Herbstgarten

Herbstgarten

Der September ist schon fast vorbei
Stürmischer Wind fegt Bäume frei.
Im Teich vergilben Seerosenblätter.
Das Tageslicht kommt immer später.
In vollster Blüte steht die Fette Henne,
sowie ich das seit Jahren kenne.
Auch Herbstastern zeigen späte Blüten,
die Abschiedsgedanken zart vergüten.
Ein ausgehöhlter Apfel liegt im Gras.
Nächtlicher Tau macht ihn ganz nass.
Das Heer der Wespen kommt nicht mehr,
macht diese Hülse nicht mehr leer.
Was war das neulich nur ein Gebrumm.
Im Birnenbaum erlosch erst Gesumm
in der tiefen Abenddunkelheit.
Da endete schließlich mancher Streit
um die süßeste aller Futterstellen
an abertausenden Nahrungsquellen. Weiterlesen

Mittendrin

Mittendrin

Jedes Jahr finde ich diese Blätter.
Gestern bei schwülwarmem Herbstwetter
war ich wieder ganz fasziniert,
was hier inmitten eines Blattes passiert.
Winzige Minierfliegenlarven fressen auf krummen Wegen.
In ihrem Schlaraffenland da legen
sie eine blässlich weiße Spur durch das Grüne im Blatt.
Am Ende in der Speisekammer sind sie dann satt.
Hier verpuppt sich die Made, wartet auf den Schlupftermin.
Vom Ei bis zur Fliege oft nur wenige Tage ziehn.
Jede Made knabbert sich wohl ihren eigenen Weg.
Für Kommunikationen erkenne ich keinen Beleg.
Trotzdem gefällt mir der so zufällige Verlauf –
eine Blattschädigung nehme ich dafür in Kauf.

In diesem Jahr war in vielen Pflanzenteilen etwas drin.
Für den, der da drin steckte, brachte es Gewinn. Weiterlesen

Beerenauslese

Beerenauslese

Die Sonne meinte es gut mit den Trauben.
Sobald sie erröten, Amseln sie rauben.
Doch sind alle Beeren nun mal sehr rund.
Da fallen beim Angriff sehr viele zum Grund.
Dort platzen sie auf, der Saft quillt heraus.
Das lockt viele Fliegen zum süßklebrigem Schmaus.
Auch späte Wespen riechen den leckeren Brei-
kommen minütlich zum Schlachtfest herbei.
Als größter Verzehrer aus dem Insektenreich
landen Hornissen hier und fressen sogleich.
Besonders sind zerplatzte Früchte von Interesse.
Da schlürfen sie dann die zuckrige Nässe. Weiterlesen

Die Birne ruft!

Die Birne ruft!

Die Birne ruft –
fast alle Wespen kamen.
Der tiefe Fall durch Morgenluft
kannte am Ende kein Erbarmen.
Am Boden lag frischgelber Brei.
Die Form war sturzzerstört.
Das Birnenfleisch lockte herbei,
als hätten sie den Plumps gehört:
Wespen, Hornissen wie auch Fliegen.
Sie hocken nun ganz dicht gedrängt
am süßen Tische ja da kriegen
sie kaum Futterneid – so reich beschenkt.
Es fallen wieder fast minütlich
die Birnen; denn es hängt enorm.
Der Baum ist dieses Jahr zu gütig.
Auch Bienen waren echt in Form. Weiterlesen

Am Boden

p1140456Am Boden

Am Boden liegen fast wie gesät
herrliche Äpfel novemberspät.
Der gute Baum hat sich so angestrengt
hat alle Kraft in sein Obst gelenkt.
Die beste Herbstsonne lachte sie reif.
Heut zuckert sie frostig der erste Reif.
Am Boden liegt hier ein Apfelmeer –
doch leider fehlt hier fast jeder Verzehr.
Es kommen zwar Vögel, die fressen sich satt,
was kaum einen Einfluss auf die Menge hat.
Keine wollte sie ernten – sie fielen vom Baum
eine alte Apfelsorte – ein Bio-Traum. Weiterlesen

Lauter Tomaten

p1150733Lauter Tomaten

Früher oder später wurden alle Tomaten rot.
Es war zunächst ein überschaubares Angebot.
Unreife erröteten später auf Fensterbänken-
hatte man zu viele, konnte man sie verschenken.
Im Garten suchte man einen recht sonnigen Ort
hütete und pflegte sie als wäre es Gartensport.
Wer hat die ersten, meisten und größten?
Tomaten Wettkampfstimmung auslösten.
Seit einiger Zeit erleben unsere Tomaten
eine Vielzahl an ganz neuen Saaten.
Sie sind gelb, schwarz oder dunkel gestreift –
nicht mehr nur rund sondern bauchig gereift.
Auch ihr Geschmack der kennt sehr feine Noten.
Tomaten werden als Masse und als Bio geboten.
Heute reichte mir mein Nachbar kleine Tomatengrüße
Es waren winzige Beeren von betörender Süße.
So klein hatte ich sie bisher noch nie gesehen. Weiterlesen

Erröten

P1150316Erröten

Die Weichen der Zeit sind herbstgestellt.
Erstes Laub zu Boden fällt.
Noch hat die Sonne stärkste Kraft,
obwohl Zenit schon längst geschafft.
Mit jedem späten Sonnenstrahl
erhöht sich nun die Öchslezahl.
Trauben gibt es mal wieder viele.
Sie warten aufgereiht am Stiele.
Noch ist die Erntezeit nicht nah.
Doch was ich heut so richtig sah,
das waren erste lila Zeichen:
Unreifes Grün will endlich weichen.
Jeden Tag erröten neue Trauben.
Sie lassen mich an Süßes glauben.
Erst wenn der Wein purpurgetönt,
ist Hochgenuss uns dann gegönnt.

Dasselbe Farbspiel sehe ich auch
ringsum am Apfelspindelstrauch.
Auf der Sonnenseite erröten nun
Äpfel – was sie im Schatten nicht tun. Weiterlesen

Birnenregen

P1150308Birnenregen

Im Garten ragt ein Birnenbaum.
Er ist sehr alt, verschafft sich Raum.
Zeigt seine Krone voller Stolz.
Im Stamme ruht viel Jahresholz.
Weil er in diesem frühen Jahr
vom Blütenmeer geflutet war
und auch die Bienen, Hummeln summten,
die Früchtemengen nur so brummten.
Der ganze Baum hing brechend voll –
die Ernte mehr als übertoll.
Gegen Ende August begann der Regen.
Das war nicht nur der reinste Segen.
Wie eine Bombe schlug manche Frucht,
die im Bodenkampf ihr Ziel gesucht.
Auf den Beeten fielen Birnen weich.
Trotzdem platzen sie alle gleich.
Ihr Früchtefleisch so saftig süß
sofort auf Gegenliebe stieß. Weiterlesen

Etwas Sommer fällt…

P1120500Etwas Sommer fällt…

Etwas Sommer fällt vom Quittenbaum.
So manches Blatt ist rostig braun.
Die süße Kirsche von nebenan
verliert vom Laub auch dann und wann.
Der Birnbaum wirft die Birnen hin,
wo lange schon die Maden drin.
Vom Rosenbusch trudeln pinke Blätter
sind für den Sommer wie Verräter.
Dem Gerstenfeld bleiben nur noch Stoppeln –
da darf der Hase wieder hoppeln.
Erste Weichen sind zum Herbst gestellt.
Manch Morgenblatt zu Boden fällt.

Klaräpfel reifen reichlich nun.
Da gibt es schälend viel zu tun.
Ein Hefeteig mit Apfelscheiben
lässt Kuchenlust kaum noch vertreiben.
Zur gleichen Zeit wollen Mirabellen,
viel Honigsüßes bereitstellen.
Jetzt kommt die große Früchtezeit.
Es wechselt manche Köstlichkeit
schon bald mit immer neuen Sorten.
Das ändert stetig Plan von Torten,
in denen Obst so fruchtig weilt. Weiterlesen

Ernteausfälle

P1130220Ernteausfälle

Da liegen sie die reifen Quitten,
die am Boden noch um Kundschaft bitten.
Kein Mensch, kein Tier zeigt Interessen.
Wohl niemand will ihr Fruchtfleisch essen.
Die Amsel, die sonst obstverliebt,
im Herbst auch öfter Kohldampf schiebt,
die schenkt der Quitte keinen Blick –
schon gar nicht erst den Schnabelpick.
Auch Mäuse nagen nicht an Quitten
als Mahlzeit ziemlich ungelitten.
Kennen die Früchte kein Erbarmen –
nicht mal als Speise für die Armen?
Kein Apfel der bleibt unverzehrt –
denn dieser ist und bleibt begehrt.
Auch Kirschen, Erdbeeren und Trauben
werden – wenn reif – selten verstauben. Weiterlesen