Herbstastern

Herbstastern

Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt,
ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt,
da tupfen Astern noch rosa, violette Töne,
erfinden spät im Jahr erneut das Schöne.
Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen
Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen.
Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden
Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden. Weiterlesen

Detailverliebt

Detailverliebt

Wie ich in eine Blüte blicke,
Neugierde in die Tiefe schicke,
erkenne ich oft ein Detail,
an dem betrachtend ich verweil.
Ein Bündel Fäden eng verleibt
sich an dem Blütenboden zeigt.
Kleine Körner kleben dicht gedrängt,
bis Pollen bald ins Freie sprengt.
Alle Falten sind sehr zart behaart,
was keineswegs an Schönheit spart.
Diese Blüte kommt an sich zu spät,
weil sich das Jahr zum Herbste dreht.
Kommt früh der Frost zur klaren Nacht,
wird dann der Kürbis umgebracht.

Neben der Liebe an kleinsten Dingen
muss auch der weite Blick gelingen.
Was nützt hier Freude an Pollenspendern,
wenn Klimafolgen Welten ändern. Weiterlesen

Gerbera

Gerbera

Früher fand ich diese Blumen fast zu schön,
um wahr zu sein.
Ihr Aussehen war einfach zu edel, zu fein.
Gerberen wurden gern zu Anlässen verschenkt –
oft mit Glückwunschzeilen drangehängt.
Ich liebte eher die wilden Blumen am Wiesenrain –
die sollten, frisch gepflückt, in die Vasen hinein.

Später erfuhr ich noch mehr über Gerberenpflanzen.
Das schliff noch weiter die scharfen Lanzen,
die ich gegen käuflichen Blumenschmuck trieb.
Etwas von alldem bis heute noch blieb.
Gerberen wird oft der Boden entzogen.
Aus Nährlösungen wird ihr Wachstum gesogen.
Erdiger Kontakt wird peinlichst vermieden –
aus hygienischen Gründen wohl entschieden.
Da der Stängel zu schwach, die Blüten zu halten,
muss ein starker Draht seines Amtes walten. Weiterlesen

Goldregen

Goldregen

Goldregen- was für eine märchenhafte Illusion –
dem braven Mädchen wurde er zum reichen Lohn.
Jetzt blüht die Pflanze üppig, ihr Gelb so richtig satt.
Ein schöner Strauch, doch der es böse in sich hat.
So verschwenderisch sich all die Blüten präsentieren
ihre inneren Werte sich in starkem Gift verlieren.
Hummeln und Bienen haben Goldregen richtig lieb.
Sie werden allzu gern hier zum Pollen- und Nektardieb.
Hier brummt und summt es morgens früh bis in die Nacht
Jede der Blüten Fluginsekten genusssüchtig macht. Weiterlesen

Gänseblümchenmeer

Gänseblümchenmeer

Eigentlich ist es nur ein Fusballspielfeld
vielleicht aber das schönste auf der Welt.
Im Vorbeifahren auf dem Weg zum nächsten Ziel
kamen urplötzlich wahnsinnig viele
Gänseblümchen ins Spiel.
Ich sah, vom satten Maiengrün umrahmt,
was ich niemals zuvor wohl so geahnt,
ungewarnt eine große schneeweiße Fläche,
worauf hin ich die Weiterfahrt abrupt unterbreche.
Erst dachte ich, ist das feinsplittriger Schotterbelag?
Doch wenn so etwas auf einem Sportplatz lag,
wäre das Spiel ständig ein gefährlicher Ort.
Aber dieser Gedanke flog bald wieder fort,
als ich erkannte, was für das Weiße der Grund:
blühende Gänseblümchen öffneten
mir staunend meinen Mund. Weiterlesen

Vom Reiz der späten Blüte

Vom Reiz der späten Blüte

Fast geht es mir ein wenig zu schnell,
wenn ich jetzt neue Blüten zähl.
Was gestern noch verschlossen blieb,
öffnete sanft der Frühlingstrieb.
Primeln, Tulpen und Narzissen
um ihre bunte Schönheit wissen.
Sie zeigen sich in bester Farbe
locken von weitem hin zur Narbe.
Die Zeit der Anmut währt nur kurz.
Danach erfolgt oft tiefer Sturz
der Kronenblätter auf die Erde,
dass Humus irgendwann draus werde. Weiterlesen