Warten auf den Rambler

Warten auf den Rambler

Bobbie James so hieß ein besonderer Rosenstrauch,
in dessen Lebenslauf ich heute tauch.
Es mögen so etwa zehn Jahre her sein,
da kam diese Pflanze in unseren Garten herein.
Mit voller Absicht war diese Rose gewählt,
weil sie sich weniger beim Hochklettern quält.
Prophezeit waren Höhen von zehn Metern gut,
die dieser Rambler richtig gern klettern tut.
Die ersten Jahre schob Bobbie James viele lange Triebe –
doch zum Klettern fehlten die Kraft und die Liebe.
Zwei Meter hat die Pflanze mit Mühe geschafft.
Dann endete der Schwung verließ sie die Kraft. Weiterlesen

Herbstliche Blütenquelle

Herbstliche Blütenquelle

Den mörderischen Trockensommer überlebt
hat eine bodendeckende Aster an steiniger Stelle.
Spät im Oktober- wenn das Herbstlaub windgefegt
schäumt diese Pflanze blütenvoll wie eine Quelle.
Blätter sind kaum noch zu erkennen.
Zu dicht ist hier der Blütenfluss.
Man könnte dies fast einen Gletscher nennen.
Vom Stein herab ergießt sich weißer Blumengruß.

Im Blütenmeer sperren sich alte, braune Blätter.
Sie warten nur noch auf den modrigen Zerfall.
Doch heute ist noch sonnig, warm das Wetter.
Kleine Aster lädt ein in einen Blütenwasserfall. Weiterlesen

Traubenblau

Traubenhyazinthen

Traubenblau

Himmelblaustes Kissen
Trauben klein wie Glöckchen
Locken mit Aromen
Hyazinthen wissen,
wie sie süß betören
Bienen als auch Hummeln.
Tief im Traubenwald
Hört ein jeder bald
Brummen hier und Summeln.

Lebt ich als kleiner Wichtel dort,
Dann wär für mich der blaue Ort
Mein Paradies der Träume.
Ich wandel durch die Räume,
die einem Weinberg gleich
an jedem Rebenzweig
hängen die blausten Trauben,
die mir Vernunft rasch rauben. Weiterlesen

Taube Nesseln

Taubnessel

Taube Nesseln

Mit weichem Rosaviolett
Schmückt sie sich heute duftig nett.
Zur Zeit können die tauben Nesseln
Im Gruppenbild unheimlich fesseln.
Gern stehen sie am Straßenrand
Und machen sich dort uns bekannt.
Blühende Blütenkissen
Locken Hummeln, denn die wissen:
An süßen Nektar kommt nur wer,
der ihre Lippen öffnet schwer.
Steckt dann der Kopf tief unten drin,
Wartet dort reich Nektargewinn.
Wie lang hat Kälte doch gereizt,
An Blüten wird nun nicht gegeizt.
Mir scheint fast so – ich wag die Wette:
Als es noch nie geblüht so hätte. Weiterlesen