Es quillt

Dia 03

Es quillt

Aus dem Unsichtbaren
Aus den dunklen Tiefen
Aus imaginären Räumen
Quillt Durchsichtigkeit,
Restlose Aufgeklärtheit hin zu
Vollendeter Reinheit.
Wasser wagt sich ans Licht
Beginnt seine Tagesreise.
Die zarten Wellen
Überküssen den ersten Stein.
Lassen losen Schwemmsand
Lautlos und immerzu tanzen.
Durch fein aufgestellte Mooswälder
Kräuseln sich ziehende Wasserfäden. Weiterlesen

Besuch beim Bach

Sandrippel

Besuch beim Bach

Hinter unserem Garten fließt,
wo Landschaft
noch etwas Freiheit genießt,
ein kleiner Alltagsbach
mit Wasserströmen daumenflach.
Das linke Ufer streckt sich
hoch hinauf zur Bahn
Am rechten malmt
zu Sommerzeiten Rinderzahn.
Das Bächlein rinnt
in gerade Form gestreckt
Es wirkt von braunem Schlamme
leicht verdreckt.
Vor Jahren fand ich
ein paar Muscheln dort –
Es war leider der letzte Ort,
für diese sehr bedrohte Art. Weiterlesen

Ominöse Schaumschläger

Eiweißschaum

Ominöse Schaumschläger

Die erste Märzensonne trieb
Mich in den Wald am Bach entlang.
Die Route war mir lange lieb;
Ich hört gern dort den Wellenklang.
Im Bodenbett da zeigten sich
Triebe vom Scharbockskraut.
Versteckt im Strauchwerk hörte ich
Piepsig manch Meisenlaut.
Zum Wasser zog es mich hinan,
Wollt Frische ganz nah spüren.
Was plötzlich meine Augen sahn,
sollte mich heut berühren. Weiterlesen

Quellpfade

Quellpfade

Mal tröpfelnd
Mal schießend
Mal rieselnd
Mal fließend
Aus Felswänden springend
In Bergwiesen windend
In Tümpeln geboren
In Mooren verloren
Von Wäldern beschattet
Von Moosen ummattet
An Steinen geschwunden
Im Blattwerk verschwunden
Mit Ästen gespielt
In die Sonne geschielt
Durch Sande gekrochen
Und am Bärlauch gerochen
Salamander bespritzen
Sich verlieren in Ritzen
Auch mal überschäumen
An Wurzeln von Bäumen
Hüpfen und springen
Gläserne Lieder singen
Und mit wachsendem Strahl
Hinunter ins Tal
So treffen wir Quellen
An verschiedensten Stellen
Jede ist eigen
Das wird sie dir zeigen!

Frei fließende Bäche – tierisch gut!

Frei fließende Bäche – tierisch gut!

Ist unser Bach recht krumm und wild,
Erzählt er gern sein Lebensbild:

Von kleinen zarten Glockentieren
Sehn wir die Härchen ondulieren.
Wo weiche Schwämme samtig sitzen,
erkennt man fiese Nadelspitzen.
Moostierchen mit Tentakelkränzen
Durch elegante Schönheit glänzen.
In ruhigeren, trüben Ecken
Schlammschnecken allzu gerne stecken.
Ist frisch das Wasser vom Grunde kalt,
Da findet man Quellschnecken bald.
Im Sediment und feinem Grus
Gräbt sich manch Erbsenmuschelfuß .
Flussmuscheln werden ziemlich selten –
Verändert sind die Wohnungswelten.
Wenn Strudelwürmer auch mal schielen,
Ihre Blicke nur auf Beute zielen.
Ein Schneckenegel saugt sich fest,
bis dass die Beute Blut ihm lässt.
Bachflohkrebse selten jammern,
solang sie an dem Weibe klammern.
An einer sonnigen Uferstelle
Tanzt die Gebänderte Prachtlibelle.
Ist die Zuckmücke gar eine rote,
Dann ist von Fäulnis sie der Bote.
Wer Rattenschwanzlarven im Wasser sichtet,
der weiß, hier ist wohl viel vernichtet.
Kleine Steinfliegen nagen am Detritus –
Für die großen ist das wohl kein Genuss.
Wenn die Perla im Bach richtig Hunger hat,
dann macht frisches Fleisch sie friedlich und satt.
Eintagsfliegen sind zarte Geschöpfe
Im Bergbach haben sie flache Köpfe.
Was Köcherfliegen in Häusern verbauen,
kann jeder im Bach sich täglich anschauen.

Wer kann das Ergebnis am Ende noch toppen?
Ein Eisvogel fliegend –
den Schnabel voll mit Groppen.