Herbstastern

Herbstastern

Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt,
ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt,
da tupfen Astern noch rosa, violette Töne,
erfinden spät im Jahr erneut das Schöne.
Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen
Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen.
Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden
Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden. Weiterlesen

Sechszehn Prozent

Sechszehn Prozent

Eine Insel maiengrün, übersät von Blüten,
die muss ein besonderes Geheimnis hüten.
Madeira gleicht vielleicht einem Garten Eden.
Es scheint so, als wollten Pflanzen hier reden.
Bougainvilla, Hibiscus, Papageienblume
beduften die Insel zu prachtvollem Ruhme.
Agapanthus als Liebesblume bei uns hoch geehrt
säumt hier die Straßen, wo immer man fährt.
Noch nie habe ich so eine bunte Insel gesehen.
Wie konnte solch Traum in Erfüllung nur gehen? Weiterlesen

Aus Uruguay

Aus Uruguay

Aus dem weitfernen Uruguay
kam einst der Portulak herbei.
Mit runden Blättern prallgefüllt
wird Wasserdurst lange gestillt.
Wenn dann im warmen Sonnenlicht
die erste Blüte ganz aufbricht,
dann leuchten Farben vollster Kraft.
Die kleine Pflanze ja sie schafft,
in Rosenschönheit zu erstrahlen.
Solch Violettrot gar nachzumalen
das schafft ein Künstler wahrlich kaum.
Die Farbgewalt schafft sich hier Raum. Weiterlesen

Farbengewitter

Farbengewitter

Es war einfach nur braches Land,
wo ich ein Farbenmeer jüngst fand.
Dies Blütenfeuer sah ich erst spät,
weil Strauchwerk schirmend davor steht.
So war der Anblick wie ein Knall
ein Farbengewitter überall.
Klatschmohn, Wucherblume, süßer Klee
nur lauter Blüten, wohin ich seh.
Ein kleines Stückchen von dieser Erde
in paradiesischer Gebärde.
Lässt man Natur nur einfach walten,
kann sich von selbst so was entfalten,
wo ich ein Wort wie wunderbar
gern nehmen möchte hier fürwahr.
Leider ist dieser Blütenwiesenfleck
unendlich weit von zu Hause weg. Weiterlesen

Am Boden

Am Boden

Rot, gelb, grün mit schwarz vereint –
das ist gar nicht politisch gemeint.
Am Boden liegt dies Farbenspiel
als Quittenblatt mit kurzem Stiel.
Sondieren kann ich bunte Töne,
das späte Jahr kreiert das Schöne.
An die Tür klopft baldig der Advent.
Im alten Laub viel Feuer brennt.
Parteienfarben werden nicht vermischt.
Vertrauen mehr und mehr erlischt,
als dass Gemeinsames verbindet –
Erreichbares schlussendlich schwindet.
Das Blatt am Boden hat es eher leicht.
Alle Verhärtungen werden aufgeweicht.
Windbeschwingtes Leben vor dem Fall.
Vorm Tode geht`s zum Faschingsball. Weiterlesen

Mineralienverzauberung

Mineralienverzauberung

Totes Gestein kann nur wenig erregen.
Lebendige Materie spricht Fühlendes an.
Wenn sich Elemente ordnend verlegen,
wachsen Minerale zu Ewigem heran.
Manches Ergebnis zeigt Langeweile in Grau.
Silbersand spiegelt gar Farben ins Leer.
Doch wenn ich ihn im Sonnenlichte beschau,
strahlt er brillantweiß – neben dem blauen Meer.
Jeglicher Farbton, der Blüten reich schmückt,
den find ich verfestigt herrlich im Stein.
Was der Natur in Mineralien so glückt,
will manchmal bunter als bunt nur sein. Weiterlesen

Schwaden

p1170632Schwaden

Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein –
Tröpfchen so dicht und ultrafein.
Im Wiesengrund hängt Silberband
von Abendkühle aufgespannt.
Am Horizont versinkt viel Röte.
Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte
zeichnet Silhouetten, Baumgestelle
am Horizont mit Wolkenwelle.
Das Nebelband schwillt in die Breite
greift dabei zärtlich in die Weite,
verliert sich bald im Abendgrau.
Sein Ende sehe ich nicht genau. Weiterlesen

Unbekannte Blume

p1160470Unbekannte Blume

Unbekannte Blume
im mediterranen Morgenlicht
dein zartblaues Blütengesicht
kenne ich noch nicht.
Im Vorbeigehen
bleibe ich fast andächtig
vor dir stehen.
Ich muss zur dir hochblicken
doch voller Entzücken.
Eine solche Anmut
tut jedem Auge gut.
Du schwelgst nicht im Ultramarinblau
bist aber auch keine blässliche Frau.
Eher vornehm im Farbenniveau
machst du die Szene froh. Weiterlesen

Bunte Bilder braucht der Mensch

p1160126Bunte Bilder braucht der Mensch

November lauert vor den Türen
lässt uns die Grauheit tiefer spüren.
Der Herbst denkt über Abschied nach.
Sein buntes Laub liegt bodenflach.
In dieser Zeit gehen Farben verloren
Letzte Blüten nächtlich bald erfroren,
wenn Nebel später kalt ausreift,
dass Rosenrosa glitzernd steift.
Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage.
Sie sind fürs Seelenleben Plage.
Das Auge möchte Buntes sehen,
am liebsten tief im Urwald stehen.
Dort ist es grün und blütenreich
Kein Monat ist novemberbleich. Weiterlesen