Eigenheim aus Pappmache

Eigenheim aus Pappmache

Viele Wespenarten wie Hornissen
alle bestens Bescheid wissen,
wie sie ein Nest bauen aus grauem Holz
Ein Eigenheim ist bald ihr Stolz.
Vom Weidenpfahl, vom alten Brett
da nagen sie von früh bis spät
das alte blasse Holzgewebe.
Vom Speichel gibt’s dazu die Klebe.
Sie kauen alles zu feinem Brei.
Der Nestbau startet Anfang Mai.
Die Paste trocknet zu dünnem Papier.
Ein Wabenbauwerk entsteht bald hier.
Aus Pappmache wachsen die Wände.
Mundwerkzeuge sind die Hände,
die diese Masse dann aufschichten,
und dabei farbig uns berichten,
welches Holz die Wespe gerade wählte. Weiterlesen

Schneckenhäuser

p1150644Schneckenhäuser

So manches Tier lebt viel zu nackt,
dass es sich besser gut einpackt.
Ist Köcherfliege junge Göre,
baut es für sich ne Wohnungsröhre.
Der Muschelkörper fühlt sich weich.
Eine Schale löst dies Problem sogleich.
Manch Schnecke sieht sehr vornehm aus,
kriecht sie umher im eignen Haus.
Am Anfang ist dies winzig klein –
da muss ja auch nicht viel hinein.
Doch wächst das Haus nun jeden Tag
Vom Mantelrand kommt Kalkbelag.
Innen und außen schützt eine Haut,
die nicht sehr selten hübsch ausschaut.
Das leere Haus bleibt ewig schön.
Ich will es immer wieder sehen.
Die größten kommen aus dem Meer.
Die kleinsten lieben Quellen sehr. Weiterlesen

Vom Winde verweht

P1150063Vom Winde verweht

Wie oft habe ich mich sommertags gebückt
und eine reife Pusteblume mir gepflückt.
Dabei halte ich meine Atemluft zurück.
Sonst geschieht zu früh ein kleines Missgeschick.
Ich schau auf einen zarten Samenkugelball –
Haarschirmchen aufgestellt in großer Zahl.
Am Blütengrund stecken Nüsschen widerhakenbewehrt –
was am Boden ihr Herumtreiben doch sehr erschwert.
Doch nun erwartet der Löwenzahn den frischen Wind.
Den bringt nicht selten auch ein kleines Kind.
Das pumpt die Backen voll und pustet los.
Die Augen werden dabei richtig groß.
Der Luftstoß bringt die Schirmchen schnell ans Fliegen.
Doch bis die letzten auch den Anstoß endlich kriegen,
bläst manches Kind noch ein paar Mal mehr. Weiterlesen

Zwei Früchte im Gefängnis

PhysalisZwei Früchte im Gefängnis

Zwei Früchte im Gefängnis
Leuchten dort kirschenrot.
Ich bring sie in Bedrängnis
Durch meine Naschsuchtnot.
Wie Lampions umkleiden
Hüllen die süße Frucht.
Sollen Genuss vermeiden
Für den, der es versucht.
Das Ziel doch zu erreichen,
fällt später sichtbar leicht.
Natur setzt bald ein Zeichen.
Der Mantel zart erweicht.
Die Haut beginnt zu schwinden
Zurück bleibt nur Gerüst Weiterlesen

Diatomeen

Diatomeen

Diatomeen sehen –
und dann sterben!
Lässt Schönheit sich ewig vererben?
Die Kieselalgen schaffen Schalen
Da fängt der Künstler an zu malen.
Den Kunstformen in der Natur
Kam Erich Haeckel auf die Spur.
Ein jeder, der gern mikroskopiert,
Hat diese Schalen oft studiert.
Wie eine Zelle fein kieseliert,
Silizium formstrukturiert –
Die Bionik einer einzigen Zelle
Ist eine große Forschungsquelle:
Für Statik und Architektur
Daneben noch Ästhetik pur.
Das filigrane Schalenmuster
Macht uns die Schöpfung noch bewusster.
Welch Schaffenskraft in kleinster Welt
Hat die Natur hier nur bestellt!
Es war vor mehr als hundert Jahren,
dass in Salons konnte man erfahren,
wie wunderschön die Diatomeen
magnifiziert waren anzusehen. Weiterlesen