Gerhard Laukötter's Blog

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Es nieselt Heute haben sich die Regentropfen in feinste Tupfer aufgeteilt. Sie können kaum mehr nieder klopfen. Viel Niesel in den Lüften weilt. Es fühlt der Morgenwind sich an, als ob ein feuchtes, kaltes Tuch so schaurig streicht durchs Angesicht. Auch wenn ich voller Sehnsucht hier nach schönem Blau am Himmel such, die Wolkenwand gönnt mir kaum Licht. So frühlingsfrohe Krokusblüten halten den Kelchmund arg verschlossen. Die wassersatte Februarluft klebt triefend nass… Weiterlesen

Ephemere Eiskreationen Heute gab es kalte Kunst fast mit Ansage. Regenwütig waren viele der letzten Tage, dass überall Pfützen und Lachen auf Wegentief mich feucht ansprachen. Dann riss die Wolkenlast, bis Winterhimmel kam. Die Luft war nicht mehr falsch – so milchig warm. Ich wusste, heute Nacht beißt wieder einmal Frost. In winterlosen Zeiten schon ein kleiner Trost. Der Morgen zeigt sich pudrig voll mit feinstem Reif Der neue Grashalm glitzert hell… Weiterlesen

Frühlingsgrüße Schneeglöckchen läuten vornehm weiß gedrängt fast als Orchester. Die Krokusblüte lodernd heiß brennt strahlend gelbe Nester. Im gleichen Ton grüßt Winterling lässt flattern Fransenblätter. Vom Schneeglanz strahlt ein Blütenring. verliebt ins Frühlingswetter. Auch kühles Blau drängt jetzt ans Licht gezeigt von Anemonen. Im Hyazinthen-Traubengesicht des Himmels Farben wohnen. Im violetten Februarkleid zeigt sich das Lungenkraut.

Vernebelt Der Tag wollte nicht wach werden. Eine Nebellast erdrückt die Erden. Durch grauen feinsten Tröpfchenstaub Wird blindes Licht zum Wetterraub. Am Boden trieft so kalter Schweiß. Die Welt erscheint heut schmutzig weiß. Es schwebt viel Wasser durch die Luft – gar niemand hier nach Morgen ruft. Mein Sinn verfolgt die trübe Spur gezwungen durch die Urnatur. Vorsichtig treten erste Silhouetten aus trügerischen Schleierbetten. Ein februarnacktes Baumgerüst als Scheme von dem Dunste… Weiterlesen

Ausgereift So sternenklar die letzte Nacht hat sie den Frost zurückgebracht. Der Wasserdunst vom Frühjahrshauch hängt kristallin an Baum und Strauch. Das welke Gras im Reifekleid säumt Glitzerband fast wie Geschmeid. Die Kapselschale fruchtentleert scheint juwelenhaft beschwert. Die ausgemergelten Jahresringe des Weidepfahls mit Zickzackklinge schärfen sich mit Eiseszahn Wohl aufgestellt in runder Bahn. Das flach versandte Morgenlicht Sich hier und da im Reife bricht.

Camellia Kamelie In rosenmontagsbunten Zeiten – dem Winter fehlt bald kalte Kraft – sich ihre Knospen blutrot spreiten. Das Blütenherz ist aufgeklafft. Es scheint mir, als ob eine Rose als Wintertraum im Februar lacht. In aufreizender hübscher Pose die Kamelie sich merkbar macht. Was soll die pralle Lebenslust, wenn Narren sich betäuben? Hat dies Gewächs denn nicht gewusst, es fehlt was zum Bestäuben. Die Karnevalsblüte schön geschminkt lässt Freude aus sich fließen…. Weiterlesen

Zärtlich verzweigt Ein Hauch von Schnee hat über Nacht die Zärtlichkeit dem Wald gebracht. Auf jedem dunklen Winterast liegt schmeichelnd eine Federlast. Der Baum, der gestern düster schaut, erscheint im Morgenlicht als Braut, die sich im weißen Federkleid so elegant den Welten zeigt. Ein wenig Schnee reicht da schon aus. Für Wintermäntel gibt`s Applaus. Die Zweige schwingen plötzlich leicht. Ein Flöckchenpelz alleine reicht, die Schwere aus dem Bild zu wischen und Flockenschweben… Weiterlesen

Beziehungslos Da stand sie nun die Frühlingsblume Am Uferrand von einem Bach. Aus einer blattbedeckten Krume Wird schönstes Violett hier wach. Fünf leuchtend bunte Krokussterne Stehn einsam hier auf weiter Flur. Ich verweil, betrachte gerne Die bunte Laune der Natur. Beziehungslos erscheint die Pflanze. Ihr Standort mutet ziemlich fremd. Doch dieser Krokus nutzt die Chance, Weil er die Gegend länger kennt. Vorfahren wohnten wohl in Gärten. Erfreuten dort manch Menschenherz.

Im Farbenrausch Die allzu warme Winterzeit Ließ die Natur verfrühen. Der Star putzt längst sein Hochzeitskleid Brautsträuße reichlich blühen. Im Garten zeigt sich Karneval Ein Heer von bunten Jecken. So mancher Strauch ist noch ganz kahl, Will seine Knospen wecken. Doch anderswo da strahlt es bunt Im Reich der Azaleen. Hier tut sich Frühjahrsfreude kund Bald blühen auch die Schlehen. Das Narrenkleid ist bunt getupft Krokusse herrlich färben. Der Spatz an frischer… Weiterlesen

Frühlingsstrauß Neben dem Bach in den verwilderten Auen Gehe ich öfter neugierig schauen. Hier liegen im Dutzend gebrochene Bäume – Verwunschene Wildnis doch so voller Träume. In diesem Winter, der wohl keiner war, Kriecht grünes Moos, leuchtet wunderbar. Aus dem Falllaub ist fast jede Farbe gewichen. Der goldene Herbst ist am Boden verblichen. Abseits vom Wege kenne ich Stellen, Da finde ich jetzt meine Frühlingsquellen. Schneeglöckchen drängen im Blätterteig Sprießen durch manchen… Weiterlesen