Da war einmal…

Da war einmal…

Da war einmal ein Paradies,
das durch den Menschen Erde hieß.
Vom Meeresgrund zur Bergeshöhe
gab es Getier – sogar Gletscherflöhe.
Wo Boden war -nicht eiseskalt -,
da wuchs schon bald viel Regenwald.
In einer kleinen Ewigkeit
entstand großartig Vielfältigkeit
an Wesen auf diesem Planet,
dass man in Staunen nur vergeht.
Das kleine Stück vom Meeresgrund
erlebte manch ungetrübte Stund.
Schnecken und Muscheln aufgehäuft
zeigen, wie damals Leben läuft.
Millionen Jahre sind sie schon tot.
Doch was sich damals ihnen bot,
war heile Welt – noch menschenlos.
Was dann geschah- ist beispiellos. Weiterlesen

Bodenfurchtbarkeiten

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Bodenfurchtbarkeiten

Wenn ich den Erdboden genauer betrachte,
bekomme ich es mit dem Fürchten zu tun.
Über lange Zeit im Leben ja da dachte
ich, das Erdreich würde noch gut in sich ruhn.
Luft wie Wasser schienen mir weit mehr bedroht.
Der Boden funktionierte in Wald und Feld – fast überall.
Doch die schleichende, zerstörende Bodennot
wird vielleicht zum bösesten Zukunftsknall.
Die schlimmste aller Furchtbarkeiten bleibt seine Versiegelung,
wenn Boden verschwindet für immer von der Oberfläche.
Ob stahlarmierte Betonierung oder Teerasphaltierung
jeder weiß, wovon ich so trostlos hier spreche.
Eine landesweite Furchtbarkeit offenbart ein Gewerbe,
das Boden bis an seine Grenzen belandwirtschaftet.
Aus dem mittelalterlichen, kulturell bäuerlichen Erbe
ist eine Großindustrie entstanden, die für Boden nicht haftet. Weiterlesen

Böserdig

Ackerdüngung

Böserdig

Könnte ich fühlen wie Mutter Erden
Ich hätte wohl die schlimmsten Beschwerden.
Im naturnahen Wald unter schattigen Bäumen
Darf ich noch von der heilen Welt träumen.
Dort leb ich als Boden ziemlich naturgesund
In meinem Gefüge läuft das Leben noch rund.
Verlasse ich jedoch diesen heimeligen Ort,
dann treffe ich Übel wie Pestilenz und Mord.
Boden wird vergiftet und gefoltert wie noch nie
Degradierung von Erde wird zur Ideologie.
Monokulturen soweit mein Blick streicht
Macht meine Sinne und Seele nicht leicht.
Was hier von der Landwirtschaft wird produziert,
das hat seinen Preis: die Vielfalt verliert. Weiterlesen

Eine Hand voll Boden

Eine Hand voll Boden

Eine Hand voll Boden, die ist unendlich alt.
Eine Hand voll Boden ist dunkel, feucht und kalt.

Eine Hand voll Boden fällt selten ins Gewicht.
Eine Hand voll Boden, die interessiert wohl nicht.

Eine Hand voll Boden, die bläst der Wind leicht fort.
Für eine Hand voll Boden gibt es kein liebes Wort.

Eine Hand voll Boden beachten Menschen kaum.
Eine Hand voll Boden ernährt noch keinen Baum.

Eine Hand voll Boden kann so lebendig sein.
Eine Hand voll Boden da blickt kein Mensch hinein.

Eine Hand voll Boden hat Humus in Natur.
Eine Hand voll Boden schenkt Gegenwart und Futur.

Eine Hand voll Boden bleibt Teil von dieser Welt.
In einer Hand voll Boden steckt mehr als Ruhm und Geld.

Eine Hand voll Boden belebt ein Samenkorn.
In einer Hand voll Boden wird vieles noch geborn.

Eine Hand voll Boden gleicht einer Gottes Hand.
In einer Hand voll Boden steckt mehr als Ton und Sand.

Eine Hand voll Boden erzählt von Erdgeschichten.
Eine Hand voll Erde lässt sich so schnell vernichten.

Eine Hand voll Boden nur etwas besser achten –
Wenn das nur alle Menschen ab morgen doch nur machten!

In einer Hand voll Boden haucht nur ein wenig Leben.
Eine Hand voll Boden will das uns aber geben.

Komponieren

Komponieren

Componere (lat.) heißt einfach nur: zusammen legen –
Von dem, was irgendwie verstreut erscheint.
Der Maler wandelt hier auf Farbenwegen,
die er mit Kopf, Hand, Herz zu einem Bild vereint.
Der Musiker wählt zunächst Ton und Töne.
Daraus entsteht als Ganzes Harmonie.
Erst im Konzert der Laute da erklingt das Schöne.
Ein Einzelton ist wertlos und erreicht das nie.
Auch im Garten lässt sich trefflich komponieren:
All das, was sich zunächst für uns als Abfall zeigt.
Wir können Reste miteinander kombinieren,
dass Biomasse wächst, zu einem Haufen steigt.
So wie wir eifrig sammeln und dabei gut schichten,
entsteht im Zeitverlauf auf kleinem Raume so Kompost. Weiterlesen

Die Haut der Erde

Die Haut der Erde

Die Haut der Erde kann ich kaum beschreiben.
Sie zeigt lebendig sich am fernen Ort.
Wo Ozeane Meeresgründe reiben,
setzt fernste Vita abgrundtief sich fort.

Beherrscht vom Wasser hab ich Hautprobleme.
Was ist beim Meer denn wohl die Erdenhaut?
Wenn ich jedoch die Kontinente nehme,
ist mir die irden Haut schon fast vertraut.

Dort, wo Natur blieb, treibt ein stetig Wachsen.
Die Haut erbaut sich ganz aus sich heraus.
Entwicklung läuft in Raum- und Zeitenachsen
Natur schaut dabei zukunftsfreudig aus.

Im Wald erlebt der Boden seine Krönung.
Erscheint so ganz und gar nicht erdgestört.
Ein luftig Blätterwerk liegt als Verschönung
Und Artenreichtum quillt so unerhört. Weiterlesen