Etwas Sommer fällt…

P1120500Etwas Sommer fällt…

Etwas Sommer fällt vom Quittenbaum.
So manches Blatt ist rostig braun.
Die süße Kirsche von nebenan
verliert vom Laub auch dann und wann.
Der Birnbaum wirft die Birnen hin,
wo lange schon die Maden drin.
Vom Rosenbusch trudeln pinke Blätter
sind für den Sommer wie Verräter.
Dem Gerstenfeld bleiben nur noch Stoppeln –
da darf der Hase wieder hoppeln.
Erste Weichen sind zum Herbst gestellt.
Manch Morgenblatt zu Boden fällt.

Klaräpfel reifen reichlich nun.
Da gibt es schälend viel zu tun.
Ein Hefeteig mit Apfelscheiben
lässt Kuchenlust kaum noch vertreiben.
Zur gleichen Zeit wollen Mirabellen,
viel Honigsüßes bereitstellen.
Jetzt kommt die große Früchtezeit.
Es wechselt manche Köstlichkeit
schon bald mit immer neuen Sorten.
Das ändert stetig Plan von Torten,
in denen Obst so fruchtig weilt. Weiterlesen

Ernteausfälle

P1130220Ernteausfälle

Da liegen sie die reifen Quitten,
die am Boden noch um Kundschaft bitten.
Kein Mensch, kein Tier zeigt Interessen.
Wohl niemand will ihr Fruchtfleisch essen.
Die Amsel, die sonst obstverliebt,
im Herbst auch öfter Kohldampf schiebt,
die schenkt der Quitte keinen Blick –
schon gar nicht erst den Schnabelpick.
Auch Mäuse nagen nicht an Quitten
als Mahlzeit ziemlich ungelitten.
Kennen die Früchte kein Erbarmen –
nicht mal als Speise für die Armen?
Kein Apfel der bleibt unverzehrt –
denn dieser ist und bleibt begehrt.
Auch Kirschen, Erdbeeren und Trauben
werden – wenn reif – selten verstauben. Weiterlesen

Als wär es bunter Mais…

KolbenAls wär es bunter Mais…

Am Sonntagmittag endlich starten
meine Füße. Der Botanische Garten
will nicht länger warten.
Ein restlos aufgeräumter Himmel
noch etwas fernes Glockengebimmel
so grüßt Münster überschwemmt vom Sonnenlicht.
So kannte ich Monasterium bisher nicht.
Hinter dem Schlaun’schen Schloss
ist heute mächtig was los.
Müßige Menschen jung oder alt
die lässt die Botanik heute nicht kalt.
Ich wusste: Botanische Gärten
sind bunte Beete,
die sich durch Schilder erklärten.
Überall konnte man in Deutsch und Wissenschaft lesen,
was vor einem wuchs an pflanzlichem Wesen.
Kannte man den Pflanzennamen schon,
war es wie gärtnerischer Lohn,
dass auf dem Schild ganz genau das stand,
was das Gedächtnis vorher schon fand.

Das letzte Sommerfest war längst verblüht.
Doch auch das Herbstfinale zieht
noch einmal alle Farbenregister auf:
malt späte Blüten bunt so wie im Schlussverkauf. Weiterlesen

Herbstbuntes

rote ÄpfelHerbstbuntes

Wer malt seit Tagen knallrot Äpfel bunt?
Sie leuchten weit wie Weihnachtsschmuck.
Früchte so schwer und fast kugelrund,
dass bei jedem festen Daumendruck
mir frischer Saft spritzt feucht entgegen.
Nicht jede Sorte reift mit anderen zugleich.
vielwochenlanger Erntesegen
macht Gaumen froh, aromareich.
Birnen erröten dagegen seltener nur.
Sie lieben braune, gelbe Reifetracht.
Bei einigen bleibt immergrün die Fruchtkultur
Da knick ich ab mir zuckersüße Pracht.
Der Wilde Wein versinkt in purpurrote Töne
Der Ahornbaum verzaubert Blätter polychrom. Weiterlesen

Jakobiäpfel

FallobstJakobiäpfel

Was für eine Plage
an jedem der frühen Augusttage
kann man es kaum wagen,
ohne großes Unbehagen
unter den Apfelbäumen zu laufen.
Denn da liegen sie zu Haufen:
Die Klaräpfel – am Boden zerstört –
wer die abertausenden Wespen überhört,
nimmt sein Schicksal oft in die Hand,
sowie er einen noch brauchbaren Apfel fand.
Zwischendurch immer wieder ein Knall.
Das bedeutet das Ende vom freien Fall.
Weil das Obst – am Zweige gesessen –
innen von der Made zerfressen,
geht es frühreif zu Grunde –
schlägt auf zu jeder Stunde.
Klaräpfel reifen um den Jakobstag.
Ein Großteil schon vorher am Boden lag.
Von den Apfelleichen
wollen die Brummer nicht weichen. Weiterlesen

Das Korn ist reif

KornfeldDas Korn ist reif

Das Korn wird reif, der Erntetag
ist wohl zum Schneiden nah.
Ein Schatten auf dem Felde lag
deutet nur an, was hier geschah.
Kornblumen fehlen wie Kamillen
auch Ackerwinde klettert nicht.
Seit Herbizide lautlos killen,
ist roter Mohn nicht mehr in Sicht.
Was waren Kornfelder so fröhlich
im bunt durchtupften Sommerkleid.
Das Ernteholen machte selig.
Die Garben standen griffbereit.
Wenn Korn wurde dann eingefahren –
stapelt die Ladung schwindlig hoch –
ich half schon mit in jungen Jahren
und fürchtete mich etwas doch.
Für harte Arbeit gab’s gut Essen.
Auch klarer Korn war nicht sehr weit.
Ich werde die Zeiten nie vergessen.
Man schaffte viel in Einigkeit. Weiterlesen

Radieschenzeit

RadieschenRadieschenzeit

Wer einen Garten eigen hat,
nicht nur zum bloßen Schmuck,
wird manchmal durch die Ernte satt,
denn Wachstum geht ruckzuck.
Von Kinderzeiten lieb ich sehr
Radieschen, diese roten.
Sie sind der erste Frischverzehr
im Mai schon angeboten.
Die dicken Samen lege ich
ins Erdreich, aber flach.
Auf diese Art wärmen sie sich.
Der Keimling wird früh wach.
Nach ein paar Tagen seh ich schon,
wie es aus Boden sprießt.
Das Erstlingsblatt noch blass im Ton
eine Wolke es begießt.
Am Tag darauf hat´s sich gestreckt,
zu zartem Grün gefunden.
Das nächste Blatt wird bald entdeckt.
Es braucht nur ein paar Stunden.
Radieschen kann man wachsen sehn –
ihr Tempo unvergleichlich. Weiterlesen