Gerhard Laukötter's Blog

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Die letzten Blätter Letzte Blätter sind wie Abschiedsbriefe. Auch sie trudeln windhauchgeknickt in die Tiefe. Bald erscheint der Baum splitternackt Im Blätterfallen da sackt alle Herbstfarbe ins Erdenreich. Regen und Frost machen Gewebe weich. Ein Wurm zieht den Blattleib in sein Röhrensystem vermengt Verdautes mit Schleim und Lehm.

Zuwachs Wer jetzt gerade im April Besonderes erleben will, der sollte seine Augen lenken und dem Geäst die Blicke schenken. Im Märzen waren Bäume leer Die Knospen drückten zwar schon schwer. Manch Strauch, manch Busch wollte erst blühn, vergaß zunächst noch jedes Grün. Nur ein paar Wochen frühlingsspäter sprießen hervor die neuen Blätter. War Baumgestalt kalt transparent, so wuchs ihr nun sein grünes Hemd. Der Zuwachs war richtig enorm. Die Sonne steigert… Weiterlesen

Raumgreifend Seitdem das Laub völlig losgelöst, erscheint der Baum als Lichtgestalt. Das Auge auf Strukturen stößt, vom schwindend Abendrot ummalt. Ob Pappel, Erle oder Weide vom Stamm greift Astwerk in den Raum. Im abgestreiften Winterkleide zeigt sich skeletthaft jeder Baum. Als wär das Fleisch ihm abgefallen – nur Knochen ragen vorgestreckt – lässt allen Lärm nun weiter schallen. Kein Blatt den Tonmüll mehr noch schreckt. Ein jeder Baum wächst eigene Muster, um… Weiterlesen

Rüsselkäferspurenrätsel Beim Wandern liegt ein Baumstamm quer. Das ist wohl allzu lang nicht her. Der Sturm knockte ihn hier k. o. Das Schicksal spielt nun einmal so. Ich wollte drüber, weitergehen da blieb ich doch noch etwas stehen. Der Stamm hatt keine Rinde mehr doch feinste Spuren allzu sehr. Wie Hieroglyphen sah ich Zeichen schön verteilt wie Holztattoos. Manche schienen sich zu gleichen. Wer hinterließ hier seinen Gruß? Borkenkäfer kamen mir in… Weiterlesen

Herbstfinale Dem Ginkgo gilben stark die Blätter. Für Bodenfall sorgt Wind und Wetter. An manchen dünnen Astes Spitzen Einzeln noch Laubanteile sitzen. Die Herstnatur streift jeden Tag Vom reifen Laubkleid etwas ab. Sind erste Zweige schon entblößt, Wird bald der ganze Baum erlöst Von ausgedientem Chlorophyll. Im Windeshauch sinkt es nun still.

Stadtbäume Heftig rieselt nun das Laub Und vom Winde verweht Liegt es im Straßenstaub – Oder im Vorgartenbeet. Wenn Bäume sich entblättern Zur goldenen Herbsteszeit, Beginnt bei allen Städtern Der Kampf um Reinlichkeit. Ein Baum macht ewig Pflege Erst recht in Dorf und Stadt. Am Anfang steht viel Hege Am End das Sägeblatt.

Auf den grünen Zweig Wie viele Bäume möchte ich hier noch pflanzen In eine laute Welt, wo Profite nur tanzen?