Gerhard Laukötter's Blog

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Schwaden Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein – Tröpfchen so dicht und ultrafein. Im Wiesengrund hängt Silberband von Abendkühle aufgespannt. Am Horizont versinkt viel Röte. Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte zeichnet Silhouetten, Baumgestelle am Horizont mit Wolkenwelle. Das Nebelband schwillt in die Breite greift dabei zärtlich in die Weite, verliert sich bald im Abendgrau. Sein Ende sehe ich nicht genau.

Unbekannte Blume Unbekannte Blume im mediterranen Morgenlicht dein zartblaues Blütengesicht kenne ich noch nicht. Im Vorbeigehen bleibe ich fast andächtig vor dir stehen. Ich muss zur dir hochblicken doch voller Entzücken. Eine solche Anmut tut jedem Auge gut. Du schwelgst nicht im Ultramarinblau bist aber auch keine blässliche Frau. Eher vornehm im Farbenniveau machst du die Szene froh.

Bunte Bilder braucht der Mensch November lauert vor den Türen lässt uns die Grauheit tiefer spüren. Der Herbst denkt über Abschied nach. Sein buntes Laub liegt bodenflach. In dieser Zeit gehen Farben verloren Letzte Blüten nächtlich bald erfroren, wenn Nebel später kalt ausreift, dass Rosenrosa glitzernd steift. Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage. Sie sind fürs Seelenleben Plage. Das Auge möchte Buntes sehen, am liebsten tief im Urwald stehen. Dort ist… Weiterlesen

Erröten Die Weichen der Zeit sind herbstgestellt. Erstes Laub zu Boden fällt. Noch hat die Sonne stärkste Kraft, obwohl Zenit schon längst geschafft. Mit jedem späten Sonnenstrahl erhöht sich nun die Öchslezahl. Trauben gibt es mal wieder viele. Sie warten aufgereiht am Stiele. Noch ist die Erntezeit nicht nah. Doch was ich heut so richtig sah, das waren erste lila Zeichen: Unreifes Grün will endlich weichen. Jeden Tag erröten neue Trauben. Sie… Weiterlesen

Immer wieder neu Jedes Jahr da freu ich mich immer wieder neu am Goldlack in seinem Farbenkleid dazu Duftaromen weit und breit. Die Pflanze ist mir kindbekannt, sah sie schon früh in Tantes Hand. Als ich das Gärtnern selbst entdeckte, der Goldlack bald im Erdreich steckte. Jetzt, wo der Mai lädt zum Blütenball erstrahlt das Goldgelb überall. Ein steinig Grund genügt dem Lack. Fällt Samen aus dem Schotensack, dann will die Pflanze… Weiterlesen

Frühlingsgrüße Schneeglöckchen läuten vornehm weiß gedrängt fast als Orchester. Die Krokusblüte lodernd heiß brennt strahlend gelbe Nester. Im gleichen Ton grüßt Winterling lässt flattern Fransenblätter. Vom Schneeglanz strahlt ein Blütenring. verliebt ins Frühlingswetter. Auch kühles Blau drängt jetzt ans Licht gezeigt von Anemonen. Im Hyazinthen-Traubengesicht des Himmels Farben wohnen. Im violetten Februarkleid zeigt sich das Lungenkraut.

Komposition zum Schönen Wie lassen Augen sich verwöhnen grad beim Betrachten von dem Schönen. Doch ist bei uns alles schon schön, wenn es nicht hässlich anzusehn? Der Gang im Garten jetzt im Mai setzt Augenweiden täglich frei. Heut schau ich mir die Iris an – verzückt sie mich in ihren Bann. Die Blüte will Bestäuber locken, die auf der Narbe flüchtig hocken. Zum Fruchten braucht es Blütenpollen, den Pflanzen oft von andren… Weiterlesen

Blumengefühle Wenn Frühlingssonne Wärme macht, Marienblümchen dazu lacht, lässt seichter Wind die Lüfte hoffen, bleibt Tulpenkelch besucheroffen. Der Schneeglanz strahlt morgens so hell Seine Blütenstiele wachsen schnell. Zum Abend schließt sich manch Gesicht. Des Mondes Blässe sehnt sie nicht. Das Lungenkraut schaut eher bescheiden will himmelblau sein Antlitz kleiden. Doch altern seine Blütenblätter, erscheint ein Lilarot dann später. Sind Farben lauter stumme Sprachen – oder sind Wohldüfte die Sachen, über die Blumen… Weiterlesen

Aufbruchstimmung Mir war gerade heute so, als wollt die Sonne Boden küssen. Im Rasen leuchtet farbenfroh ein durchgeblühtes Krokuskissen. Die Hyazinth ins Freie streckt ganz wuchtig grüne Blätter. Im Innersten am Grund versteckt ruht Blüte schon für später. Drei Stare glänzen schillernd bunt spöttteln hoch auf dem Dach. Zur frühen Märzenmorgenstund sind sie schon lange wach. Zur Mittagszeit erwärmt die Sonne manch zart gesprossten Trieb. Ein Mückenschwarm in erster Wonne kriegt sich… Weiterlesen

Camellia Kamelie In rosenmontagsbunten Zeiten – dem Winter fehlt bald kalte Kraft – sich ihre Knospen blutrot spreiten. Das Blütenherz ist aufgeklafft. Es scheint mir, als ob eine Rose als Wintertraum im Februar lacht. In aufreizender hübscher Pose die Kamelie sich merkbar macht. Was soll die pralle Lebenslust, wenn Narren sich betäuben? Hat dies Gewächs denn nicht gewusst, es fehlt was zum Bestäuben. Die Karnevalsblüte schön geschminkt lässt Freude aus sich fließen…. Weiterlesen