Gerhard Laukötter's Blog

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Bachfolter Ab Mitte Juni kommen sie Die von der Unterhaltungskompanie. Dann wird gemäht und tief gefräst. Das Mähwerk bald darauf verwest. Ein kleiner Bach wird so gepflegt, dass sich das Wasser treu bewegt. Erst nahm man ihm die Urgestalt Verkürzte ihn mit Baugewalt. Vertiefte ihm sein Wasserbett Und düngte ihm die Aue fett. Werbeanzeigen

Wasserfall Ein Wasserfall Ist überall Die Attraktion Fast Sensation. Der Iguazu Kommt nie zur Ruh. Niagarafälle Sind eine Stelle So voller Wucht, die Gleiches sucht. Mein Wasserfall Der ist kein Knall. Kein Superlativ – Er fällt nicht tief. Weil Bach verkürzt, hier Wasser stürzt. Hier wurd gebaut, ein Teich gestaut. Der diente allen – Man ließ den Bach Danach Dann fallen.

Fünf Köcherfliegen Fünf Köcherfliegen Mir in Erinnerung blieben Nach einem Frühlingsgang Heute am Bachlauf entlang. Bisher lief ich hier immer vorbei. Des Wassers fließendes Konterfei Konnte Neugierde kaum zünden Und mein Interesse so binden. Doch jetzt stieg ich das Ufer hinab. Der Griff eines Steines der ergab Schönstes Leben am Wasserort Das sah ich sofort. Hier schmiegte die erste Bekannte Sich fest an eine raue Kante. Ihr Köcher pur gebaut aus Steinen… Weiterlesen

Verbaute Quellen Verbaute Quellen versteinert entstellen Des Wassers Gesicht. Im toten Auge bricht Aus dem Mauerspalt So tränenkalt Wasser voll Trauer. Fassungsbauer Haben selten erkannt, dass Menschenhand engt Erdenmund wie Felsenschlund – wo Wasser quillt, so frei, so wild.

Es quillt Aus dem Unsichtbaren Aus den dunklen Tiefen Aus imaginären Räumen Quillt Durchsichtigkeit, Restlose Aufgeklärtheit hin zu Vollendeter Reinheit. Wasser wagt sich ans Licht Beginnt seine Tagesreise. Die zarten Wellen Überküssen den ersten Stein. Lassen losen Schwemmsand Lautlos und immerzu tanzen. Durch fein aufgestellte Mooswälder Kräuseln sich ziehende Wasserfäden.

Besuch beim Bach Hinter unserem Garten fließt, wo Landschaft noch etwas Freiheit genießt, ein kleiner Alltagsbach mit Wasserströmen daumenflach. Das linke Ufer streckt sich hoch hinauf zur Bahn Am rechten malmt zu Sommerzeiten Rinderzahn. Das Bächlein rinnt in gerade Form gestreckt Es wirkt von braunem Schlamme leicht verdreckt. Vor Jahren fand ich ein paar Muscheln dort – Es war leider der letzte Ort, für diese sehr bedrohte Art.

Ominöse Schaumschläger Die erste Märzensonne trieb Mich in den Wald am Bach entlang. Die Route war mir lange lieb; Ich hört gern dort den Wellenklang. Im Bodenbett da zeigten sich Triebe vom Scharbockskraut. Versteckt im Strauchwerk hörte ich Piepsig manch Meisenlaut. Zum Wasser zog es mich hinan, Wollt Frische ganz nah spüren. Was plötzlich meine Augen sahn, sollte mich heut berühren.

Crenobia Fein schleichst du an der Unterseite von Steinen, die in Quellen ruhn. Du suchst nicht gern Für dich das Weite. Hast jagend Hier genug zu tun. Im kühlen Strom Der Quellen Fluss Ist alles wohl gerichtet. Weil Wasser treu Hier fließen muss, hat Schöpfung sich verdichtet.

Historische Quellen Wer aus historischen Quellen zitiert, hat der jemals eine originale studiert? Historische Quellen sind inhaltlich alt – Wie Wasser das unendlich kalt. Zeugnisse einer vergangenen Welt, die der Forscher heut in den Händen hält, berichten tief aus der Vergangenheit bringen zurück vom Geist der Zeit.

Quellpfade Mal tröpfelnd Mal schießend Mal rieselnd Mal fließend Aus Felswänden springend In Bergwiesen windend In Tümpeln geboren In Mooren verloren Von Wäldern beschattet Von Moosen ummattet An Steinen geschwunden Im Blattwerk verschwunden Mit Ästen gespielt In die Sonne geschielt Durch Sande gekrochen Und am Bärlauch gerochen Salamander bespritzen Sich verlieren in Ritzen Auch mal überschäumen An Wurzeln von Bäumen Hüpfen und springen Gläserne Lieder singen Und mit wachsendem Strahl Hinunter ins… Weiterlesen