – die offene Stelle eine Quelle. Kalt und klar seit 10 000 Jahr rinnt ein magerer Strahl stetig ins Tal. Aus der Unterwelt da hält sich kaum ein Tier im ersten Lichte hier. Wer hier lebt am Moos oder Steine klebt, ist mit Wenigem zufrieden. Kieselalgen werden abgerieben. Ein morsches Blatt wird verdaut, Totholz zerkaut. Die Lebensraumstube ist… Weiterlesen

Überflüssig Überflüssig erscheint der warme Januarregen. Seit Tagen Wolkenfetzen über das Land her fegen Regenrinnen die Fluten oft nicht mehr schlürfen. Unzählige Tropfen nicht mehr in das Erdreich dürfen. Der Ackerboden mag gar kein Wasser mehr trinken Mit jedem Schritt beginne ich, tiefer im Schlamm zu versinken. Im Boden herrscht überall große Überschwemmungsnot Überflüssiges Wasser bringt manchem Bodentier den sicheren Tod. Sind alle Porenkanäle restlos gefüllt und getränkt, ist bald aller Sauerstoff,… Weiterlesen

reNATURierungen Was gerade war, wird wieder krumm gemacht – ein Witzbold ist, wer dabei lacht. Wasser sollte schnell weg nur fließen – nun soll Natur hier wieder sprießen. Einst gab’s ein Bett aus Stein-Beton. Jetzt startet die Rückbauaktion. Mann baute Wehre, um zu stauen – nun muss man Fischtreppen rum bauen. Was Aue war, das wurde drainiert. Landwirtschaft war etabliert. Jetzt fehlen Überflutungsflächen. Sie gehörten einst dem Fluss, den Bächen. Fließwasserkörper lag… Weiterlesen

Doppelschwänzige Aderhafte Der starke Bach, der flotte Berglandfluss Wasserbewegung hält sie gut in Schuss. Die kühle Welle sauerstofferfüllt den schweren Stein ständig umspült. Unter diesem lebt eng angeschmiegt was später einen Sommertag nur fliegt. Die doppelschwänzige Aderhafte sich diesen Lebensraum verschaffte. Ganz flach gedrückt so eng am Stein da will die Strömung einmal gnädig sein. Der wilde Wasserstrom am frischen Ort reißt sonst Getier, treibt pausenlos es fort. Die Aderhafte passte sich… Weiterlesen

Schweinische Träume Im zweiten Schlaf hat ich den Traum, dass mir im Bach – man glaubt es kaum – ein rosarotes Ferkelkind im Wellentempo sehr geschwind ganz munter in die Arme schwamm – triefnass ich in Empfang es nahm. Es äugelte mich freundlich an. Ein helles Grunzen ich vernahm. Da war es schon um mich geschehn – Wie sollte das nur weitergehn? Sollt ich jetzt Schweinchenmutter werden? Das Ferkelwohl nur nicht gefährden,… Weiterlesen

Der Freund des süßen Wassers (Limnephilus) Er ist der Freund vom süßen Wasser Stammt aus der Zunft der Köcherfliegen So beschrieb ihn einst der Artverfasser Genauso trefflich wie gediegen. Geschlüpft gleicht er den Schmetterlingen Eher mottengleich mit braunem Kleid. Doch Haare auf den Flügelschwingen Bringen schnell Unterscheidbarkeit. Nur ein paar Wochen währt das Leben Des Vollinsekts im Ufersaum. Wenn Eier unter Wasser kleben, endet schon früh der Hochzeitstraum. Die Larven brauchen frisches… Weiterlesen

Bachkonzert Dort, wo es aus der Tiefe quillt, Ein blinder Flohkrebs Hunger stillt. Die Höhlenassel körperzart An Sauberkeit so gar nicht spart. Von dem Besuch im Tageslicht Sie sich nicht allzu viel verspricht. Doch trifft sie an dem Quellenort Den Strudelwurm grad bei dem Mord. Der hat just seinen großen Schlund – Einzig allein aus Hungers Grund – Über den Flohkrebs aufgerissen. Das ist ein guter Frühstücksbissen. Die Quellenschnecke kriecht bedächtig raspelt… Weiterlesen