Natürliche Grausamkeiten – fürsorgerische Liebe

Natürliche Grausamkeiten – fürsorgerische Liebe

Es mussten schon einige Tage verstreichen
denn über ganz tragische Jungtierleichen
berichtet es sich nicht einfach nur so.
Die Gefühlslage war alles andere als froh.
Es war etwas passiert in der Dunkelheit der Nacht
Ein Mauswiesel hatte drei ältere Hühnerküken umgebracht.
Der kleine Stall stand fest auf der grünen Wiese
da untergräbt dieser Marder der übelfiese
einfach das Holzgestell mit einem kleinen Loch –
drei tötete er – drei leben zur Zeit immer noch.
Wir hatten noch eine Glucke in einem weiteren Stall,
die hütete sehr junge Küken – nur zwei an der Zahl.
Diesen setzen wir die Überlebenden versuchsweise hinzu. Weiterlesen

Schillernde Erstbegegnung

Schillernde Erstbegegnung

Wirklich nichts deutete darauf hin,
dass dieser Tag ein besonderer werden könnte.
Haustierversorgung – wie jeden Morgen – stand mir im Sinn,
Ein Tag, der Hühnern frisches Gras und Kohlblätter gönnte.
Die Federtragenden erwartungsvoll mir entgegenrannten,
weil sie ihren Fütterer wirklich gut kannten.
Dann wollte ich auch den Schafen was Gutes geben,
da sah ich an der Stallaußenwand einen großen Falter mal eben.
Er hielt seine Flügel über dem Hinterleib geschlossen
und hat sanft mit seinem Rüssel immer auf den Stein gestoßen.
Später hab ich gelernt, er hat an dieser Stelle geleckt.
Hier reiben sich die Schafe und das hat gut ihm geschmeckt.
Dann kam der Augenblick, den werde ich nie vergessen
Die Flügel gingen auf – ich hab mich hingesessen
und schaute auf ein Blau in der schillerndsten Farbe –
etwas, das ich zuvor niemals im Garten so gesehen habe. Weiterlesen

Garten & Kunst

Garten & Kunst

Ein schöner Garten? – da scheiden sich oft die Geister.
Welche Tugenden machen den Gestalter letztlich zum Meister?
Aus jedem Garten spricht der Charakter der Akteure Bände.
Hier treffen Träume, Visionen, Ideale auf handelnde Hände.
Da gibt es Schöngärten, die sind in allem extrem kontrolliert.
Unerlaubt Wachsendes sofort seine Existenzberechtigung verliert.
Alles ist gepflegt, durchgestylt und farblich genau arrangiert:
eine perfekte Idylle, eine stimmige Komposition, nur die Seele verliert.
Andere Gärten sind unedler doch strotzen sie nur so von Ökologie.
Heimisches Blühwerk verschwistert mit Beikräutern: entspannte Biologie.
Hier wird gesät, geerntet und kompostiert. Für ehrfürchtige Schönheit
ist solch ein Garten eigentlich und vorsätzlich nie generiert. Weiterlesen

Blumenkalender

Blumenkalender

Mein neugieriger Kopf steht
seit Wochen täglich
vor jedem Blumenbeet.
Aber auch der Gemüsegarten
mit den vielen Reihensaaten
lässt meine Blicke senken
zu den ersten Keimgeschenken.
Seit Winterling und Schneeglocken
lass ich mich oft nach draußen locken.
Dort läuft geräuschlos eine Uhr,
die zeigt den Kalender der Natur.
Wenn ich heute vor dieser Iris staune,
bekomme ich sichtlich gute Laune.
Daneben wachsen stolz zwei Rosen,
die diese Welt bald herrlich belohnen. Weiterlesen

Aufgedeckt

Aufgedeckt

Am Weg da lagen Platten schief,
weil eine Wühlmaus dort wohl lief.
Hier roch es bald nach Arbeitszeit
und heute war ich dazu bereit.
Ein kurzer Griff, dann hob ich an,
da war das Gröbste schon getan.
Unter der Platte sah ich den krummen Gang.
Hier lag vom Übel der Anfang.
Neben der Wühlmausaktivität
hab ich noch ein Ameisennest erspäht.
Abrupt schien nun das Sonnenlicht
mitten ins Nest und das gefiel wohl nicht
unzähligen rostroten Krabbeltieren,
die aber keineswegs die Kontrolle verlieren. Weiterlesen

Metamorphose

Metamorphose

Ein für mich höchst ungewöhnliches Bild –
was hat die Natur hier nur gespielt?
Am Tag zuvor war dieser Ort ganz wasserglatt –
dann fand hier diese Metamorphose statt.
Ich stehe nah an unserem Gartenteich.
Gestern war seine nasse Haut noch superweich.
Der viele Winterregen hat das Gewässer gut gefüllt
Welke Pflanzenreste sind seit Tagen reichlich überspült.
So zeigte der Teich eine makellose Spiegelfläche.
Doch wenn ich heute diesen Ort anspreche,
fehlen mir die Gründe für die raue Transformation.
Der Frost ist schuld, das weiß ich aber schon.
Wasser gefriert wintertags nun mal zu hartem Eis. Weiterlesen

Januarblüten

Januarblüten

Der Januar
ist längst nicht mehr das,
was er früher mal war.
Freute man sich früher
über Frost und Schnee,
ist das, was ich mitten im Winter seh,
fast für diese Zeit viel zu bunt.
Eine zartlila Lenzrose
öffnet gerade ihren Blütenmund.
Andere aus ihrer Verwandtschaft
stehen ebenfalls voll im Saft.
So treffe ich purpurne, violette Blüten,
die mir einen wunderbaren Anblick bieten. Weiterlesen

Vogelfutter

Vogelfutter

Vogelfutter lassen solch rostige Spatzen links liegen.
Wie sie da so rumhocken da kriegen
sie bei Wind und Wetter eine verwitterte Haut,
die hübschhäßlich nach Alterspatina ausschaut.
Die beiden eisernen Gesellen sind lediglich Dekor.
Sie stellen eigentlich gar nichts vor.
Doch der Mensch glaubt,
die Natur sogar schmücken zu müssen.
Dabei sollte er eigentlich längst wissen,
eine intakte Natur braucht keinen leblosen Schmuck.
Oft wird sie verunstaltet ohne jeglichen Druck.

Bei den echten Vögeln wird die Futtersuche langsam schwer.
Sträucher und Bäume zeigen sich kahl und früchteleer. Weiterlesen

Kaum mehr als eine Randerscheinung

Kaum mehr als eine Randerscheinung

Neben den weltgefährdenden Problemen
und denen, die wir im Alltag wahrnehmen,
neben allem, was irgendwie getan werden muss
kommen auch viele bedeutungsarme Dinge
immer hinein in den Lebenerlebnisfluss.
Wie oft ertappe ich mich immer wieder dabei,
dass ich Gegenständen mein Augenmerk verleih,
die mir auf den ersten Blick wenig zu erzählen haben –
Gegenstände ohne besondere Strukturen oder Farben.
Manchmal ist bei solch einer Art des Betrachtens etwas passiert,
dass sich jegliche Unansehnlichkeit plötzlich verliert. Weiterlesen