Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

Silberblätter Der Morgen ist sehr jung und Sonne steht noch tief in dieser Dämmerung bleibt Licht so flach und schief. Die neuen Seerosenblätter tauchen vom Grund her auf. Das milde Frühlingswetter beschleunigt den Verlauf. Weinrot zeigen sich Teller, sie schwimmen auf der Haut. Wird es nun immer heller, das Blatt bald grün ausschaut. Heute zur frühen Zeit erscheinen Silberspiegel.

Eine enge Beziehung Gestern auf einem steinigen Weg fand ich leibhaftig einen Beleg für eine ganz enge Beziehung zu zweit. Ein Krötenpaar war zur Hochzeit bereit. Das Krötenweib trug quasi huckepack ihren Göttergatten – der aber ohne Frack. Als er sie traf, sprang er ihr auf den Rücken begann sie unter die Schultern fest zu drücken So war die Beziehung sicher und fest. Die gemeinsame Liebe hielt sie nun fest. So wanderten… Weiterlesen

Vieltriebig Im späten Herbst nach der ersten Frostnacht hat Eiseskälte sie umgebracht. Von der Kermesbeere blieb nur der Stiel – sein Blätterwerk ein Trauerspiel. Der lange Schaft vertrocknete bald und ohne große, körperliche Gewalt, ließ sich die stolze Pflanze brechen. Am Ende siegten ihre Schwächen. Jetzt im April sehe ich den Stumpf, wo abgebrochen einst der Rumpf. Um den verblichenen Faserstiel kommt reichlich Leben neu ins Spiel. Ein Kranz von Trieben strebt… Weiterlesen

Vom Reiz der späten Blüte Fast geht es mir ein wenig zu schnell, wenn ich jetzt neue Blüten zähl. Was gestern noch verschlossen blieb, öffnete sanft der Frühlingstrieb. Primeln, Tulpen und Narzissen um ihre bunte Schönheit wissen. Sie zeigen sich in bester Farbe locken von weitem hin zur Narbe. Die Zeit der Anmut währt nur kurz. Danach erfolgt oft tiefer Sturz der Kronenblätter auf die Erde, dass Humus irgendwann draus werde.

Nach dem Regen Nach dem Regenschauer zeigen die Blumen schwere Trauer. Man könnte fast meinen: Knospen und Blüten weinen. Tränenkugeln hängen am bunten Kleid Manche platzen, zerfließen im Leid. Unter dem lastenden Wassergewicht der nasse Kelch bald zu Boden bricht. Zarte Härchen sonst wie Silberwatte fein haften am Körper, kleben gemein.

Dankbarkeit wächst Jetzt, wo das Leben nur so sprießt, wo grünes Blatt die bunte Blüte grüßt, frag ich mich selbst, wie lang mag`s gehen – wie oft darf ich vorm Frühling noch stehen? Vor Jahren waren diese Gedanken fremd. Das Leben lief nahezu ungehemmt. Auch damals fühlte ich schon Frühlingserwachen – konnte mit Osterglocken fröhlich lachen. Sah wilde wie fromme Bienen Blüten bedrängen und den Morgentau am Krokus hängen. Zur Innerlichkeit blieb… Weiterlesen

Vor dem Erblühen Manchmal dauert es schon Tage, manchmal doch nur Stunden dann haben Blüten ihr Gesicht gefunden. Wenn grüne Knospenhüllen brechen, öffnet sich Münder fast zum Sprechen. Verborgenes kommt zögerlich ans Licht Mein Auge in die Tiefe sticht. Das Blütenkleid ist noch gefaltet. Mein Blick sich in die Teile spaltet, die diese Blume mir grad gewährt. Der Rest bleibt züchtig noch versperrt. Geheimnisvoll und doch schon offen lässt die Kuhschelle vieles… Weiterlesen

Vom letzten Jahr Wie spannend zeigt sich Frühlingszeit. Knospen sind täglich platzbereit. Blüten beherrschen nun das Bild von schlehenweiß bis tulpenwild. Das Gras, das ewig stumpf erschien, ist binnen Tage jugendgrün. Nicht alles, was das Aug erspäht, erscheint in frischer Qualität. Der Frühjahrsputz quer durch den Garten darf jetzt wohl länger nicht mehr warten. Vom letzten Jahr blieb so viel liegen Verstreute Blätterreste wiegen windtrocken meist wenig nur an Gewicht. Doch wenn… Weiterlesen

Frühlingsblau Wenn ich jetzt in den Garten schau, färbt früher Lenz manch Blüten blau. Eine Irisgruppe liebt das Azur Gelbe Zungen stören wenig nur. Vom Leberblümchen ist das Blau milder, doch zaubert es sehr schöne Bilder. Buschwindröschen im hellhimmelblau zeigen sich vornehm am Waldrand zur Schau. Wo jetzt Traubenhyazinthen blühen, kann man ein Meer an Blauheit finden. Ein Blau, das oft Violett schon grüßt, zeigen die Veilchen – ihr Duft versüßt die… Weiterlesen

Lungenkraut Im Wäldchen vorn unter den Buchen brauch ich nicht lang nach ihm zu suchen. Hier find ich reichlich Lungenkraut, das gerade jetzt am schönsten schaut. Seit zwei Wochen in zarten bunten Farben die Blüten hier vom Boden ragen. Wenn eine Knospe neu aufgeht, diese in rotem Kelche steht. Zwei, drei Tage später zeigt diese Blüte ein blaues Violett von feinster Güte.