Metamorphose

Metamorphose

Ein für mich höchst ungewöhnliches Bild –
was hat die Natur hier nur gespielt?
Am Tag zuvor war dieser Ort ganz wasserglatt –
dann fand hier diese Metamorphose statt.
Ich stehe nah an unserem Gartenteich.
Gestern war seine nasse Haut noch superweich.
Der viele Winterregen hat das Gewässer gut gefüllt
Welke Pflanzenreste sind seit Tagen reichlich überspült.
So zeigte der Teich eine makellose Spiegelfläche.
Doch wenn ich heute diesen Ort anspreche,
fehlen mir die Gründe für die raue Transformation.
Der Frost ist schuld, das weiß ich aber schon.
Wasser gefriert wintertags nun mal zu hartem Eis. Weiterlesen

Eisgekühlt

Eisgekühlt

Eine Vogeltränke aus grauem Granit
ist zugefroren kein großer Hit.
Wasser zu spenden, ist eigentlicher Zweck.
Doch eisgekühlt bleibt die Kundschaft weg.
Ob Hundeschnauze, Vogelschnabel
die Tränke zeigt sich kaum spendabel.
Hier wächst das Eis scharf kreuz und quer-
dafür bleibt mancher Schlund dann leer.
Wem nützt denn solch ein Frostspektakel? –
für Dürstende wird’s zum Debakel.
Wenn Wasser kunstvoll hier erstarrt,
wird Durstlöschjob schon ziemlich hart. Weiterlesen

Schöne Scheiße!

Schöne Scheiße!

Diese Redensart hat man schon mal auf der Lippe
und ist meist nicht so ernst gemeint – wie ich tippe.
Solch ein meist selbstironischer Fluch
sagt in seiner Kürze genug.
Spät in der vorletzten Nacht
hat die Himmelklarheit spät noch Frost gebracht.
Bei meinem früh morgendlichen Gang
hier und da etwas Reifzucker sprang
mir in die Augen und zwang
mich, näher hinzusehen,
um genau auszuspähen,
was der Frost so sonderlich schmückt
und meinen Rücken tiefer hinab drückt. Weiterlesen

Rätselhaftes Eis

Rätselhaftes Eis

Wie Daunenfedern flauschig weich –
man findet schwer nur den Vergleich –
für das, was hier ganz früh geboren ist
und das meine Auge kaum vergisst.
Hier zeigt sich kaum ein fein Gefieder.
Auch Pflanzliches liegt nicht darnieder.
Kein Gras, kein Moos ruht hier am Fleck.
Rätselraten macht wenig Zweck.
Was sich in schönsten Formen zeigt,
ist Wasser nur, das eisig schweigt.
Ich traf dieses wunderbare Bild
nicht in der Natur, die ursprungswild. Weiterlesen

Kaum mehr als eine Randerscheinung

Kaum mehr als eine Randerscheinung

Neben den weltgefährdenden Problemen
und denen, die wir im Alltag wahrnehmen,
neben allem, was irgendwie getan werden muss
kommen auch viele bedeutungsarme Dinge
immer hinein in den Lebenerlebnisfluss.
Wie oft ertappe ich mich immer wieder dabei,
dass ich Gegenständen mein Augenmerk verleih,
die mir auf den ersten Blick wenig zu erzählen haben –
Gegenstände ohne besondere Strukturen oder Farben.
Manchmal ist bei solch einer Art des Betrachtens etwas passiert,
dass sich jegliche Unansehnlichkeit plötzlich verliert. Weiterlesen

Geknickt

Geknickt

Was mein Auge im Schnee erblickt,
ragt einsam aus dem Teich – total geknickt.
Ich ahne kaum, was es mal war.
Doch spätes Schicksal kommt mir nah.
Stolze Blätter im prallsten Grün
gab es im Mai wohl hier zu sehen.
Doch lang vorbei sind Wonnezeiten –
der Rest so leer von Eitelkeiten.
Im späten Sommer ging es los,
war einstige Stärke nicht mehr groß.
Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite
Bald knickte es einfach zur Seite. Weiterlesen