morning has frozen …

p1190163morning has frozen …

Viel Nebelgrau musste verschwinden.
Das Februarlicht wollte kaum finden
in diesen kaltgeborenen Tag.
Schneegriesel in den Lüften lag.
Dem wintermüden Gartenteich
hatte der Frost im Kältestreich
ein gläsern Gewand dünn aufgelegt.
Dort, wo ein Rest vom Stängel steht,
da schießen Sternenstrahlen weit
schmücken bizarr das Eiseskleid.
All das, was aus dem Wasser schaut,
wird von der Frosthaut zart umbaut.
Das sonst so glatte Teichgesicht
kämpft morgendlich mit Schwerterschicht,
die richtungslos ins Weite stechen,
ohne dabei je zu zerbrechen. Weiterlesen

Der Frühling lutscht

p1190005Der Frühling lutscht

Der Frühling lutscht
am Eis vom Teich
Seine Zunge leckt
und löst es weich.
Die klare Nacht
lässt Wasser frieren.
Kristalle gläsern
schön verzieren
mit neuen Mustern
Eiseshaut.
Bis alles
zauberhaft ausschaut.
Zum Mittag hin
schmilzt etwas Eis.
Das Sonnenlicht
kaum richtig heiß
doch es besiegt
auf Zeit den Frost.
Vom Frühling kommt
nun täglich Post.
Was nächtens noch
so grad erfror,
im Tageslauf
Gestalt verlor,
das ist ein Kampf
mit kalten Waffen.
Stundenweise
ja da schaffen
sie Gestalten –
bringen dem Wasser
tausend Falten.
Zufall wird hier
zum Konstrukteur
Schaffenslust
ist so gar nicht schwer.
Doch der Frühling
der lutscht weiter.
Wärme schmilzt die
kalte Kunst.
Blumen stimmen
mich bald heiter.
Meisenlied
singt erste Brunst.
Heute wird wohl
Eis noch häuten.
Denn die Nacht
wird sternenkalt.
Schneeglöckchen
im Hauche läuten
öffnen ihre
Blüten bald.

Transformationen

p1180649Transformationen

Was fast unbeschreiblich vor mir liegt
vom Morgenlicht den Glanz grad kriegt,
war gestern eine Regenpfütze
am Straßenrand – zu gar nichts nütze.
Das Wasser lag träg in der Rinne
gestaltlos im Strukturensinne.
Es war zu viel, dass es verschwand.
Der Wind nahm wenig in die Hand.
Dann wurde es kalt in Vollmondnacht –
hat Frostiges bald hergebracht.
Die Pfütze vereiste von dem Rand.
Gleichzeitig auch Volumen schwand.
Zwischen Eiskörper und Wasserhaut
hat sich nun Hohlheit aufgebaut.
Eisstäbe schießen durch die Luft.
Die eine Seite die andere ruft. Weiterlesen

Zwölf Jahresringe

P1130806Zwölf Jahresringe

Heut hat der Reif
mit Eis schön eingedeckt
Neugierde wird kalt geweckt.
Der feine Frost
zeichnet perfekt,
hebt zart hervor,
was sonst versteckt.
Bei jedem Reif kristallisieren
die kleinsten Tröpfchen
sie verlieren
die Formarmseligkeiten
von Flüssigkeiten.
Durch das Erstarren
verharren
winterkühle
Moleküle
in gläsernen Gebilden –
manchmal mit wilden
Architekturen.
Frostspuren,
die meist nur –
so will es die Natur –
bald vergehen.
Wir sehen
schon ihr Ende bald.
Es bleibt ja nicht kalt.

Heut hat der Reif
zwölf Jahresringe ausgeschmückt. Weiterlesen

Ephemere Eiskreationen

P1130673Ephemere Eiskreationen

Heute gab es kalte Kunst fast mit Ansage.
Regenwütig waren viele der letzten Tage,
dass überall Pfützen und Lachen
auf Wegentief mich feucht ansprachen.
Dann riss die Wolkenlast, bis Winterhimmel kam.
Die Luft war nicht mehr falsch – so milchig warm.
Ich wusste, heute Nacht beißt wieder einmal Frost.
In winterlosen Zeiten schon ein kleiner Trost.
Der Morgen zeigt sich pudrig voll mit feinstem Reif
Der neue Grashalm glitzert hell und ziemlich steif.
Der Matsch vom Feldweg gibt sich knochenhart.
Die Pfützen schmückt eine Eiseshaut so gläsern zart.
Schon öfter hab ich solche Kunst enorm bestaunt.
Auch heute Nacht war die Natur sehr gut gelaunt.
Ist solche Schöpfung eigentlich kreativ? Weiterlesen

Gulliauge

P1110985Gulliauge

Die funkelsterneklare Nacht
hat klirrenden Frost vorbei gebracht.
Was gestern Pampe, Schlamm noch war,
ist heut wie Stein unendlich starr.
Die Pfütze, die ich weit umquerte,
zeigt eisbespannt ganz neue Werte.
Der Weidenpfahl durch Zeit gegerbt
hat sich mit Reifkristall bewehrt.
Das frühe Januarmorgenlicht
durch Schornsteinqualm zartrosa bricht.
Die Welt erscheint überall verfremdet,
wenn sich das Wasserschicksal wendet.
Ich will gerade wieder ins Haus gehen,
da bleib ich mitten auf der Straße stehen.
Der Gullideckel
mit vielen Lüftungslöchern bestückt
hat mich auf einmal ein wenig verzückt. Weiterlesen

Reifliche Überlegungen

ReiflichesReifliche Überlegungen

Novembernächte tief vernebeln.
Nasse Luft will uns fast knebeln
Licht entschwindet ganz diffus.
Ein jedes spürt den kalten Kuss.
Wenn sich der Dunst ganz spät noch löst,
Das Wasser fein zu Boden stößt,
Wie Klarheit Kälte mit sich bringt,
der frühe Tau als Raureif blinkt.
Kristalle wachsen ganz wie Zauber
Erscheinen diamantensauber
Mit völlig unverletzten Spitzen,
die hoch auf Blätternerven sitzen.
Die Reifeshaut zieht maskengleich
Starr über Rosengesichter.
Was vorher noch gewebeweich,
Ist eishart voll Lichter.
Die Morgensonne spiegelt grell –
Das Reifliche erstrahlt so hell. Weiterlesen