Schwaden

p1170632Schwaden

Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein –
Tröpfchen so dicht und ultrafein.
Im Wiesengrund hängt Silberband
von Abendkühle aufgespannt.
Am Horizont versinkt viel Röte.
Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte
zeichnet Silhouetten, Baumgestelle
am Horizont mit Wolkenwelle.
Das Nebelband schwillt in die Breite
greift dabei zärtlich in die Weite,
verliert sich bald im Abendgrau.
Sein Ende sehe ich nicht genau. Weiterlesen

Unbekannte Blume

p1160470Unbekannte Blume

Unbekannte Blume
im mediterranen Morgenlicht
dein zartblaues Blütengesicht
kenne ich noch nicht.
Im Vorbeigehen
bleibe ich fast andächtig
vor dir stehen.
Ich muss zur dir hochblicken
doch voller Entzücken.
Eine solche Anmut
tut jedem Auge gut.
Du schwelgst nicht im Ultramarinblau
bist aber auch keine blässliche Frau.
Eher vornehm im Farbenniveau
machst du die Szene froh. Weiterlesen

Bunte Bilder braucht der Mensch

p1160126Bunte Bilder braucht der Mensch

November lauert vor den Türen
lässt uns die Grauheit tiefer spüren.
Der Herbst denkt über Abschied nach.
Sein buntes Laub liegt bodenflach.
In dieser Zeit gehen Farben verloren
Letzte Blüten nächtlich bald erfroren,
wenn Nebel später kalt ausreift,
dass Rosenrosa glitzernd steift.
Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage.
Sie sind fürs Seelenleben Plage.
Das Auge möchte Buntes sehen,
am liebsten tief im Urwald stehen.
Dort ist es grün und blütenreich
Kein Monat ist novemberbleich. Weiterlesen

Erröten

P1150316Erröten

Die Weichen der Zeit sind herbstgestellt.
Erstes Laub zu Boden fällt.
Noch hat die Sonne stärkste Kraft,
obwohl Zenit schon längst geschafft.
Mit jedem späten Sonnenstrahl
erhöht sich nun die Öchslezahl.
Trauben gibt es mal wieder viele.
Sie warten aufgereiht am Stiele.
Noch ist die Erntezeit nicht nah.
Doch was ich heut so richtig sah,
das waren erste lila Zeichen:
Unreifes Grün will endlich weichen.
Jeden Tag erröten neue Trauben.
Sie lassen mich an Süßes glauben.
Erst wenn der Wein purpurgetönt,
ist Hochgenuss uns dann gegönnt.

Dasselbe Farbspiel sehe ich auch
ringsum am Apfelspindelstrauch.
Auf der Sonnenseite erröten nun
Äpfel – was sie im Schatten nicht tun. Weiterlesen

Immer wieder neu

P1120358Immer wieder neu

Jedes Jahr da freu
ich mich immer wieder neu
am Goldlack in seinem Farbenkleid
dazu Duftaromen weit und breit.
Die Pflanze ist mir kindbekannt,
sah sie schon früh in Tantes Hand.
Als ich das Gärtnern selbst entdeckte,
der Goldlack bald im Erdreich steckte.
Jetzt, wo der Mai lädt zum Blütenball
erstrahlt das Goldgelb überall.
Ein steinig Grund genügt dem Lack.
Fällt Samen aus dem Schotensack,
dann will die Pflanze bei uns bleiben.
Bis Herbst kann so die Jugend treiben. Weiterlesen

Frühlingsgrüße

KrokusseFrühlingsgrüße

Schneeglöckchen läuten vornehm weiß
gedrängt fast als Orchester.
Die Krokusblüte lodernd heiß
brennt strahlend gelbe Nester.
Im gleichen Ton grüßt Winterling
lässt flattern Fransenblätter.
Vom Schneeglanz strahlt ein Blütenring.
verliebt ins Frühlingswetter.
Auch kühles Blau drängt jetzt ans Licht
gezeigt von Anemonen.
Im Hyazinthen-Traubengesicht
des Himmels Farben wohnen.
Im violetten Februarkleid
zeigt sich das Lungenkraut. Weiterlesen

Komposition zum Schönen

IrisblüteKomposition zum Schönen

Wie lassen Augen sich verwöhnen
grad beim Betrachten von dem Schönen.
Doch ist bei uns alles schon schön,
wenn es nicht hässlich anzusehn?
Der Gang im Garten jetzt im Mai
setzt Augenweiden täglich frei.
Heut schau ich mir die Iris an –
verzückt sie mich in ihren Bann.
Die Blüte will Bestäuber locken,
die auf der Narbe flüchtig hocken.
Zum Fruchten braucht es Blütenpollen,
den Pflanzen oft von andren wollen.
Die Schwertlilie zeigt Schönheit pur.
Was konstruiert sie alles nur,
um weithin göttlich hübsch zu flirten
mit Schmuckdesign – ganz unerhörtem.
Das Blütenkleid ein einziger Traum
edel gelupft bis in den Saum.
Die Kronenblätter stolz drapiert,
dass sich viel Licht darin verliert. Weiterlesen