Gerhard Laukötter's Blog

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In der Gosse gelandet In der Gosse gelandet ist heute Morgen mein Blick. Ein Rest vom gestrigen Regenstück bleibt nun eiskalt gefangen in kristallener, gläserner Pracht seit letzter Nacht. Auf einmal ist die Gosse so schön. Es gibt Verzaubertes zu sehen. Schwebendes Eis bizarr konstruiert sich mit Asphaltdekor hier liiert. Was gestern noch Pfütze war, erscheint nun recht sonderbar. Wasser fror zuerst mit Gewalt schuf Stränge, Schwerter recht bald. Werbeanzeigen

Nachtfrostkunst Das erste Eis fror über Nacht hat Willkürkunst schön mitgebracht: zwei Millimeter starke Wasserhaut, die wie ein Zauberwerk ausschaut. Wo Binsenhalme lustlos ragen, bekommen sie starrharte Kragen. Wie Sternenstrahlen blinkt es hell. Sonnenlicht verspiegelt grell. Neben all den spitzen Schwertgestalten möchte auch Zarthäutiges walten.

Brennnesseln im Silberkleid So atemfeucht schläft Nachtbeginn. Schwanger hängt Nebel schwer im Äther Der Tageswechsel glitt dahin. Das Mondlicht blinkt erst später. Die Lüfte froren nach und nach ließen Tröpfchen zart erhärten und mit dem Licht vom neuen Tag schmückt sich die Welt mit Bärten. Mit feinsten Nadeln klar aus Eis spiegelt sich Glanz in Spitzen – sie krusten alles zuckerweiß auf Blättern sie dicht sitzen. Brennnesseln gestern noch saftgrün sind völlig… Weiterlesen

Auf Draht sein… Auf Draht sein wollen hier Kristalle. Der Nachfrost der erschuf sie alle. Der Stacheldraht – sonst böse schaut – zeigt glitzernd seine Winterhaut. Was spitz verletzend scharf abwehrt, ist von feinem Eise kalt begehrt. Gläserne Plättchen dicht an dicht fügen zusammen Raureifschicht. Heut zeigt die Kälte Zauberkräfte macht auf dem Draht kühle Geschäfte. Wie fast in Zucker eingetaucht, hat Frost sein Silber aufgehaucht. Auf Draht sein, war einst Revolution:… Weiterlesen

Ein Hauch von erstem Frost Dem Brennnesselblatt hat die letzte Nacht puderzuckrigen Reif gebracht. Das schmale Morgenlicht bricht sich in Randkristallen nicht in allen. Ein Hauch von erstem Frost als Winterpost liegt auf dem Gewebe fast in Schwebe. Gestern alltagslangweilig heute eisheilig.

Frühlingsfrost In jungen März strömt Sommerwärme. Von dunklen Wolken keine Spur. Im Schlehenstrauch Spatzengelärme Im Knospenbauch springt viel Natur. Am Wegessaum quillt die Brennnessel Aus Erdenreich zurück ans Licht. Entledigt sich der Winterfessel Das Grüne in die Freiheit bricht. Im heißen Frühling sind die Nächte Oft unterkühlt und sternenklar. Für Stunden da regieren Mächte – Der Eisesreif macht Frühling starr.

Märzwinter Was für ein come back Mit Arktik im Gepäck Umeist der Winter diesen März. Das bereits pochende Frühlingsherz War schon so krötenfroh am Teich. Manch Frosch träumte vom schönsten Laich, da legte Frost die Lust auf Eis. Kalt wurde, was vorher schon heiß. Die Wasserhaut steif fest gefroren, dass alte Stängel sie durchbohren. Der Kälteschild im Ufersaum zeigt Eis mit Mustern wie im Traum.

Eisteich Aus dem Osten kam die Kälte Und mit dem Schnee erhellte Sich das Januargesicht im kühlen Winterlicht. Der Teich längst zugefroren Erscheint wie neu geboren In seiner Eiseshaut Er unwirklich fast schaut. Schnee pudert Oberflächen Verspielte Muster sprechen Gestaltungsfantasie Der Zufall kennt nur sie.