Doppelschwänzige Aderhafte

EpeorusDoppelschwänzige Aderhafte

Der starke Bach, der flotte Berglandfluss
Wasserbewegung hält sie gut in Schuss.
Die kühle Welle sauerstofferfüllt
den schweren Stein ständig umspült.
Unter diesem lebt eng angeschmiegt
was später einen Sommertag nur fliegt.
Die doppelschwänzige Aderhafte
sich diesen Lebensraum verschaffte.
Ganz flach gedrückt so eng am Stein
da will die Strömung einmal gnädig sein.
Der wilde Wasserstrom am frischen Ort
reißt sonst Getier, treibt pausenlos es fort.
Die Aderhafte passte sich hier an.
Machte alles flach, so weit sie es nur kann.
Die Augen liegen auf dem Rücken
Die Kiemen an den Stein fast drücken.
Haarsäume lassen Wellen sanfter gleiten,
so wie sie auf den langen Beinen reiten. Weiterlesen

Schweinische Träume

SchweinSchweinische Träume

Im zweiten Schlaf hat ich den Traum,
dass mir im Bach – man glaubt es kaum –
ein rosarotes Ferkelkind
im Wellentempo sehr geschwind
ganz munter in die Arme schwamm –
triefnass ich in Empfang es nahm.
Es äugelte mich freundlich an.
Ein helles Grunzen ich vernahm.
Da war es schon um mich geschehn –
Wie sollte das nur weitergehn?
Sollt ich jetzt Schweinchenmutter werden?
Das Ferkelwohl nur nicht gefährden,
das war Devise für die Zeit,
Zur Flüchtlingshilfe war ich bereit.
Ich dachte erst: Was trinkt es nur?
H-Milch verdünnt oder doch pur? Weiterlesen

Der Freund des süßen Wassers

Wasserfreund, LimnephilusDer Freund des süßen Wassers
(Limnephilus)

Er ist der Freund vom süßen Wasser
Stammt aus der Zunft der Köcherfliegen
So beschrieb ihn einst der Artverfasser
Genauso trefflich wie gediegen.
Geschlüpft gleicht er den Schmetterlingen
Eher mottengleich mit braunem Kleid.
Doch Haare auf den Flügelschwingen
Bringen schnell Unterscheidbarkeit.
Nur ein paar Wochen währt das Leben
Des Vollinsekts im Ufersaum.
Wenn Eier unter Wasser kleben,
endet schon früh der Hochzeitstraum.

Die Larven brauchen frisches Wasser
Sind darin echte Tausendsassa.
Sie bauen gleich ein eignes Haus
Und schauen oben gern heraus.
Zum Bauen nehmen sie gern Blätter,
Machen aus Totholz alte Bretter.
Auch leere Schalen von den Schnecken
Können in Köchern kunstvoll stecken. Weiterlesen

Bachkonzert

BergbachBachkonzert

Dort, wo es aus der Tiefe quillt,
Ein blinder Flohkrebs Hunger stillt.
Die Höhlenassel körperzart
An Sauberkeit so gar nicht spart.
Von dem Besuch im Tageslicht
Sie sich nicht allzu viel verspricht.
Doch trifft sie an dem Quellenort
Den Strudelwurm grad bei dem Mord.
Der hat just seinen großen Schlund –
Einzig allein aus Hungers Grund –
Über den Flohkrebs aufgerissen.
Das ist ein guter Frühstücksbissen.
Die Quellenschnecke kriecht bedächtig
raspelt die scharfe Zunge mächtig. Weiterlesen

Die zweite Chance

MädesüßDie zweite Chance

Im Juni ja da ärgere ich mich,
Da wird mein Bach entkrautet.
Was dann passiert, das kenne ich
Und „Unterhaltung“ lautet.
Wasser- und Bodenverbände
Tun hier nur ihre Pflicht.
Denn ihre Traktorhände
Die kennen Reue nicht.
Die Ufer müssen leiden.
Der Schnitt nimmt alles fort.
Wuchs gilt es zu vermeiden –
Rasiert wird dieser Ort.
Es wollte so schön blühen
Der Saum am Wasserrand.
Doch alles Wuchsbemühen
Zerstört durch Unverstand.
Weiterlesen

Wasserfall

BachwasserfallWasserfall

Ein Wasserfall
Ist überall
Die Attraktion
Fast Sensation.
Der Iguazu
Kommt nie zur Ruh.
Niagarafälle
Sind eine Stelle
So voller Wucht,
die Gleiches sucht.
Mein Wasserfall
Der ist kein Knall.
Kein Superlativ –
Er fällt nicht tief.
Weil Bach verkürzt,
hier Wasser stürzt.
Hier wurd gebaut,
ein Teich gestaut.
Der diente allen –
Man ließ den Bach
Danach
Dann fallen. Weiterlesen