Eisgekühlt

Eisgekühlt

Eine Vogeltränke aus grauem Granit
ist zugefroren kein großer Hit.
Wasser zu spenden, ist eigentlicher Zweck.
Doch eisgekühlt bleibt die Kundschaft weg.
Ob Hundeschnauze, Vogelschnabel
die Tränke zeigt sich kaum spendabel.
Hier wächst das Eis scharf kreuz und quer-
dafür bleibt mancher Schlund dann leer.
Wem nützt denn solch ein Frostspektakel? –
für Dürstende wird’s zum Debakel.
Wenn Wasser kunstvoll hier erstarrt,
wird Durstlöschjob schon ziemlich hart. Weiterlesen

Eisige Irritationen

Eisige Irritationen

In Zeiten, wo Klimawandel verstört
der Januar fast den Frost entbehrt.
In diesem Winter fehlt noch ein Tag,
wo die Temperatur ganz im Minus lag.
Für Stunden huscht mal etwas Reif,
macht gerade mal den Blattrand steif.
Heut in der Früh kam ein kalter Moment,
ehe die Sonne in der Ferne brennt.
Da fror vom Nieselregen der Rest
auf wasserdichten Flächen fest.
Wo Feuchtes letztlich übrig blieb,
das Eis nun eine Geschichte schrieb.
Die Motorhaube vom Automobil
zeigt Eisgraffiti ziemlich viel.
Das Teil, das Umwelt strapaziert,
war toll geschmückt, so fein verziert. Weiterlesen

Ewig eisfrei

Ewig eisfrei

Januarkälte friert uns ein.
Jetzt nützt nicht mal der Sonnenschein,
um Wasser flüssig zu erhalten
Die ganze Umwelt will erkalten.
Der Teich im Garten spiegelt blank
Die Frösche ruhen gottseidank
im tiefen Schlick am Bodengrund
und bleiben ruhend so gesund.
Das Regenfass erstarrt von Tag zu Tag,
so lang das Eis zu wachsen mag.
Der Wasserhahn, der so oft lief,
ist abgesperrt und inaktiv. Weiterlesen

Gulliauge

P1110985Gulliauge

Die funkelsterneklare Nacht
hat klirrenden Frost vorbei gebracht.
Was gestern Pampe, Schlamm noch war,
ist heut wie Stein unendlich starr.
Die Pfütze, die ich weit umquerte,
zeigt eisbespannt ganz neue Werte.
Der Weidenpfahl durch Zeit gegerbt
hat sich mit Reifkristall bewehrt.
Das frühe Januarmorgenlicht
durch Schornsteinqualm zartrosa bricht.
Die Welt erscheint überall verfremdet,
wenn sich das Wasserschicksal wendet.
Ich will gerade wieder ins Haus gehen,
da bleib ich mitten auf der Straße stehen.
Der Gullideckel
mit vielen Lüftungslöchern bestückt
hat mich auf einmal ein wenig verzückt. Weiterlesen

Auf Draht sein…

P1110929Auf Draht sein…

Auf Draht sein wollen hier Kristalle.
Der Nachfrost der erschuf sie alle.
Der Stacheldraht – sonst böse schaut –
zeigt glitzernd seine Winterhaut.
Was spitz verletzend scharf abwehrt,
ist von feinem Eise kalt begehrt.
Gläserne Plättchen dicht an dicht
fügen zusammen Raureifschicht.
Heut zeigt die Kälte Zauberkräfte
macht auf dem Draht kühle Geschäfte.
Wie fast in Zucker eingetaucht,
hat Frost sein Silber aufgehaucht.
Auf Draht sein, war einst Revolution:
der heiße Draht hieß Telefon. Weiterlesen

Endlich!

ChristroseEndlich!

Willkommen erster kalter Frost –
eher weiter Wintersommer sprosst,
räumst du mit deiner Eiseshand
den bunten Unsinn aus dem Land.
Endlich vorbei die falschen Blüten,
die sich zur Unzeit hier bemühten.
Der Blumentisch wird demontiert,
seit Winterhauch mit Nachtfrost schnürt.
Geranien sind im Schock entzaubert.
Die Ringelblume schlapp nun trauert.
Das Rosenherz zerbricht im Eise.
Das letzte Gingkoblatt löst sich leise.
Ein Maisfeld, das ganz welk noch stand,
die späte Ernte endlich fand. Weiterlesen

Taufrost

FrosttauTaufrost

Die Ostertage grad verstrichen,
wo Frühling hielt sich kühl versteckt.
Die kalten Winde sind gewichen.
Der Himmel zeigt sich noch bedeckt.
Die letzte Nacht brachte dann Klarheit.
Der Vollmond rundet sein Gesicht.
Am Tautropfen hängt harte Wahrheit.
Im Frost das weiche Wasser bricht.
Die Kugeln schwer am Halmesblatt
sind kalt zu Eisbergen erfroren.
Was vorher grün und feuchteglatt
bekommt vom Raureif spitze Ohren.
So sieht die Lenzbotschaft kaum aus.
Vom Winter liegt die strenge Hand
über geschlossnem Schneckenhaus. Weiterlesen

Des Eises Kunst

Eiskunst

Des Eises Kunst

Gestern Abend war in der Luft
Noch  Nieselregen satt –
Der so feuchte Wasserduft
Macht Tageslicht so matt.
Im Neuen Jahr hatte die Sonne
Ihr Gesicht noch nicht einmal gezeigt.
Aus der veralgten Regentonne
Der Überfluss andauernd steigt.

In der Nacht zog Kälte spät herbei.
Das Wolkenband riss so entzwei,
Bis funkelnd fein das Sternenlicht
bald offen aus dem Himmel bricht.
Der erste Frost im Januar
vereiste, was so nass lang war. Weiterlesen