Dahinter?

Dahinter?

Zum wievielten Mal stand ich da
und sah
zum klaren Sternenhimmel empor
diesem riesigen Tor
vom Horizont zum Zenit.
Eine endlose Weite
Länge und Breite
sind irdene Maße
für eine Milchstraße
verlieren sie ihren Gebrauchswert.
Wem das All gehört,
wissen wir nicht.
All das Sternengelicht,
das ich in dieser Nacht sehe,
ist vielleicht eher noch Nähe.
Kein Mensch erreicht je einen Stern. Weiterlesen

Im Gartenhaus

P1150092Im Gartenhaus

Im Gartenhaus steckt nur ein Raum.
Doch dieser zündet mir viel Traum.
Ich sitze zwischen tausend Sachen,
die meinen Sinn zufrieden machen.
Für andere ist das schierer Graus –
für mich dagegen Heim im Haus.
Durchs Fenster schau ich auf den Teich,
der quillt zur Zeit so pflanzenreich,
dass Wasser ist fast ganz versteckt:
ein Blättermeer alles bedeckt.
Auf der anderen Seite fällt mein Blick
gerade auf ein Weidenstück.
Dort grasen Kühe immerfort.
Sechs Monate sind sie meist dort.
In die Gartenstube noch mal zurück –
wo liegt denn hier so trautes Glück?
Hier stapeln sich Erinnerungen.
Die Zeit ist oft zurückgesprungen. Weiterlesen

Grönland von oben?

P1130551Grönland von oben?

Ich fliege hoch durch kalte Luft –
von Weitem eine Möwe ruft.
Unter mir liegt blankes Eis
schattiert in sich in mattem Weiß.
Ich sehe Spuren weit gezogen.
Die Fährten machen einen Bogen
vorbei an einem großen Leck.
Unsicher ist hier mancher Fleck.
Das Eis scheint vielerorts gebrochen.
Kein Seehund hat sich hier verkrochen.
Auch späh ich lange in die Ferne.
Den Eisbär sähe ich allzu gerne.
Kein Tier lässt sich am Morgen blicken.
Die Uhren hier wohl anders ticken.
Flächen leer, einsamst verwaist.
Ich stehe steif – bald selbst vereist.
Seh ich hier Grönland schräg von oben –
oder hat sich mein Verstand verschoben? Weiterlesen

Spielzeug

BlechspielzeugSpielzeug

Der Mensch er hasst die Langeweile.
Als kleines Kind sucht er bald Teile,
mit denen er was machen kann –
so er zu spielen dann begann.
Spielzeug gibt es an jeder Stelle.
Die Idee zum Tun ist eine Quelle,
aus der das Spiel an Sinn gewinnt
und glücklich wird hier jedes Kind.
Das Wasser ist als Stoff ganz toll.
Ein Becher der wird immer voll,
um ihn dann wieder leer zu gießen;
denn Wasser das muss ewig fließen.
Auch so ein Haufen gelber Sand,
der wandert gern durch Kindes Hand.
Der Sand lässt sich so schön verformen
ganz ohne Regeln oder Normen.
Was man im Wald am Boden findet,
so manches Spiel enorm entzündet.
Im Laub kann jeder was verstecken.
Auch Käfer kann man hier entdecken.
Die krabbeln kitzelnd in der Hand.
Vor Lachen fehlt bald der Verstand.
Die Vogelfeder fliegt so schön
beginnt sich trudelnd rund zu drehen.
Mit Ästen lässt sich trefflich bauen.
Da kann man Bäche sogar stauen. Weiterlesen

Bärenmärchen

Fünf BärenBärenmärchen

Vor meinen Augen liegt ein Bild
vom Wesen her ein wenig wild.
Fünf Bären trotten durch den Schnee
suchen etwas, was ich nicht seh.
Das Bild ist jüngster Trödelfund.
Die Märkte sind ja ach so bunt,
dass man etwas nach Hause nimmt,
wo Preis und Leistung einfach stimmt.
Der Bilder habe ich genug.
Doch da ist dieser Selbstbetrug.
Da möchte man doch längst verzichten
und nicht die Schätze noch verdichten.
Die Bären haben mich reingelegt.
Das Bild naiv und sehr gepflegt –
die Szene spannend angelegt –
das hat zum Kauf mich angeregt.
Sehr sauber war der Pinselstrich
ob Baum, ob Strauch, ob Bär an sich. Weiterlesen

Schweinische Träume

SchweinSchweinische Träume

Im zweiten Schlaf hat ich den Traum,
dass mir im Bach – man glaubt es kaum –
ein rosarotes Ferkelkind
im Wellentempo sehr geschwind
ganz munter in die Arme schwamm –
triefnass ich in Empfang es nahm.
Es äugelte mich freundlich an.
Ein helles Grunzen ich vernahm.
Da war es schon um mich geschehn –
Wie sollte das nur weitergehn?
Sollt ich jetzt Schweinchenmutter werden?
Das Ferkelwohl nur nicht gefährden,
das war Devise für die Zeit,
Zur Flüchtlingshilfe war ich bereit.
Ich dachte erst: Was trinkt es nur?
H-Milch verdünnt oder doch pur? Weiterlesen