Gerhard Laukötter's Blog

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Am Boden Rot, gelb, grün mit schwarz vereint – das ist gar nicht politisch gemeint. Am Boden liegt dies Farbenspiel als Quittenblatt mit kurzem Stiel. Sondieren kann ich bunte Töne, das späte Jahr kreiert das Schöne. An die Tür klopft baldig der Advent. Im alten Laub viel Feuer brennt. Parteienfarben werden nicht vermischt. Vertrauen mehr und mehr erlischt, als dass Gemeinsames verbindet – Erreichbares schlussendlich schwindet. Das Blatt am Boden hat es… Weiterlesen

Spektralanalyse Eigentlich nur ein Stück Glas rundzylindrisch ist das, bis es oben schräg endet und im Licht blendet. Das Glasteil ist Durchsicht pur von Farbe keine Spur – wirkt eher wie klarstes Eis. Doch Sonnenlicht macht es heiß. Im November steht dieses flach, macht im Prisma das Spektrum wach.

Mineralienverzauberung Totes Gestein kann nur wenig erregen. Lebendige Materie spricht Fühlendes an. Wenn sich Elemente ordnend verlegen, wachsen Minerale zu Ewigem heran. Manches Ergebnis zeigt Langeweile in Grau. Silbersand spiegelt gar Farben ins Leer. Doch wenn ich ihn im Sonnenlichte beschau, strahlt er brillantweiß – neben dem blauen Meer. Jeglicher Farbton, der Blüten reich schmückt, den find ich verfestigt herrlich im Stein. Was der Natur in Mineralien so glückt, will manchmal bunter… Weiterlesen

Schwaden Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein – Tröpfchen so dicht und ultrafein. Im Wiesengrund hängt Silberband von Abendkühle aufgespannt. Am Horizont versinkt viel Röte. Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte zeichnet Silhouetten, Baumgestelle am Horizont mit Wolkenwelle. Das Nebelband schwillt in die Breite greift dabei zärtlich in die Weite, verliert sich bald im Abendgrau. Sein Ende sehe ich nicht genau.

Unbekannte Blume Unbekannte Blume im mediterranen Morgenlicht dein zartblaues Blütengesicht kenne ich noch nicht. Im Vorbeigehen bleibe ich fast andächtig vor dir stehen. Ich muss zur dir hochblicken doch voller Entzücken. Eine solche Anmut tut jedem Auge gut. Du schwelgst nicht im Ultramarinblau bist aber auch keine blässliche Frau. Eher vornehm im Farbenniveau machst du die Szene froh.

Bunte Bilder braucht der Mensch November lauert vor den Türen lässt uns die Grauheit tiefer spüren. Der Herbst denkt über Abschied nach. Sein buntes Laub liegt bodenflach. In dieser Zeit gehen Farben verloren Letzte Blüten nächtlich bald erfroren, wenn Nebel später kalt ausreift, dass Rosenrosa glitzernd steift. Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage. Sie sind fürs Seelenleben Plage. Das Auge möchte Buntes sehen, am liebsten tief im Urwald stehen. Dort ist… Weiterlesen

Erröten Die Weichen der Zeit sind herbstgestellt. Erstes Laub zu Boden fällt. Noch hat die Sonne stärkste Kraft, obwohl Zenit schon längst geschafft. Mit jedem späten Sonnenstrahl erhöht sich nun die Öchslezahl. Trauben gibt es mal wieder viele. Sie warten aufgereiht am Stiele. Noch ist die Erntezeit nicht nah. Doch was ich heut so richtig sah, das waren erste lila Zeichen: Unreifes Grün will endlich weichen. Jeden Tag erröten neue Trauben. Sie… Weiterlesen

Immer wieder neu Jedes Jahr da freu ich mich immer wieder neu am Goldlack in seinem Farbenkleid dazu Duftaromen weit und breit. Die Pflanze ist mir kindbekannt, sah sie schon früh in Tantes Hand. Als ich das Gärtnern selbst entdeckte, der Goldlack bald im Erdreich steckte. Jetzt, wo der Mai lädt zum Blütenball erstrahlt das Goldgelb überall. Ein steinig Grund genügt dem Lack. Fällt Samen aus dem Schotensack, dann will die Pflanze… Weiterlesen

Frühlingsgrüße Schneeglöckchen läuten vornehm weiß gedrängt fast als Orchester. Die Krokusblüte lodernd heiß brennt strahlend gelbe Nester. Im gleichen Ton grüßt Winterling lässt flattern Fransenblätter. Vom Schneeglanz strahlt ein Blütenring. verliebt ins Frühlingswetter. Auch kühles Blau drängt jetzt ans Licht gezeigt von Anemonen. Im Hyazinthen-Traubengesicht des Himmels Farben wohnen. Im violetten Februarkleid zeigt sich das Lungenkraut.

Komposition zum Schönen Wie lassen Augen sich verwöhnen grad beim Betrachten von dem Schönen. Doch ist bei uns alles schon schön, wenn es nicht hässlich anzusehn? Der Gang im Garten jetzt im Mai setzt Augenweiden täglich frei. Heut schau ich mir die Iris an – verzückt sie mich in ihren Bann. Die Blüte will Bestäuber locken, die auf der Narbe flüchtig hocken. Zum Fruchten braucht es Blütenpollen, den Pflanzen oft von andren… Weiterlesen