Gerhard Laukötter's Blog

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Herbstastern Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt, ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt, da tupfen Astern noch rosa, violette Töne, erfinden spät im Jahr erneut das Schöne. Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen. Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden.

Sechszehn Prozent Eine Insel maiengrün, übersät von Blüten, die muss ein besonderes Geheimnis hüten. Madeira gleicht vielleicht einem Garten Eden. Es scheint so, als wollten Pflanzen hier reden. Bougainvilla, Hibiscus, Papageienblume beduften die Insel zu prachtvollem Ruhme. Agapanthus als Liebesblume bei uns hoch geehrt säumt hier die Straßen, wo immer man fährt. Noch nie habe ich so eine bunte Insel gesehen. Wie konnte solch Traum in Erfüllung nur gehen?

Aus Uruguay Aus dem weitfernen Uruguay kam einst der Portulak herbei. Mit runden Blättern prallgefüllt wird Wasserdurst lange gestillt. Wenn dann im warmen Sonnenlicht die erste Blüte ganz aufbricht, dann leuchten Farben vollster Kraft. Die kleine Pflanze ja sie schafft, in Rosenschönheit zu erstrahlen. Solch Violettrot gar nachzumalen das schafft ein Künstler wahrlich kaum. Die Farbgewalt schafft sich hier Raum.

Farbengewitter Es war einfach nur braches Land, wo ich ein Farbenmeer jüngst fand. Dies Blütenfeuer sah ich erst spät, weil Strauchwerk schirmend davor steht. So war der Anblick wie ein Knall ein Farbengewitter überall. Klatschmohn, Wucherblume, süßer Klee nur lauter Blüten, wohin ich seh. Ein kleines Stückchen von dieser Erde in paradiesischer Gebärde. Lässt man Natur nur einfach walten, kann sich von selbst so was entfalten, wo ich ein Wort wie wunderbar… Weiterlesen

Am Boden Rot, gelb, grün mit schwarz vereint – das ist gar nicht politisch gemeint. Am Boden liegt dies Farbenspiel als Quittenblatt mit kurzem Stiel. Sondieren kann ich bunte Töne, das späte Jahr kreiert das Schöne. An die Tür klopft baldig der Advent. Im alten Laub viel Feuer brennt. Parteienfarben werden nicht vermischt. Vertrauen mehr und mehr erlischt, als dass Gemeinsames verbindet – Erreichbares schlussendlich schwindet. Das Blatt am Boden hat es… Weiterlesen

Spektralanalyse Eigentlich nur ein Stück Glas rundzylindrisch ist das, bis es oben schräg endet und im Licht blendet. Das Glasteil ist Durchsicht pur von Farbe keine Spur – wirkt eher wie klarstes Eis. Doch Sonnenlicht macht es heiß. Im November steht dieses flach, macht im Prisma das Spektrum wach.

Mineralienverzauberung Totes Gestein kann nur wenig erregen. Lebendige Materie spricht Fühlendes an. Wenn sich Elemente ordnend verlegen, wachsen Minerale zu Ewigem heran. Manches Ergebnis zeigt Langeweile in Grau. Silbersand spiegelt gar Farben ins Leer. Doch wenn ich ihn im Sonnenlichte beschau, strahlt er brillantweiß – neben dem blauen Meer. Jeglicher Farbton, der Blüten reich schmückt, den find ich verfestigt herrlich im Stein. Was der Natur in Mineralien so glückt, will manchmal bunter… Weiterlesen

Schwaden Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein – Tröpfchen so dicht und ultrafein. Im Wiesengrund hängt Silberband von Abendkühle aufgespannt. Am Horizont versinkt viel Röte. Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte zeichnet Silhouetten, Baumgestelle am Horizont mit Wolkenwelle. Das Nebelband schwillt in die Breite greift dabei zärtlich in die Weite, verliert sich bald im Abendgrau. Sein Ende sehe ich nicht genau.

Unbekannte Blume Unbekannte Blume im mediterranen Morgenlicht dein zartblaues Blütengesicht kenne ich noch nicht. Im Vorbeigehen bleibe ich fast andächtig vor dir stehen. Ich muss zur dir hochblicken doch voller Entzücken. Eine solche Anmut tut jedem Auge gut. Du schwelgst nicht im Ultramarinblau bist aber auch keine blässliche Frau. Eher vornehm im Farbenniveau machst du die Szene froh.

Bunte Bilder braucht der Mensch November lauert vor den Türen lässt uns die Grauheit tiefer spüren. Der Herbst denkt über Abschied nach. Sein buntes Laub liegt bodenflach. In dieser Zeit gehen Farben verloren Letzte Blüten nächtlich bald erfroren, wenn Nebel später kalt ausreift, dass Rosenrosa glitzernd steift. Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage. Sie sind fürs Seelenleben Plage. Das Auge möchte Buntes sehen, am liebsten tief im Urwald stehen. Dort ist… Weiterlesen