Im Regen

Im Regen

Ich steh vor einem Erdbeerblatt,
das gerade Wasser aufgefangen hat.
Der Juli war so lang tropfenleer
Nun klebt der Regen nass und schwer.
Nach all dem Staub im Sommerwind
erscheint dies Blatt fast wie ein Kind,
das eben frisch ins Bad getaucht,
weil es das reine Wasser braucht.

Nach der Entbehrung ohne Regen
will sich Erlösung endlich legen
auf das gestresste Erdbeerblatt –
ob es überhaupt Gefühle hat?
Kann eine Pflanze dankbar sein?
Wir glauben das wohl so zum Schein.
Wir projizieren Emotionen,
die bei uns tief im Innern wohnen
auch sogar in Pflanzen, nicht nur in Tiere,
in Kletterrose, Vogelmiere.
Die Pflanze selbst reagiert plausibel
auf Trockenheit oft sehr sensibel.
Wird jedoch ihr Durst genug gestillt,
zeigt sie zufrieden uns ihr Bild.

Septemberfrühling

Septemberfrühling

Der Tag, als endlich doch der Regen kam –
nachdem die Dürre fast schon alles Leben nahm –
liegt nun gut drei, vier Wochen wohl zurück.
Das ersehnte Wasser war wie purstes Glück.
Auch Tage später fielen noch etliche Tropfen
Sie konnten den Mangel zwar nicht richtig stopfen.
Doch eine Handbreit Tiefe wurde vom Boden wassergetränkt
Das hat uns danach wieder Schöpfung neu geschenkt.
Der Weg zum Wäldchen hin schien längst nur tot zu sein.
Die Gräser strohtrocken, superwelk der Brennnesselrain.
So schlimm hab ich Natur verdurstet nicht gesehen.
Doch sollte hier fast Wundersames dann geschehen. Weiterlesen

Der Mais ist weg!

Der Mais ist weg!

Der Mais ist weg.
Er erfüllt bald seinen Zweck.
Wird von Rindviechern verdaut –
dann erneut angebaut
für möglichst hohen Biomassengewinn.
So macht Landwirtschaft wohl Sinn.
Mais ist ein erwünschter Migrant –
seine Wertschätzung längst anerkannt.
Er verwandelt Gülle in Kolben voller Korn
Höchsterträge sind unersättlicher Ansporn.
Auf dem Feld herrscht er für sich allein.
Andere Pflanzen sollten hier nicht sein.
Dafür sorgt ganz sicher Glyphosat –
ein erfolgreiches Herbizid in der Tat.
Der Boden ist lange schon artenentleert.
Milben wie Springschwänze entbehrt
die Ackererde ist wurm- und assellos
nur Bakterien, die gibt es hier bloß.
Der Humusgehalt wurde stark reduziert,
so dass die Wasserspeicherung enorm hier verliert.
Wenn dann Dürrezeiten nicht weichen,
gibt es bald schon pflanzliche Leichen.
Sollen wir den massenhaften zu frühen Maistod betrauern?
Sollen wir landwirtschaftliche Dummheit bedauern?
Mit Steuergeldern werden Betriebe erhalten,
die anschließend kaum einen Hebel umschalten.
So tot war schon lange kein Maisacker mehr.
Das macht mir so nicht das Leben schwer.
Viel schlimmer ist, dass wir keinen Weg dahin finden,
wie wir wieder Natur in unsere Böden einbinden.
Zwei Riesenhalme hat der Maissilierer vergessen.
Auch wenn die Pflanzen drei Meter fast messen,
sind sie für mich wie ein mahnendes Denkmal:
Haben wir für die Zukunft noch eine bessere Wahl?

Fruchtkörperlose Zeiten

p1150857Fruchtkörperlose Zeiten

So trocken war der Boden lange nicht,
dass lehmige Erde rissig zerbricht.
Was wir bis dato Rasen nannten,
zeigt sich als Wüste der Verbrannten.
Das Gras liegt welk und braun dazu.
Auf Weiden hungert manche Kuh.
September ist sonst Sammelzeit
für Pilze, die als Köstlichkeit
mit ganz besonderen Aromen
manchem Gericht schmackhaft beiwohnen.
Doch Sammelkörbe bleiben leer
Nichts wird es aus dem Pilzverzehr.
Suchen ist keinen Pfifferling wert –
auch wenn dies Schwammerl so begehrt.
Nicht mal Boviste, braune Kappen
können die Erntehände schnappen.
Geklagt wird, dass die Pilze fehlen.
Was nicht da ist, kann keiner stehlen. Weiterlesen

Sag mir….

p1150825Sag mir…

Sag mir, wo der Regen ist –
wo ist er geblieben?
Sag mir, wo der Regen ist –
Wolken sind so fern.
Sag mir, wo der Regen ist –
weht nur ständig heißer Wind
Klimawandel zu verstehen,
lernt vielleicht das Kind.

Sag mir, wo die Blumen sind –
wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blüten sind –
Buntheit ist so fern.
Sag mir, wo die Vielfalt ist
Wiesen waren immer bunt.
Seit sie nur noch Gülle säen,
einsam wird der Grund.

Sag mir, wo die Schweine sind-
wo sind sie geblieben? Weiterlesen