Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

morning has frozen … Viel Nebelgrau musste verschwinden. Das Februarlicht wollte kaum finden in diesen kaltgeborenen Tag. Schneegriesel in den Lüften lag. Dem wintermüden Gartenteich hatte der Frost im Kältestreich ein gläsern Gewand dünn aufgelegt. Dort, wo ein Rest vom Stängel steht, da schießen Sternenstrahlen weit schmücken bizarr das Eiseskleid. All das, was aus dem Wasser schaut, wird von der Frosthaut zart umbaut. Das sonst so glatte Teichgesicht kämpft morgendlich mit Schwerterschicht,… Weiterlesen

Der Frühling lutscht Der Frühling lutscht am Eis vom Teich Seine Zunge leckt und löst es weich. Die klare Nacht lässt Wasser frieren. Kristalle gläsern schön verzieren mit neuen Mustern Eiseshaut. Bis alles zauberhaft ausschaut. Zum Mittag hin schmilzt etwas Eis. Das Sonnenlicht kaum richtig heiß doch es besiegt auf Zeit den Frost. Vom Frühling kommt nun täglich Post. Was nächtens noch so grad erfror, im Tageslauf Gestalt verlor, das ist ein… Weiterlesen

Zwölf Jahresringe Heut hat der Reif mit Eis schön eingedeckt Neugierde wird kalt geweckt. Der feine Frost zeichnet perfekt, hebt zart hervor, was sonst versteckt. Bei jedem Reif kristallisieren die kleinsten Tröpfchen sie verlieren die Formarmseligkeiten von Flüssigkeiten. Durch das Erstarren verharren winterkühle Moleküle in gläsernen Gebilden – manchmal mit wilden Architekturen. Frostspuren, die meist nur – so will es die Natur – bald vergehen. Wir sehen schon ihr Ende bald. Es… Weiterlesen

Fastenzeit Die Zeitung voll mit Foodgenüssen Schokoladenhasen Ostern grüßen. Die Einkaufkörbe berstend voll, wo Fastenzeit doch seien soll. Sehr lang muss ich nach hinten denken, als Kind galt es, sich zu beschränken. Süßigkeiten wanderten direkt wurden ins Sammelglas gesteckt. Solch Gefäß war Ostern gut bestückt hat Kindermünder lang beglückt. Auch heute will mancher verzichten. Gute Vorsätze davon berichten. Die Kirchen liefern kaum noch Grund. Oft wölbt der Bauch einfach zu rund. Der… Weiterlesen

Es nieselt Heute haben sich die Regentropfen in feinste Tupfer aufgeteilt. Sie können kaum mehr nieder klopfen. Viel Niesel in den Lüften weilt. Es fühlt der Morgenwind sich an, als ob ein feuchtes, kaltes Tuch so schaurig streicht durchs Angesicht. Auch wenn ich voller Sehnsucht hier nach schönem Blau am Himmel such, die Wolkenwand gönnt mir kaum Licht. So frühlingsfrohe Krokusblüten halten den Kelchmund arg verschlossen. Die wassersatte Februarluft klebt triefend nass… Weiterlesen

Ephemere Eiskreationen Heute gab es kalte Kunst fast mit Ansage. Regenwütig waren viele der letzten Tage, dass überall Pfützen und Lachen auf Wegentief mich feucht ansprachen. Dann riss die Wolkenlast, bis Winterhimmel kam. Die Luft war nicht mehr falsch – so milchig warm. Ich wusste, heute Nacht beißt wieder einmal Frost. In winterlosen Zeiten schon ein kleiner Trost. Der Morgen zeigt sich pudrig voll mit feinstem Reif Der neue Grashalm glitzert hell… Weiterlesen

Frühlingsgrüße Schneeglöckchen läuten vornehm weiß gedrängt fast als Orchester. Die Krokusblüte lodernd heiß brennt strahlend gelbe Nester. Im gleichen Ton grüßt Winterling lässt flattern Fransenblätter. Vom Schneeglanz strahlt ein Blütenring. verliebt ins Frühlingswetter. Auch kühles Blau drängt jetzt ans Licht gezeigt von Anemonen. Im Hyazinthen-Traubengesicht des Himmels Farben wohnen. Im violetten Februarkleid zeigt sich das Lungenkraut.

Vernebelt Der Tag wollte nicht wach werden. Eine Nebellast erdrückt die Erden. Durch grauen feinsten Tröpfchenstaub Wird blindes Licht zum Wetterraub. Am Boden trieft so kalter Schweiß. Die Welt erscheint heut schmutzig weiß. Es schwebt viel Wasser durch die Luft – gar niemand hier nach Morgen ruft. Mein Sinn verfolgt die trübe Spur gezwungen durch die Urnatur. Vorsichtig treten erste Silhouetten aus trügerischen Schleierbetten. Ein februarnacktes Baumgerüst als Scheme von dem Dunste… Weiterlesen

Ausgereift So sternenklar die letzte Nacht hat sie den Frost zurückgebracht. Der Wasserdunst vom Frühjahrshauch hängt kristallin an Baum und Strauch. Das welke Gras im Reifekleid säumt Glitzerband fast wie Geschmeid. Die Kapselschale fruchtentleert scheint juwelenhaft beschwert. Die ausgemergelten Jahresringe des Weidepfahls mit Zickzackklinge schärfen sich mit Eiseszahn Wohl aufgestellt in runder Bahn. Das flach versandte Morgenlicht Sich hier und da im Reife bricht.

Camellia Kamelie In rosenmontagsbunten Zeiten – dem Winter fehlt bald kalte Kraft – sich ihre Knospen blutrot spreiten. Das Blütenherz ist aufgeklafft. Es scheint mir, als ob eine Rose als Wintertraum im Februar lacht. In aufreizender hübscher Pose die Kamelie sich merkbar macht. Was soll die pralle Lebenslust, wenn Narren sich betäuben? Hat dies Gewächs denn nicht gewusst, es fehlt was zum Bestäuben. Die Karnevalsblüte schön geschminkt lässt Freude aus sich fließen…. Weiterlesen