Im Bach

Im Bache

Es war einmal eine Schlammschnecke,
die schleimte sich an einer Ecke.
Doch plötzlich ging ihr Kleber aus,
Da blieb sie lieber tief im Haus.

Der Schneckenegel dieser Wicht,
Der beißt beim Fressen einfach nicht.
Wo anderswer recht lange kaut,
da hat der Wurm sich voll gesaugt.

Wenn ich die Köcherfliege störe,
zieht sie zurück sich in die Röhre.
Wird dunkel es am klaren Bach,
dann wird der kleine Maurer wach.

Der Bachflohkrebs hält schon sein Tagen
Die Auserwählte fest am Kragen.
Denn wird die Freundin endlich weich,
dann heiraten sie auch sogleich.

Die Muschel hockt versteckt im Schlamm
Und säubert dort den Kiemenkamm.
Den Grabefuß streckt sich heraus –
Zieht dann herbei ihr Schalenhaus.

Die Eintagsfliege sucht den Stein
Dort schabt sie Algen nicht allein.
Sie lebt mit vielen Freunden dort
Am kühl durchströmten Lieblingsort.

Unter einer großen Platte
Sitzt die Groppe, ja die hatte
Ich doch beinah noch vergessen.
Sie ist grad beim Abendessen.

Kaut gerade etwas Fisch
Stichling kam heut auf den Tisch.
Damit ihr Magen sich ganz füllt,
sie nach kleinen Krebschen schielt.

Wann ist ein Bach ein Bach?

Wann ist ein Bach ein Bach?

Im Siebengebirge nah am Rhein
Fand nun zum dritten Male
Ein Jugendcamp statt – dazu lud ein
Der VVS Verschönerungsverein.
In vier Modulen gab’s viel zu tun.
Natur und Kultur zu erlernen.
Von Stiefeln oder Wanderschuhn
War manches zu entfernen.
Im Modul eins ging es zum Bach,
um Wildnis zu erkunden.
Wir schauten gründlich alles nach
Getier wurd viel gefunden.
Im Walde oben quellennah
War Gutes zu berichten.
Der Bach floss kühl und wasserklar –
Doch nicht gern unter Fichten.
Manch Strudelwurm und Köcherfliege
Die zeigten sich so munter.
Auch Bachflohkrebse zur Genüge
Schwammen mal rauf und runter.
Der wilde Bach er blieb so nicht
änderte sich in Kürze.
Verbaut wurd bald sein Fließgesicht
durch Mauern und durch Stürze.
Das Bett ward faul steckt voller Schlamm
Hat kaum noch Kraft zum Fließen.
Oft bändigt hier ein harter Damm –
Ließ Wellen nicht mehr schießen.
In Rommersdorf wurd es sehr eng.
Hier floss er gar zur Rinne.
Wie ein Kanal gradlinig streng
Verlor er alle Sinne.
Am Ende landet er im Rohr
Verschwand tief unter Asphalt.
Das kam im Ort mehrmals noch vor:
Luft gab`s vom Gullispalt
An manchen Stellen hat er Glück:
Da wellt er fröhlich offen.
Renaturiert im kleinen Stück
darf er hier wieder hoffen.
Sein letzter Weg bis in den Rhein
war wieder voller Tücken.
Ganz lang verrohrt musst er nun sein.
Es fehlt an Raum und Brücken.
Der Möschbach gab sein Wasser her –
Verschwand so ganz im Rheine.
Die letzten Meter waren schwer
bachtraurig – wie ich meine.
Im Wald so wild und plätschernd schön –
Dann baulich schwer geschändet.
Das Jugendcamp hat das gesehn
Und SOS gesendet.

Schöpfung

Schöpfung

Folge ich des Wassers Spur,
Finde ich am Anfang nur
ärmlich eine Stelle:
Des Bächleins kleine Quelle.
Fast schüchtern flüstert sie
Und steckt doch voll Magie.
Feinwellig tanzt ihr Start –
Schwillt an auf seiner Fahrt.
Was aus den Tiefen drängt
wird oben frei verschenkt,
quillt kühl, so blank und rein,
küsst keusch den ersten Stein,
streicht weich durch Moosgestalten,
Kennt auf dem Weg kein Halten. Weiterlesen

Warum ist es am Bach so schön?

Warum ist es am Bach so schön?

Wo Wasser fließt, da ist was los –
Da ändern sich Gestalten.
Hier rollt ein Stein, da kämmt ein Moos –
Die Welle kennt kein Halten.
Im Quellenmund rinnt es noch zart
Aus kühlem tiefen Grunde.
Doch nach dem ersten Wasserstart,
schlägt bald die Wirbelstunde.
Der Bach er tanzt, er springt und hüpft
Ist schnell und dann fast stille.
Er ist durch Blätter, Holz geschlüpft
grad wie dabei sein Wille.
Er rauscht und reißt, er stürzt und tost
Spielt frech mit seinen Kräften.
Dazwischen aber leckt und kost
Er auch mit weichen Säften. Weiterlesen

An der schönen Renau

An der schönen Renau

Nah am kahlen Asten da quillt
die Renau hoch oben am Hang.
Ihr kühles und klares Wasser stillt
Dem Durstigen bei seinem Gang.
Inmitten von Milzkrautkissen
Fließt Grundwasser  frei und so hell
Alpenstrudelwürmer sie wissen
Dies ist ein gar köstlicher Quell.
Sie treffen dort kleinste Schnecken
mit feinem Opalschimmerhaus.
Die weiden in allen Ecken
Und schauen so niedlich aus. Weiterlesen

Makrozoobenthos

Makrozoobenthos

Wer im fließenden Wasser am Boden sucht,
die Tiere da unten mal preist – dann verflucht –
Wer mit Keschern und Sieben und Kennerblick
Den Bachlauf inspiziert so Stück für Stück,
der muss wohl ein neugieriger Forscher sein
mit Stiefeln oder Wathosen an seinem Gebein.
Er wirbelt Substrate im Wasserstromlauf
Und sammelt die Drift mit Netzwerken auf.
Was sich von der Welle nicht fort spülen lässt,
sitzt unter Steinen und haftet dort fest.
Doch der Sammler ist dafür bestens gerüstet
Mit Pinsel, Pinzette wird nach Beute gelüstet. Weiterlesen