Gerhard Laukötter's Blog

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Ertrunkene Täler Von oben herabschauen sollte man oft nicht – doch manches erscheint dort in einem anderen Licht. Ich war mal wieder einer von vielen Überfliegern mit Wanderschuhen an den unteren Gliedern. Die Insel Madeira war das fernbegehrte Ziel. Doch die flache Februarmorgensonne fiel kurz nach dem Abflug auf eine bizarre Wasserfläche, über die ich aus luftiger Höhe an dieser Stelle spreche. Ein eher kleiner Stausee wurde gerade überflogen. Er war wie… Weiterlesen

In den Teich gesetzt Sag mir, wo die Teiche sind? Wo sind sie geblieben? Früher spielte ich als Kind dort mit alten Sieben. Sag mir, wo die Tümpel sind? Wo sind sie geblieben? Wenn ich heut die Stellen find, sind Häuser drauf geschrieben. Sag mir, wo die Weiher sind? Wo sind sie geblieben? Grast seitdem so manches Rind auf drainierten Wiesen.

Brauchen Steine für die Beine Von weither schallt`s wie Rauschmusik. Noch eh ich ihn zu sehen krieg, da weiß ich, bald steh ich am Bach. Sein Wasserlied macht mich hellwach. Erst milde Ströme züchtig quellen, dann türmen höher sich bald Wellen. Sie hüpfen über Stock und Stein – wollen dabei nur flüchtig sein. Wird Moosgestalt eilig durchflossen, dann zappeln lustig deren Sprossen. Schießt über Quader Wasserstrahl, kommt unser Bach dort tief zu… Weiterlesen

Quellzoologie Die ersten Worte deren Silben Gehören winzig kleinen Milben. Sie krabbeln flink und achtfach munter Mal weißlichgrün mal etwas bunter. Ganz ohne Beine mit glitschgem Fuß Zeichnet die Quellschnecke zum Gruß. Ein Deckel schließt ihr Häuschen zu – So hat sie vorerst ihre Ruh. Auf Augenhöhe kann sie tuscheln Mit freundlichen Quellerbsenmuscheln. Die buddeln flach in Schlamm und Sand Gerieft ist zart die Schalenwand. Ein Hakenkäfer dieser Wicht Schön langsam auf… Weiterlesen

Frei fließende Bäche – tierisch gut! Ist unser Bach recht krumm und wild, Erzählt er gern sein Lebensbild: Von kleinen zarten Glockentieren Sehn wir die Härchen ondulieren. Wo weiche Schwämme samtig sitzen, erkennt man fiese Nadelspitzen. Moostierchen mit Tentakelkränzen Durch elegante Schönheit glänzen. In ruhigeren, trüben Ecken Schlammschnecken allzu gerne stecken. Ist frisch das Wasser vom Grunde kalt, Da findet man Quellschnecken bald. Im Sediment und feinem Grus Gräbt sich manch Erbsenmuschelfuß… Weiterlesen

Wenn Fliegen köchern Wer einfach nur mal staunen will, beobachtet die Larven von Köcherfliegen abends still, die gehen selten schlafen. Wenn’s dunkel wird am Bachesgrund, Werden die Tiere munter. Zur dämmerigen Abendstund Wird dann ihr Leben bunter. Gefressen wird am Erlenblatt, das schmeckt ihnen am besten. Auch totes Holz macht ziemlich satt Gebiss lässt sich dort testen. Wenn Darm gefüllt, fängt Arbeit an: Denn Köcher gilt’s zu richten. So jede Nacht kommt… Weiterlesen