Gerhard Laukötter's Blog

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Geknickt Was mein Auge im Schnee erblickt, ragt einsam aus dem Teich – total geknickt. Ich ahne kaum, was es mal war. Doch spätes Schicksal kommt mir nah. Stolze Blätter im prallsten Grün gab es im Mai wohl hier zu sehen. Doch lang vorbei sind Wonnezeiten – der Rest so leer von Eitelkeiten. Im späten Sommer ging es los, war einstige Stärke nicht mehr groß. Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite… Weiterlesen

Nachtfrostkunst Das erste Eis fror über Nacht hat Willkürkunst schön mitgebracht: zwei Millimeter starke Wasserhaut, die wie ein Zauberwerk ausschaut. Wo Binsenhalme lustlos ragen, bekommen sie starrharte Kragen. Wie Sternenstrahlen blinkt es hell. Sonnenlicht verspiegelt grell. Neben all den spitzen Schwertgestalten möchte auch Zarthäutiges walten.

Frostkunstgeometrien Es sind mal gerade drei Wochen her, da wollten Seerosenblätter sich entfalten. Selbst der erste Krötenhochzeitsverkehr ließ auf Frühlingsgefühle hin schalten. Doch zu früh gefreut, denn es wurde bitter kalt. Primeln und Krokusblüten Opfer vom Frost Narzissenknospen erstarrten, machten halt. Der Winter schickte ihnen nur eisige Post. Am Gartenteich wuchsen Kristallkonfigurationen. In magischen Nächten entstanden gläserne Eisdecken. Sonnenstrahlenfeuer schmolz diese Kompositionen, um zur Nacht hin wieder Kreativität neu zu entdecken. So… Weiterlesen

Vom Eise befreit Tief beschneit liegt alles dar. Reif verzuckert Knospenspitzen. Schneidend kalt, die Luft klirrt klar. Frost sticht in die letzten Ritzen. Alles Leben scheint erfroren. Mäuse kriegen rote Ohren. Pflanzen halten strengste Ruh, denn der Winter deckt sie zu. Horch, was gurgelt, flüstert leise unter mächtig starkem Eise plätschert helle Melodie klare Töne – hörst du sie?

morning has frozen … Viel Nebelgrau musste verschwinden. Das Februarlicht wollte kaum finden in diesen kaltgeborenen Tag. Schneegriesel in den Lüften lag. Dem wintermüden Gartenteich hatte der Frost im Kältestreich ein gläsern Gewand dünn aufgelegt. Dort, wo ein Rest vom Stängel steht, da schießen Sternenstrahlen weit schmücken bizarr das Eiseskleid. All das, was aus dem Wasser schaut, wird von der Frosthaut zart umbaut. Das sonst so glatte Teichgesicht kämpft morgendlich mit Schwerterschicht,… Weiterlesen

Der Frühling lutscht Der Frühling lutscht am Eis vom Teich Seine Zunge leckt und löst es weich. Die klare Nacht lässt Wasser frieren. Kristalle gläsern schön verzieren mit neuen Mustern Eiseshaut. Bis alles zauberhaft ausschaut. Zum Mittag hin schmilzt etwas Eis. Das Sonnenlicht kaum richtig heiß doch es besiegt auf Zeit den Frost. Vom Frühling kommt nun täglich Post. Was nächtens noch so grad erfror, im Tageslauf Gestalt verlor, das ist ein… Weiterlesen

Transformationen Was fast unbeschreiblich vor mir liegt vom Morgenlicht den Glanz grad kriegt, war gestern eine Regenpfütze am Straßenrand – zu gar nichts nütze. Das Wasser lag träg in der Rinne gestaltlos im Strukturensinne. Es war zu viel, dass es verschwand. Der Wind nahm wenig in die Hand. Dann wurde es kalt in Vollmondnacht – hat Frostiges bald hergebracht. Die Pfütze vereiste von dem Rand. Gleichzeitig auch Volumen schwand. Zwischen Eiskörper und… Weiterlesen

Zwölf Jahresringe Heut hat der Reif mit Eis schön eingedeckt Neugierde wird kalt geweckt. Der feine Frost zeichnet perfekt, hebt zart hervor, was sonst versteckt. Bei jedem Reif kristallisieren die kleinsten Tröpfchen sie verlieren die Formarmseligkeiten von Flüssigkeiten. Durch das Erstarren verharren winterkühle Moleküle in gläsernen Gebilden – manchmal mit wilden Architekturen. Frostspuren, die meist nur – so will es die Natur – bald vergehen. Wir sehen schon ihr Ende bald. Es… Weiterlesen

Ephemere Eiskreationen Heute gab es kalte Kunst fast mit Ansage. Regenwütig waren viele der letzten Tage, dass überall Pfützen und Lachen auf Wegentief mich feucht ansprachen. Dann riss die Wolkenlast, bis Winterhimmel kam. Die Luft war nicht mehr falsch – so milchig warm. Ich wusste, heute Nacht beißt wieder einmal Frost. In winterlosen Zeiten schon ein kleiner Trost. Der Morgen zeigt sich pudrig voll mit feinstem Reif Der neue Grashalm glitzert hell… Weiterlesen

Gulliauge Die funkelsterneklare Nacht hat klirrenden Frost vorbei gebracht. Was gestern Pampe, Schlamm noch war, ist heut wie Stein unendlich starr. Die Pfütze, die ich weit umquerte, zeigt eisbespannt ganz neue Werte. Der Weidenpfahl durch Zeit gegerbt hat sich mit Reifkristall bewehrt. Das frühe Januarmorgenlicht durch Schornsteinqualm zartrosa bricht. Die Welt erscheint überall verfremdet, wenn sich das Wasserschicksal wendet. Ich will gerade wieder ins Haus gehen, da bleib ich mitten auf der… Weiterlesen