Gerhard Laukötter's Blog

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Nachtfrostkunst Das erste Eis fror über Nacht hat Willkürkunst schön mitgebracht: zwei Millimeter starke Wasserhaut, die wie ein Zauberwerk ausschaut. Wo Binsenhalme lustlos ragen, bekommen sie starrharte Kragen. Wie Sternenstrahlen blinkt es hell. Sonnenlicht verspiegelt grell. Neben all den spitzen Schwertgestalten möchte auch Zarthäutiges walten. Werbeanzeigen

Zum vierten Advent Alle Jahre wieder kommt die Blütenpracht oft in vollster Blüte zeigt sie sich – Freude lacht. Lilafarbene Kränze umschmücken die Kaktee, Weiße Haare glänzen fast wie gefallener Schnee. Zuverlässig treiben Knospen im Dezember rosig vor – bilden Kreise am Scheitel, wagen sich langsam empor. Stachel wachen vor Blüten, wehren Nähe spitz und scharf, Jeder muss sich gut hüten, wissen, was er hier wohl darf.

Die letzten Blätter Letzte Blätter sind wie Abschiedsbriefe. Auch sie trudeln windhauchgeknickt in die Tiefe. Bald erscheint der Baum splitternackt Im Blätterfallen da sackt alle Herbstfarbe ins Erdenreich. Regen und Frost machen Gewebe weich. Ein Wurm zieht den Blattleib in sein Röhrensystem vermengt Verdautes mit Schleim und Lehm.

Krippenplatz Vier Wochen im Dezember nennt religiös geprägte Kultur die Zeit Advent. Es werden Kerzen angezündet, bis sich ein Christkind schließlich findet geboren irgendwo in einem Stall dann ist wohl Weihnachten der Fall. Ob Märchen oder doch Realität, was damals zwischen Schafen steht, ist ein Krippenbettchen voll mit Stroh darin ein Baby – in dulci jubilo. Heut wird aus Advent meist nur Konsum. Der Handel möchte dafür alles tun, um möglichst viel… Weiterlesen

Algarve Kalkiges Gestein im Clinch mit dem Meer bringt phänomenalen Küstenzauber her. Ewiglich frisst sich hier Wellenkraft tief in die Felsen, bis sie es schafft, diese zu höhlen und gänzlich zu bohren, Grotten zu bauen mit riesigen Toren. Als hätte der Atlantik Orakel gebaut Mystisch, fast heilig manch Höhle ausschaut. Türkisblaues Wasser schwappt unentwegt, brandet an die Wände, bis es sich zerlegt in sanftere Wellen, die die Seiten berühren, um hier nur… Weiterlesen

Nur Schnee von gestern Das sieht schon ziemlich affig aus: Ein Schimpanse weiß im Morgenschnee Doch diesen kleinen Augenschmaus ich längst schon nicht mehr vor mir seh. Fast so schnell, wie er zu Boden sank schmolz der Schnee auch wieder fort. Der Winterepisode gebührt mein Dank für diesen so zartweißen Ort. Ein paar Stunden zeigt sich hier Idylle ein Wintermantel gerad für einen Tag. Da kommt schon etwas Vorfreudestille, die ich zur… Weiterlesen

Ihr Rinderlein kommet … Ihr Rinderlein kommet heraus aus dem Stall. Zum Kreisel her kommet am besten gleich all. Und seht, in dieser frischfreundlichen Nacht da haben die Gräser frisches Grün euch gebracht. Oh seht auch die Blätter so richtig im Saft. Die fresst ihr dann später – das bringt euch viel Kraft. Ihr könnt friedlich grasen ist Weihnachtszeit. Und kurz wird der Rasen hier weit und breit.

Eisprimula Der frühlingshafte, irritierende, Wachstum stimulierende Spätherbst ließ Primeln Blüten wecken. In grünen Blätterherzen stecken vorwitzig Knospenspitzen lassen bunte Farbsäume blitzen. Etwas mehr der Frühwintersonne steigert noch die Öffnungswonne. Blüten erfreuen zu jeglicher Zeit. Ihr farbiges Kronenblätterkleid will zur Liebe verführerisch locken. Die Primel beginnt zu zocken. Wenn die Wetterstimmung froh bleibt, ja dann erlebt diese Pflanze eine Dezemberblühchance.

Verrückte Weihnacht Dieses Jahr ist alles besonders verrückt. Wir werden zu Weihnachten mit Frühling beglückt. Wenn am Heiligen Abend die Knospen aufspringen, können wir Maienlieder mit Inbrunst singen. Auf idyllischen Schnee brauchen wir nicht zu verzichten. Die Werbung lässt schöne Flocken verdichten. Seit ein paar Tagen ist es am Wegrand blütenweiß Taubnesseln erstrahlen dort im geselligen Kreis. Überall leuchten Blumengesichter voller Freude und lustvolle Vögel suchen Nistgebäude. Selbst die Bienen als konsequente… Weiterlesen

Raumgreifend Seitdem das Laub völlig losgelöst, erscheint der Baum als Lichtgestalt. Das Auge auf Strukturen stößt, vom schwindend Abendrot ummalt. Ob Pappel, Erle oder Weide vom Stamm greift Astwerk in den Raum. Im abgestreiften Winterkleide zeigt sich skeletthaft jeder Baum. Als wär das Fleisch ihm abgefallen – nur Knochen ragen vorgestreckt – lässt allen Lärm nun weiter schallen. Kein Blatt den Tonmüll mehr noch schreckt. Ein jeder Baum wächst eigene Muster, um… Weiterlesen