Gerhard Laukötter's Blog

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Herbstastern Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt, ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt, da tupfen Astern noch rosa, violette Töne, erfinden spät im Jahr erneut das Schöne. Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen. Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden.

Detailverliebt Wie ich in eine Blüte blicke, Neugierde in die Tiefe schicke, erkenne ich oft ein Detail, an dem betrachtend ich verweil. Ein Bündel Fäden eng verleibt sich an dem Blütenboden zeigt. Kleine Körner kleben dicht gedrängt, bis Pollen bald ins Freie sprengt. Alle Falten sind sehr zart behaart, was keineswegs an Schönheit spart. Diese Blüte kommt an sich zu spät, weil sich das Jahr zum Herbste dreht. Kommt früh der Frost… Weiterlesen

Gerbera Früher fand ich diese Blumen fast zu schön, um wahr zu sein. Ihr Aussehen war einfach zu edel, zu fein. Gerberen wurden gern zu Anlässen verschenkt – oft mit Glückwunschzeilen drangehängt. Ich liebte eher die wilden Blumen am Wiesenrain – die sollten, frisch gepflückt, in die Vasen hinein. Später erfuhr ich noch mehr über Gerberenpflanzen. Das schliff noch weiter die scharfen Lanzen, die ich gegen käuflichen Blumenschmuck trieb. Etwas von alldem… Weiterlesen

Heuschrecklich An der Zierlauchkugel hockte heut eine Heuschrecke für eine Zeit. Sie kletterte durch das Dickicht suchte den Platz im Rampenlicht. Ich kam ihr nah, das merkte sie, bewegte leicht das linke Knie. Danach – es überraschte nicht – die rechte Hüfte die Lethargie unterbricht.

Goldregen Goldregen- was für eine märchenhafte Illusion – dem braven Mädchen wurde er zum reichen Lohn. Jetzt blüht die Pflanze üppig, ihr Gelb so richtig satt. Ein schöner Strauch, doch der es böse in sich hat. So verschwenderisch sich all die Blüten präsentieren ihre inneren Werte sich in starkem Gift verlieren. Hummeln und Bienen haben Goldregen richtig lieb. Sie werden allzu gern hier zum Pollen- und Nektardieb. Hier brummt und summt es… Weiterlesen

Gänseblümchenmeer Eigentlich ist es nur ein Fusballspielfeld vielleicht aber das schönste auf der Welt. Im Vorbeifahren auf dem Weg zum nächsten Ziel kamen urplötzlich wahnsinnig viele Gänseblümchen ins Spiel. Ich sah, vom satten Maiengrün umrahmt, was ich niemals zuvor wohl so geahnt, ungewarnt eine große schneeweiße Fläche, worauf hin ich die Weiterfahrt abrupt unterbreche. Erst dachte ich, ist das feinsplittriger Schotterbelag? Doch wenn so etwas auf einem Sportplatz lag, wäre das Spiel… Weiterlesen

Vom Reiz der späten Blüte Fast geht es mir ein wenig zu schnell, wenn ich jetzt neue Blüten zähl. Was gestern noch verschlossen blieb, öffnete sanft der Frühlingstrieb. Primeln, Tulpen und Narzissen um ihre bunte Schönheit wissen. Sie zeigen sich in bester Farbe locken von weitem hin zur Narbe. Die Zeit der Anmut währt nur kurz. Danach erfolgt oft tiefer Sturz der Kronenblätter auf die Erde, dass Humus irgendwann draus werde.

Vor dem Erblühen Manchmal dauert es schon Tage, manchmal doch nur Stunden dann haben Blüten ihr Gesicht gefunden. Wenn grüne Knospenhüllen brechen, öffnet sich Münder fast zum Sprechen. Verborgenes kommt zögerlich ans Licht Mein Auge in die Tiefe sticht. Das Blütenkleid ist noch gefaltet. Mein Blick sich in die Teile spaltet, die diese Blume mir grad gewährt. Der Rest bleibt züchtig noch versperrt. Geheimnisvoll und doch schon offen lässt die Kuhschelle vieles… Weiterlesen

Frühlingsblau Wenn ich jetzt in den Garten schau, färbt früher Lenz manch Blüten blau. Eine Irisgruppe liebt das Azur Gelbe Zungen stören wenig nur. Vom Leberblümchen ist das Blau milder, doch zaubert es sehr schöne Bilder. Buschwindröschen im hellhimmelblau zeigen sich vornehm am Waldrand zur Schau. Wo jetzt Traubenhyazinthen blühen, kann man ein Meer an Blauheit finden. Ein Blau, das oft Violett schon grüßt, zeigen die Veilchen – ihr Duft versüßt die… Weiterlesen

Lungenkraut Im Wäldchen vorn unter den Buchen brauch ich nicht lang nach ihm zu suchen. Hier find ich reichlich Lungenkraut, das gerade jetzt am schönsten schaut. Seit zwei Wochen in zarten bunten Farben die Blüten hier vom Boden ragen. Wenn eine Knospe neu aufgeht, diese in rotem Kelche steht. Zwei, drei Tage später zeigt diese Blüte ein blaues Violett von feinster Güte.