Verheißungen

Verheißungen

Wer jetzt in Apfelblüten schaut,
in Gedanken die süße Frucht schon kaut.
Der Baum zeigt sich im schönsten Kleid
ist für die Zukunft ganz bereit.
Verheißungsvoll die blühende Pracht –
hinter der vielleicht manch Apfel lacht.
So eine Blüte braucht viel Lebensglück.
So manches ändert vielleicht ihr Geschick.
Wird frostig kalt eine Frühlingsnacht,
verliert der Baum, was fruchtig macht.
Vergisst die Biene einige Blüten,
können diese keine Äpfel ausbrüten.
Hat es geklappt, ist die Befruchtung geglückt,
eine andere Gefahr im Baume tickt. Weiterlesen

Etwas Sommer fällt…

P1120500Etwas Sommer fällt…

Etwas Sommer fällt vom Quittenbaum.
So manches Blatt ist rostig braun.
Die süße Kirsche von nebenan
verliert vom Laub auch dann und wann.
Der Birnbaum wirft die Birnen hin,
wo lange schon die Maden drin.
Vom Rosenbusch trudeln pinke Blätter
sind für den Sommer wie Verräter.
Dem Gerstenfeld bleiben nur noch Stoppeln –
da darf der Hase wieder hoppeln.
Erste Weichen sind zum Herbst gestellt.
Manch Morgenblatt zu Boden fällt.

Klaräpfel reifen reichlich nun.
Da gibt es schälend viel zu tun.
Ein Hefeteig mit Apfelscheiben
lässt Kuchenlust kaum noch vertreiben.
Zur gleichen Zeit wollen Mirabellen,
viel Honigsüßes bereitstellen.
Jetzt kommt die große Früchtezeit.
Es wechselt manche Köstlichkeit
schon bald mit immer neuen Sorten.
Das ändert stetig Plan von Torten,
in denen Obst so fruchtig weilt. Weiterlesen

Heuschreckliches

P1150128Heuschreckliches

Ein Heupferd auf dem Pfirsich saß
und von dem süßen Fleische fraß.
Die Pfirsichfrucht war hautverletzt –
was Nascherei sofort zulässt.
Wie kam das Heupferd in die Küche?
Es waren wohl nicht die Kochgerüche.
Es riecht nur selten ganz vegan.
Hat sich das Heupferd nur vertan?
Das schöne Pfirsichorangenrot
stammt aus einem Sonderangebot.
An sich hatte ich vom Obst genug –
der Klarapfelbaum grad reichlich trug –
da traf ich diese tollen Früchte –
machte Enthaltsamkeit zunichte.
Der Pfirsich reiste aus Spanien an,
bevor hier die Geschichte begann.
Das Heupferd hat sich wohl verhüpft,
ist ahnungslos ins Haus geschlüpft.
Dort ging sein Weg dann in die Küche –
ich denke wohl wegen der Gerüche.
An sich beißt er ja gern ins Gras.
Auf Wiesen macht das richtig Spaß.
Sein grünes Outfit nützt ihm sehr,
erschwert den Räubern den Verzehr. Weiterlesen

Grüne Kirschen

unreife KirschenGrüne Kirschen

Der Blick heut in den Kirschenbaum
er zündet mir manch süßen Traum
von herzensroter reifer Frucht,
die gierig oft mein Finger sucht.
Noch heißt es aber: ruhig warten.
An vielen Stellen zeigt der Garten,
dass er mich reichlich bald beschenkt.
Manch Apfel kleinst am Zweige hängt.
Färben die Kirschen etwas rot,
beginnt für sie bereits die Not.
Das Amselvolk, die frechen Stare
zerpicken unreif diese Ware.
Sie sind vom Rot so sehr besessen,
dass sie an allen Kirschen fressen,
die sich ein wenig nur verfärben.
Ein Schnabelhieb bedeutet Sterben.
Wenn Kirschen jetzt Besucher kriegen,
sind es meistens wohl die Fruchtfliegen. Weiterlesen

Es fruchtet

Apfelfrucht

Es fruchtet

Die Blütezeiten sind nun längst vorbei,
Obstbäume laubbehangen.
Als letztes blüht die Mispel frei,
dass Sterne leuchtend prangen.
Im Kirschbaum wächst es reich,
bald kugelrund
Erröten erste Früchte.
Pflaumen noch grün
und spitz zur Junistund
Erregen später Süchte.
Beim Apfelbaum bleib ich
des öfteren stehn,
Zähl heimlich meine Apfelkinder.
Kann täglich etwas Zuwachs sehn
Mal mehr und auch mal minder.
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Dinner für den Admiral

Dinner für den Admiral

Es war einmal
Ein älterer Admiral.
Der gaukelte
Umher im warmen
Septemberlicht
– Was für ihn spricht –
Er war auf der Suche
Erregt vom Geruche
Nach süßen Genüssen
– Nicht etwa Küssen –
Überreife Früchte
belebten die Süchte.
Wundersame Düfte
Durchwirkten die Lüfte.
Der alte Admiral roch
Den fauligen Apfel doch.
Seines Fleisches Süße
Sandte gierige Grüße
Zum Fühler hin
Der riechende Sinn
Brachte das Faltertier
Dann nach hier.
Der braune Früchtebrei
Was für eine Leckerrei!
Bei diesem späten Dinner
War der Gewinner
– Das war doch klar –
Der Admiral.

Beerenauslese

Beerenauslese

Nicht jede Blüte kommt zur Frucht
Nicht jede Frucht zum Konsumenten.
Ist frühe Reife sehr gesucht,
lässt Altes sich nicht mehr verrenten.
Johannisbeeren im Juni
Erste Röte bringt Begehren.
Die frische Frucht steckt voll Magie
Zu reif will keiner mehr verzehren.
Die Amsel hat die Schnauze voll –
Lässt späte Beeren öd vergreisen.
Ein frischer Wurm, der schmeckt jetzt toll
Will Erdbeeren nicht länger preisen. Weiterlesen