Nur Verzicht bringt Licht

Nur Verzicht bringt Licht

Staatliche Politik schafft ihn wohl nicht:
einen drastischen, ehrlichen Wachstumsverzicht.
Dem Klimawandel wird nur ein wenig entgegengewirkt.
Ein fernes Ziel auf einer langen Strecke markiert.
Wohlstand und Wachstum werden beschworen.
Nur eine boomende Wirtschaft ist scheinbar geboren,
die Umwelt zu schützen, das Klima zu bessern,
damit schmelzende Eispole nicht Küstenstädte verwässern.
Mit der aktuellen Politik wird fast gar nichts gelingen.
Sie wird nur noch rascher Probleme näher bringen.

Einzig und allein Verzicht bringt etwas Licht
in eine Welt, die an der Menschheit zerbricht. Weiterlesen

Grün nachgedacht

Grün nachgedacht

Fünfundzwanzig Jahre ist es nun schon her –
die Familie war gewachsen – Raum musste her.
Das Haus stieg in die Höhe –
auch drum herum gab es Not.
Dort entstanden überdachte Flächen
als mehr Wohnungsangebot.
Die Dächer der Nebengebäude blieben beide flach.
Da wurde der Wunsch nach Begrünung bald wach.
Schweißbahn, sandbeschichtet wollten wir so nicht sehen.
Es sollte mit dieser Fläche etwas besseres geschehen.
Ein Wachstumssubstrat mit recyceltem Schutt
war für die kleinen Pflanzen ausreichend und gut. Weiterlesen

Der Weg ins Leben

Ein Weg ins Leben

Über den Flächenverbrauch will z. Z. keiner sprechen.
In der grassierenden Wohnungsnot brechen
Ziele des Bodenfreiflächenschutzes wie ein
Kartenhaus in sich zusammen.
Denn viel zu wenige Schaufelbagger rammen
ihre Zähne in noch intakte Bodenökosysteme hinein.
Wohnungsbau muss in Wirtschaftswachstumszeiten einfach nur sein.

Es gibt Orte, da rudert die Natur ein wenig zurück –
so wie bei diesem ungepflegten Wegesstück.
Die Betonplatten sind vom hohen Alter gegerbt.
Das freudlose Grau durch Moose und Pflanzen gefärbt.
Der anfangs leblose Weg bekommt eine atmende Haut,
die für die meisten Menschen unordentlich ausschaut.
Wie viele Arten sind hier bereits wieder angekommen? Weiterlesen

BODEN will LEBEN!

BODEN will LEBEN!

Sollte es nicht endlich ein neues Motto geben?
Eigentlich ganz einfach: BODEN will LEBEN!
Es gibt doch so viel an Wald, Feld und Flur –
da soll sie halt leben die Bodennatur.
Das Gewürm und Geassel und Tausendgebein
hat beileibe noch Flächen zum Glücklichsein.
Mann braucht gar nicht lange erst Auto zu fahren,
da riecht man die Waldluft seit ewigen Jahren.
Lila Kühe sie grasen auf märchengrüner Au –
und da reden doch die Leute vom Bodenklau.
Unser Land braucht flächenweit wieder Baukonjunktur.
Zum Ausgleich dafür gibt es Ersatz für Natur.
Der Boden kann sich gottlob nicht wehren,
selbst wenn sich die Verluste dramatisch vermehren.
Wir verlieren den Boden unter unseren Füßen
und müssen mit Zukunftslosigkeit dafür büßen. Weiterlesen

Freie Scholle

Freie Scholle

Meine Scholle
ist nicht so platt wie eine Flunder.
Meine Scholle
ist erst recht kein Weltenwunder.
Meine Scholle
ist nur ein Straßenschild-
meine Scholle
erscheint im Blog mit Bild.
Ansonsten ist gemein die Scholle –
nicht die mit Schuppen, Schwimmerrolle –
ein Klumpen fester Erde,
– früher pflügten noch Pferde –
der auf dem Acker oben lag
nach einem arbeitsreichen Tag.
Bald nannte man auch alles Land,
das wirtschaftlich in Bauershand,
Scholle ganz so wie Eigentum.
Doch wie geht man mit der Scholle um: Weiterlesen

Bodenfurchtbarkeiten

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Bodenfurchtbarkeiten

Wenn ich den Erdboden genauer betrachte,
bekomme ich es mit dem Fürchten zu tun.
Über lange Zeit im Leben ja da dachte
ich, das Erdreich würde noch gut in sich ruhn.
Luft wie Wasser schienen mir weit mehr bedroht.
Der Boden funktionierte in Wald und Feld – fast überall.
Doch die schleichende, zerstörende Bodennot
wird vielleicht zum bösesten Zukunftsknall.
Die schlimmste aller Furchtbarkeiten bleibt seine Versiegelung,
wenn Boden verschwindet für immer von der Oberfläche.
Ob stahlarmierte Betonierung oder Teerasphaltierung
jeder weiß, wovon ich so trostlos hier spreche.
Eine landesweite Furchtbarkeit offenbart ein Gewerbe,
das Boden bis an seine Grenzen belandwirtschaftet.
Aus dem mittelalterlichen, kulturell bäuerlichen Erbe
ist eine Großindustrie entstanden, die für Boden nicht haftet. Weiterlesen

Vom Baufieber zum Bodentod

BodenVom Baufieber zum Bodentod

Historisch niedriges Hypothekenzinsniveau
macht viele Bauwillige stark und froh.
Wozu noch staatliche Abschreibmodelle?
Selbst mit stattlichem Baugeld geht Abzahlung auf die Schnelle.
400 000 neue Wohnungen werden pro anno gebraucht,
in denen schnellstmöglich der Schornstein raucht.
Bagger scharren mit den Schaufeln, Kräne recken sich.
Nach verkürzter Bauplanung kommt erster Spatenstich.

In vielen Städten scheint das Baufieber ausgebrochen.
Es wird viel vom Neubau im Grünen gesprochen.
Eine Firma zu finden, das ist schon ziemlich schwer.
Es drängeln die Aufträge von Tag zu Tag mehr.
Vor nicht allzu langer Zeit wurde im Land befunden:
Wir haben den Boden längst genug schon geschunden.
Fast 20 Prozent der Flächen mehr oder weniger versiegelt
zu Straßen geteert, zu Häusern verputzt und verziegelt.
Die Krankheit des Bodens hieß bald: der Flächenfraß
Der Verlust an lebendigem Boden überstieg jegliches Maß.
Als oberstes Ziel wurde hoffnungsvoll spekuliert,
dass unser Land keinen weiteren Grund an den Bau verliert. Weiterlesen

Zug um Zug

RegionalbahnZug um Zug

Im Stundentakt oft zeitgenau
Fährt regional der Zug.
Der Himmel zeigt sich ziemlich grau.
Der Wolken sind genug.
Die Eisenbahn verbindet heut
Im Land fast jede Stadt.
Was Reisende wohl sehr erfreut
für Ziele, die man hat.
Der Zugverkehr ist menschenlieb,
Erhöht Kommunikation.
Er ist aber ein Flächendieb
Erst recht in der Station.
Was Menschen zueinander bringt,
das trennen Schienenstränge.
Die Tierwelt oft zur Umkehr zwingt –
Das auf enormer Länge. Weiterlesen

Landschaftskultur

Bild

Landschaftskultur

 

Gäb es nur Wald in wilder Form,

wir hielten diesen für abnorm.

Wenn über allem Bäume schießen,

würd solche Öde uns verdrießen.

Bei uns ist halt Landschaftskultur

Ein steter Wechsel von Natur

Mit unser einer Nutzungsflächen,

jenseits von Mooren und von Bächen.

Vom Stadtrand ist es für uns schön,

in offne Landschaft rein zu sehn.

Wir lieben Wiesen, Hecken, Säume

Am Straßenrand Alleenbäume.

Wenn Heide blüht spät im August,

dann fördert das die Landschaftslust.

Auch Auen werden neu geschaffen,

wo uns Hornochsen jetzt angaffen.

Wir tun was für die Kleingewässer,

da geht es Molch und Frosch bald besser.

Obstwiesen sind ein weitrer Trumpf-

Geschützt wird Torf vom letzten Sumpf.

Wir basteln uns ein Landschaftsbild:

Hier arg gestutzt und dort dann wild.

Überall Wald – das war einmal

Ganz ohne – ist uns auch zu kahl.

Von allem wollen wir was haben. Weiterlesen

Bodenkämpfe

Bodenkämpfe

Das Schlachtfeld scheint unendlich groß.
Es liegt vor uns am Boden.
Um diesem weiten Erdenschoß
Kämpfen die Antipoden.
Die Wirtschaft fordert Flächen mehr –
kann Wachstum damit kaufen.
Die Landwirtschaft will dem Verzehr
Entrüstet gegen laufen.
Der Bodenfraß setzt sich so fort,
weil Menschheit das verrichtet.
Manch grün vitaler Lebensort
Wird baulich rasch vernichtet.
Bauern beklagen den Verlust
kämpfen für ihre Scholle.
Mit lautem Ton und reichlich Frust
Spielen sie ihre Rolle.
Sie brauchen Boden – mehr denn je:
Denn Mais soll mächtig schießen.
Sie liefern Strom für RWE.
Rendite damit sprießen.
Die Bullen fressen auch nicht schlecht –
Das nötigt reichlich Futter.
Subventioniert nach EU-Recht –
Prämien für Milch und Butter.
So wird der Kampf um Boden hart.
Den treffen nur noch Leiden.
Versiegelung ihm nur erspart
Nitrat und Pfluges Schneiden.
Verloren ist der Bodenkampf
An beiden diesen Fronten.
Die Konjunktur macht weiter Dampf –
Gewinner sind nur Konten.
Der Mensch verliert an Boden sehr.
Er gräbt beide zu Grabe.
Natur zieht er aus dem Verkehr
Schöpfung nimmt er die Farbe.