Immer im Fluss

Immer im Fluss

Zaghaft tröpfeln, schüchtern fließen
Quellgeburt oft ärmlich klein,
aus der Tiefe kühl ergießen
Wasser will so flüchtig sein.
Kaum aus Finsternis entlassen
wird der Born im Stürzen schnell.
All die frischen Wassermassen
blinken jugendlich ganz hell.
Aus der Quelle wird der Quellbach
Sein Geschütt rinnt weiter kühl.
Leidenschaft wird langsam wach.
In den Wassern tanzt mehr Spiel.
Steine rollen, Blätter treiben
übern Ast die Welle springt.
Wasser will sich innig reiben,
wogenhaft es gerne singt.
Aus den engen Nachbarschluchten
gießt sich ein so mancher Bach. Weiterlesen

Jeder Bach sucht seinen Weg

P1140268Jeder Bach sucht seinen Weg

Das Wandern ist des Menschen Lust
über Stock und Stein mit forscher Brust.
Der Wege gibt es ohne Zahl –
sich zu entscheiden bleibt die Qual.
Wer seine Schritte fleißig macht,
hat es im Leben weit gebracht.
Der Wandergeist wird frisch und wach,
begegnet er dem hellen Bach.
Das Wasser reist auf krummen Touren
und wo es war, hinterlässt es Spuren.
Jeder Bach der sucht sich seinen Weg.
Das Wasserband ist Spülbeleg.
Ein Bächlein startet mit der Quelle –
oft als sehr zarte Flüsterstelle.
Dann rinnt der Strahl im engsten Bett.
Mooskissen schmücken es oft nett.
Liegt grobes Holz, dicker Stein ihm quer,
dann fließt die Welle ganz umher.
Wie kleine Bäche sich vereinen,
sind sie mit sich meist noch im Reinen. Weiterlesen

Ein Bach

Werther QuelleEin Bach

Ein Bach
wird aus der Tiefe wach.
Aus irdenem Schoß
Wasser abfloss –
die offene Stelle
eine Quelle.
Kalt und klar
seit 10 000 Jahr
rinnt ein magerer Strahl
stetig ins Tal.
Aus der Unterwelt
da hält
sich kaum ein Tier
im ersten Lichte hier.
Wer hier lebt
am Moos oder Steine klebt,
ist mit Wenigem zufrieden.
Kieselalgen werden abgerieben.
Ein morsches Blatt wird verdaut,
Totholz zerkaut.
Die Lebensraumstube
ist oft eine kühle Wassergrube
ausgewaschen aus dem Stein
aber ungemein rein. Weiterlesen

Brauchen Steine für die Beine

EifelbachBrauchen Steine für die Beine

Von weither schallt`s wie Rauschmusik.
Noch eh ich ihn zu sehen krieg,
da weiß ich, bald steh ich am Bach.
Sein Wasserlied macht mich hellwach.
Erst milde Ströme züchtig quellen,
dann türmen höher sich bald Wellen.
Sie hüpfen über Stock und Stein –
wollen dabei nur flüchtig sein.
Wird Moosgestalt eilig durchflossen,
dann zappeln lustig deren Sprossen.
Schießt über Quader Wasserstrahl,
kommt unser Bach dort tief zu Fall.
Von Tieren ist kaum was zu sehen,
weil sie auf Tageslicht nicht stehen.
Doch wie ich einen Stein mal wende,
erschrecken fast dabei die Hände.
Die Unterseite ist gut bewohnt,
so dass das Schauen sich echt lohnt. Weiterlesen

Altarmer Gesang

LipperöhrichtAltarmer Gesang

Von dem Flusse längst verlassen
liegt ein Altarm träge hier.
Schilfröhricht in dichten Massen
schafft ein schirmendes Spalier.

Doch ich will das Wasser sehen,
wie es spiegelt Sonnenlicht.
Muss wohl Trampelpfade gehen,
mancher Halm dabei zerbricht.

Plötzlich hör ich lautes Singen
Vogellied in reinster Kunst.
Diese Töne herrlich schwingen
wie vom Schicksal eine Gunst. Weiterlesen

Die kleine Quelle

QuellchenDie kleine Quelle

Sie ist so unspektakulär.
Gibt immer nur sparsam ihr Wasser her.
Sie murmelt tief im Walde versteckt
Quillt durch Gestein und erscheint fast verdreckt.
Im Wasserbettchen liegt Unrat reich –
Da wird das alte Buchenblatt weich.
Auch moderndes lang totes Holz
Macht diesen Ort nur wenig stolz.
Moosbäckchen bringen immerhin
Auf Stein gewachsen zartes Grün.
Die Quelle hat kaum was anzubieten
Ein ärmlicher Lebensraum voller Nieten.
Und dennoch wird sich die Nähe lohnen;
Denn in dieser Quelle aufs Innigste wohnen
Seltsame Arten recht fein verteilt –
Die eine mags ruhig – die andere sehr eilt.
Fast zehntausend Jahre sind seither verflossen
Die Quelle sie tröpfelt – hat niemals gegossen.
Stets neue Wellen speisen nach und nach,
Was weiter nach unten ergänzt sich zum Bach. Weiterlesen

Schöpfungen

WasserspiegelSchöpfungen

Du Quelle
Wallst seit langer Zeit.
Im Wasser spiegelt Ewigkeit.
Der dich einst schuf –
Was blieb denn nur
Von des Schöpfers Spur?
Sein Wasserruf
Ist längst verhallt –
Kein Echo schallt.
Du Quelle treibst
Und schreibst
Nur flüsternd leise
Wellenkreise.
Du spendest
Fließend Segen.
Auf ausgewaschenen Wegen
Findest du
Zu dir selbst.
Du Quelle
Willst immerzu beginnen
Und im Zerrinnen
Quillt vieles neu.
Alles innig berühren,
Kräfte aufspüren
Bleibt deine Mission
Im Lebenston. Weiterlesen

Wiedergeburt

EderquelleWiedergeburt

Das Grab ist leer –
Der Quell erwacht.
An diesem Ort
Nun Freiheit lacht.
Man nahm dir
Deine Fesseln ab,
Entfernte Stein
Um Stein.
Die Freude,
Die ich dafür hab,
Sie lässt mich nicht allein.
Jetzt rieselt es
Aus deinem Mund
Die Lippen sind erweicht.
Dein Körper
Wellt sich wieder rund.
Dein Quellbett
Wiegt sich leicht. Weiterlesen

O Täler weit, o Höhen

EifelbachO Täler weit, o Höhen

O Täler weit, o Höhen
Du schön geschaffne Welt,
Was musste hier geschehen,
unter dem Himmelszelt?
Ich seh den Bach sich winden
Voll Freud und Übermut
Er lässt sich nie fest binden
Sein Wasser kämpft wie Blut.
Sein Spiel mit Sand und Steinen
Hat er noch nie verlernt.
Vom Groben wie vom Feinen
Hat er so viel entfernt.
Was meerwärts wird getragen
Zertrümmert bis zum Korn
Gestein rollt durch den Magen
Hat Größe stets verlorn. Weiterlesen

Die zweite Chance

MädesüßDie zweite Chance

Im Juni ja da ärgere ich mich,
Da wird mein Bach entkrautet.
Was dann passiert, das kenne ich
Und „Unterhaltung“ lautet.
Wasser- und Bodenverbände
Tun hier nur ihre Pflicht.
Denn ihre Traktorhände
Die kennen Reue nicht.
Die Ufer müssen leiden.
Der Schnitt nimmt alles fort.
Wuchs gilt es zu vermeiden –
Rasiert wird dieser Ort.
Es wollte so schön blühen
Der Saum am Wasserrand.
Doch alles Wuchsbemühen
Zerstört durch Unverstand.
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