Novemberfeuer

P1120854Novemberfeuer

Als hätte ein Emil Nolde seinen Pinsel geschwungen –
am Himmel lauter feurige Wolkenzungen-
im späten Novembernachmittagshimmelsbild
da tanzten Farben ekstatisch als wild.
Der Tag begann ganz windlos bis frosteisig kalt,
schleiernde Nebel umschlangen den Rest vom Wald.
So wie die Sonne über den kahlenden Bäumen stand,
den zuckerreifen Glanz der Brennnesseln überwand,
da wurde der dritte Novembertag spätherbstlich schön.
Es gab am welken Gartenteich noch einmal Tanzstunden zu sehen.
Mosaikjungfern nutzten die Gunst der wunderwarmen Stunde
zu mancher liebestrunkenen Kopulationsrunde.
Eier wurden später an die blassen Wasserpflanzen gelegt.
Ein Schauspiel, das immer wieder von Neuem bewegt. Weiterlesen

Der Blaue Reiter

Der Blaue Reiter

Auf die Fülle der Nachrichten
Brauche ich nicht zu verzichten.
Ich nutze längst das Internet –
surfe dort von früh bis spät.
Berichte sind dort schnell und bunt
Der Globus teilt sich mir hier kund.
Im Newspaper blätter ich weiter
Und stoße auf den „Blauen Reiter“.
Franz Marc hatte den so gemalt.
Das ließ mich früher schon nicht kalt.
Expressionismus war mein Ding
Die Kunst mich damals richtig fing.
Ich malte fast wie Munch und Macke
Die satte Farbe war Attacke.
Ich fand mich pinselnd wild und frei
Bewunderte den tollen „Schrei“
Die Zeit des Malens ist dahin
Sie brachte mir dennoch Gewinn.
Der Malerei als schöner Kunst
Erhielt ich weiter meine Gunst.
Der „Blaue Reiter“ lockte mich
Auf mal zurück ins frühe Ich. Weiterlesen