Birnenregen

P1150308Birnenregen

Im Garten ragt ein Birnenbaum.
Er ist sehr alt, verschafft sich Raum.
Zeigt seine Krone voller Stolz.
Im Stamme ruht viel Jahresholz.
Weil er in diesem frühen Jahr
vom Blütenmeer geflutet war
und auch die Bienen, Hummeln summten,
die Früchtemengen nur so brummten.
Der ganze Baum hing brechend voll –
die Ernte mehr als übertoll.
Gegen Ende August begann der Regen.
Das war nicht nur der reinste Segen.
Wie eine Bombe schlug manche Frucht,
die im Bodenkampf ihr Ziel gesucht.
Auf den Beeten fielen Birnen weich.
Trotzdem platzen sie alle gleich.
Ihr Früchtefleisch so saftig süß
sofort auf Gegenliebe stieß. Weiterlesen

Rapsodie in Gelb

RapsfeldRapsodie in Gelb

Leuchtend gelb erstrahlt das Feld.
Wer all die Blüten für sich zählt,
wird darüber alt und mäusegrau.
Himmel malt dazu bestes Blau.
Dass nun Raps wieder erblüht,
früh durch meine Nase zieht.
Süßer, schwerer Duft betäubt,
lockt Bienenvolk, das gern bestäubt.
Es macht aus diesem Blütenmeer
alle Waben voll und schwer.
Ohne diese Massentracht
Imker kaum Geschäfte macht.
Bauern lieben Honigbienen.
Denn die Tiere ja sie dienen,
als Bestäuber – sponsern Samen.
Wieder schuften hier nur Damen.
Drohnen kennen Arbeit nicht.
Sex allein ist Lebenspflicht. Weiterlesen

Explosion der Pollen

WeidenpollenExplosion der Pollen

Ein kleiner Gartenweidenbaum
wird jedes Jahr erneut zum Traum.
Ein paar Häuser weiter nur
wächst dieser Salix in Natur.
Die Knospen sprangen letzte Wochen.
Manch Silberschopf ist rausgekrochen,
hat Astwerk edelfein geschmückt.
Der Glanz der Härchen hat entzückt.
Doch dieses war nur Intermezzo
Es folgte bald ein Furioso.
Aus jedem Silberweidenkätzchen
sprangen wohl hundert gelbe Bätzchen:
Volle Säcke lang auf Stielen,
die mit Pollen mächtig dealen.
Weidenblüte explodiert –
Blütenstaub dabei verliert.
Was noch gestern Silberschimmer,
ist von heute golden immer.
Weht ein Windzug durch die Äste,
nicht zu schwach – auch nicht zu feste
löst sich wolkenhafter Staub:
Märzwind bläst zum Pollenraub. Weiterlesen

Blumengefühle

NarzissenBlumengefühle

Wenn Frühlingssonne Wärme macht,
Marienblümchen dazu lacht,
lässt seichter Wind die Lüfte hoffen,
bleibt Tulpenkelch besucheroffen.
Der Schneeglanz strahlt morgens so hell
Seine Blütenstiele wachsen schnell.
Zum Abend schließt sich manch Gesicht.
Des Mondes Blässe sehnt sie nicht.
Das Lungenkraut schaut eher bescheiden
will himmelblau sein Antlitz kleiden.
Doch altern seine Blütenblätter,
erscheint ein Lilarot dann später.
Sind Farben lauter stumme Sprachen –
oder sind Wohldüfte die Sachen,
über die Blumen kommunizieren –
dass Bienen den Verstand verlieren?
Verführerisch zur Blume drängt,
was oft die Taille eingezwängt.
Insekten schwärmen früh im Jahr
kommen den Narben dabei nah.
Wenn Pollenkorn dann überspringt,
Befruchtung wieder mal gelingt. Weiterlesen

Bienenschön

IrisblütenBienenschön

Nun fliegen sie wieder –
zwar lockt noch kein Flieder.
Doch auch die bunten Kroküsse
sind nun voller süßer Genüsse.
Auch die vielen Schneeglocken
können immer noch verlocken.
Der erste Nektar frühlingsfrisch
holt reichlich Bienen an den Tisch.
Wie wunderbar sind Irisblüten,
die ihren Pollen kunstvoll tüten
in Kronenblätter prachtgeschmückt,
was Apisfräulein sehr entzückt.
Sind Blumen eigentlich bienenschön?
Was sie auf ihren Reisen sehn,
ist eine Farbenflut an Reizen –
Blüten da wirklich selten geizen.
Wenn Grazie allein nicht reicht,
dann oftmals noch Parfüm entweicht.
Schönheit gepaart mit Sündenduft
die Biene in die Blüte ruft. Weiterlesen

Candel in the night – Im Kerzenlicht

KerzenlichtCandel in the night
Im Kerzenlicht

Es ist schon eine wunderbare Gabe,
dass durch die Kunst der Bienenwabe
das Wachs kam in die dunkle Welt.
Es hat fortan die Nacht erhellt.
Die Biene schuf für ihre Brut
Einen Baustoff – der unendlich gut.
Das Wachs hat beste Eigenschaften
Lässt Wassertropfen nicht mal haften.
Dazu entströmt ihm feinster Duft,
der wohlig würzt in Räumen Luft.
Der Mensch nahm dieses Wachs zur Hand.
Die Kerze er damit erfand.
Ein Docht aus festem Fadenbund –
Ein wächsern Körper schlank und rund –
Dann braucht es nur noch Funkenflug,
der Feuer bis zur Kerze trug.
Der Docht brannte schön lichterloh –
Die Flamme flattert bunt und froh.
Bei jedem leichten Atemhauch
Da hüpfte stets das Lichtlein auch. Weiterlesen

Kommensalen

P1220636Kommensalen

Ein laut Gesumm im Birnenbrei –
Die Süßigkeit verlockt,
Führt allerlei Insekt herbei
Am Fleisch manch Kiefer hockt.
In großer Zahl sind Goldfliegen,
nebst Verwandtschaft angereist.
Jede will was vom Zucker kriegen
Das Mus wird rasch verspeist.
Der Birnenbaum ganz Spender ist.
Er wirft sein Obst zu Erden.
Was weich versinkt grad auf den Mist,
Braucht nicht geopfert werden.
Die Pflasterbirne jäh zerschellt.
Aus schönster Form wird Brei.
Was tragisch in die Tiefe fällt,
Ruft Esser schnell herbei. Weiterlesen