Gerhard Laukötter's Blog

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Ein Hauch von erstem Frost Dem Brennnesselblatt hat die letzte Nacht puderzuckrigen Reif gebracht. Das schmale Morgenlicht bricht sich in Randkristallen nicht in allen. Ein Hauch von erstem Frost als Winterpost liegt auf dem Gewebe fast in Schwebe. Gestern alltagslangweilig heute eisheilig. Werbeanzeigen

Der Sonne entgegen Ein Weidenpfahl schräg abgestutzt vom Zahn der Zeit gebissen. Ein Stacheldraht als scharfer Schutz ist rostig braun verschlissen. Das Herz vom Pfahl ist ewig hohl Sein Holz zerfiel zu Erden. Darin fühlt sich die Nessel wohl, will stattlich groß hier werden. Aufrecht strebt nun ihr junger Trieb aus tiefster Gruft ins Freie. Ein Sonnenbündel hellt ihn lieb begrüßt so gern das Neue.

Frühlingsfrost In jungen März strömt Sommerwärme. Von dunklen Wolken keine Spur. Im Schlehenstrauch Spatzengelärme Im Knospenbauch springt viel Natur. Am Wegessaum quillt die Brennnessel Aus Erdenreich zurück ans Licht. Entledigt sich der Winterfessel Das Grüne in die Freiheit bricht. Im heißen Frühling sind die Nächte Oft unterkühlt und sternenklar. Für Stunden da regieren Mächte – Der Eisesreif macht Frühling starr.

Aukraut Tausendmal berührt Und immer ist was passiert! Der kleinste Touch Bewirkt so much. Reibt dieses Kraut An Hand und Beinen, Fangen Kinderaugen an zu weinen. Tränen kullern übers Gesicht, Wenn junge Haut feuerlich sticht. Doch auch beim Greis kann es noch brennen. Nur dieser tut den Schmerz schon kennen.