Gerhard Laukötter's Blog

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Jeder Bach sucht seinen Weg Das Wandern ist des Menschen Lust über Stock und Stein mit forscher Brust. Der Wege gibt es ohne Zahl – sich zu entscheiden bleibt die Qual. Wer seine Schritte fleißig macht, hat es im Leben weit gebracht. Der Wandergeist wird frisch und wach, begegnet er dem hellen Bach. Das Wasser reist auf krummen Touren und wo es war, hinterlässt es Spuren. Jeder Bach der sucht sich seinen… Weiterlesen

Ein Bach Ein Bach wird aus der Tiefe wach. Aus irdenem Schoß Wasser abfloss – die offene Stelle eine Quelle. Kalt und klar seit 10 000 Jahr rinnt ein magerer Strahl stetig ins Tal. Aus der Unterwelt da hält sich kaum ein Tier im ersten Lichte hier. Wer hier lebt am Moos oder Steine klebt, ist mit Wenigem zufrieden. Kieselalgen werden abgerieben. Ein morsches Blatt wird verdaut, Totholz zerkaut. Die Lebensraumstube ist… Weiterlesen

Brauchen Steine für die Beine Von weither schallt`s wie Rauschmusik. Noch eh ich ihn zu sehen krieg, da weiß ich, bald steh ich am Bach. Sein Wasserlied macht mich hellwach. Erst milde Ströme züchtig quellen, dann türmen höher sich bald Wellen. Sie hüpfen über Stock und Stein – wollen dabei nur flüchtig sein. Wird Moosgestalt eilig durchflossen, dann zappeln lustig deren Sprossen. Schießt über Quader Wasserstrahl, kommt unser Bach dort tief zu… Weiterlesen

Altarmer Gesang Von dem Flusse längst verlassen liegt ein Altarm träge hier. Schilfröhricht in dichten Massen schafft ein schirmendes Spalier. Doch ich will das Wasser sehen, wie es spiegelt Sonnenlicht. Muss wohl Trampelpfade gehen, mancher Halm dabei zerbricht. Plötzlich hör ich lautes Singen Vogellied in reinster Kunst. Diese Töne herrlich schwingen wie vom Schicksal eine Gunst.

Die kleine Quelle Sie ist so unspektakulär. Gibt immer nur sparsam ihr Wasser her. Sie murmelt tief im Walde versteckt Quillt durch Gestein und erscheint fast verdreckt. Im Wasserbettchen liegt Unrat reich – Da wird das alte Buchenblatt weich. Auch moderndes lang totes Holz Macht diesen Ort nur wenig stolz. Moosbäckchen bringen immerhin Auf Stein gewachsen zartes Grün. Die Quelle hat kaum was anzubieten Ein ärmlicher Lebensraum voller Nieten. Und dennoch wird… Weiterlesen

Schöpfungen Du Quelle Wallst seit langer Zeit. Im Wasser spiegelt Ewigkeit. Der dich einst schuf – Was blieb denn nur Von des Schöpfers Spur? Sein Wasserruf Ist längst verhallt – Kein Echo schallt. Du Quelle treibst Und schreibst Nur flüsternd leise Wellenkreise. Du spendest Fließend Segen. Auf ausgewaschenen Wegen Findest du Zu dir selbst. Du Quelle Willst immerzu beginnen Und im Zerrinnen Quillt vieles neu. Alles innig berühren, Kräfte aufspüren Bleibt deine… Weiterlesen

Wiedergeburt Das Grab ist leer – Der Quell erwacht. An diesem Ort Nun Freiheit lacht. Man nahm dir Deine Fesseln ab, Entfernte Stein Um Stein. Die Freude, Die ich dafür hab, Sie lässt mich nicht allein. Jetzt rieselt es Aus deinem Mund Die Lippen sind erweicht. Dein Körper Wellt sich wieder rund. Dein Quellbett Wiegt sich leicht.

O Täler weit, o Höhen O Täler weit, o Höhen Du schön geschaffne Welt, Was musste hier geschehen, unter dem Himmelszelt? Ich seh den Bach sich winden Voll Freud und Übermut Er lässt sich nie fest binden Sein Wasser kämpft wie Blut. Sein Spiel mit Sand und Steinen Hat er noch nie verlernt. Vom Groben wie vom Feinen Hat er so viel entfernt. Was meerwärts wird getragen Zertrümmert bis zum Korn Gestein… Weiterlesen

Die zweite Chance Im Juni ja da ärgere ich mich, Da wird mein Bach entkrautet. Was dann passiert, das kenne ich Und „Unterhaltung“ lautet. Wasser- und Bodenverbände Tun hier nur ihre Pflicht. Denn ihre Traktorhände Die kennen Reue nicht. Die Ufer müssen leiden. Der Schnitt nimmt alles fort. Wuchs gilt es zu vermeiden – Rasiert wird dieser Ort. Es wollte so schön blühen Der Saum am Wasserrand. Doch alles Wuchsbemühen Zerstört durch… Weiterlesen

Bachfolter Ab Mitte Juni kommen sie Die von der Unterhaltungskompanie. Dann wird gemäht und tief gefräst. Das Mähwerk bald darauf verwest. Ein kleiner Bach wird so gepflegt, dass sich das Wasser treu bewegt. Erst nahm man ihm die Urgestalt Verkürzte ihn mit Baugewalt. Vertiefte ihm sein Wasserbett Und düngte ihm die Aue fett.