Gerhard Laukötter's Blog

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In Memoriam Lithax obscurus Zum Gedenken an eine kleine Köcherfliegenart Seit ein paar Wochen steht Aufräumen im täglichen Programm. Das frühere Arbeitsleben verschwindet nach mehr als sechs Jahren beruflicher Tatenlosigkeit immer stärker im Nebel der Vergessenheit. Um Kinder und Kindeskinder vom Ballast des spätreifen Lebens zu befreien, muss ich mich in einem weiteren Schritt von Dingen lösen, die mir vor zwanzig Jahren noch enorm viel bedeutet haben. Als Biologe in der Naturschutzbildungsarbeit… Weiterlesen

Briefmarkenmelancholie Es war das Jahr des Wunders von Bern. Ich erinnere mich an das Jahr noch gern. Nicht wegen des Fußballs sondern wegen meiner Tante Hety; denn gerade sie schenkte mir zu meinem Schulbeginn ein Briefmarkenalbum – wohl mit dem Sinn, diese zu sammeln und zu vermehren. Nach immer den Neuen zu begehren. Eine Lupe, eine Pinzette gehörten dazu. Jetzt ließen mich die Marken nicht mehr in Ruh. Von jedem Brief, jeder… Weiterlesen

Einst aussortiert… Instinktiv zum Weihnachtsfest da lässt mancher Familienbund zur fröhlichen Stund alte Geschichten in Bildern berichten. Verstaubte Fotoalben kommen ans Licht In ersten Videoaufnahmen bricht lebendige Vergangenheit zurück in die heutige Zeit. Am interessantesten aus der Bilderflut sind alle, die damals nicht gut genug waren, um sie zu zeigen. Die Menschen, die feigen, schämen sich für so manches Bild, das das Wohlgefällige nicht stillt. Manches Foto war einfach nicht scharf. Ein… Weiterlesen

Im Gartenhaus Im Gartenhaus steckt nur ein Raum. Doch dieser zündet mir viel Traum. Ich sitze zwischen tausend Sachen, die meinen Sinn zufrieden machen. Für andere ist das schierer Graus – für mich dagegen Heim im Haus. Durchs Fenster schau ich auf den Teich, der quillt zur Zeit so pflanzenreich, dass Wasser ist fast ganz versteckt: ein Blättermeer alles bedeckt. Auf der anderen Seite fällt mein Blick gerade auf ein Weidenstück. Dort… Weiterlesen

Paprika Wie ich anfing, Mittagsgerichte zu studieren, und in der Rinderbouillon zerschnittene Nieren fand – im Rindsgulasch kleine rote Granaten entdeckte, deren gewaltige Schärfe mein Zünglein erschreckte, stand ich unwissend vor einer seltsamen Gemüsefrucht, die auf dieser Welt wohl ihresgleichen sucht. Dann – es war wohl um das siebte, achte Lebensjahr, da begegnete ich erstmals der großen roten Paprika. Wann mir später die fleischigen unreif grünen Schoten als Mahlzeit testweise wurden angeboten,… Weiterlesen