Metamorphose

Metamorphose

Ein für mich höchst ungewöhnliches Bild –
was hat die Natur hier nur gespielt?
Am Tag zuvor war dieser Ort ganz wasserglatt –
dann fand hier diese Metamorphose statt.
Ich stehe nah an unserem Gartenteich.
Gestern war seine nasse Haut noch superweich.
Der viele Winterregen hat das Gewässer gut gefüllt
Welke Pflanzenreste sind seit Tagen reichlich überspült.
So zeigte der Teich eine makellose Spiegelfläche.
Doch wenn ich heute diesen Ort anspreche,
fehlen mir die Gründe für die raue Transformation.
Der Frost ist schuld, das weiß ich aber schon.
Wasser gefriert wintertags nun mal zu hartem Eis. Weiterlesen

Januarblüten

Januarblüten

Der Januar
ist längst nicht mehr das,
was er früher mal war.
Freute man sich früher
über Frost und Schnee,
ist das, was ich mitten im Winter seh,
fast für diese Zeit viel zu bunt.
Eine zartlila Lenzrose
öffnet gerade ihren Blütenmund.
Andere aus ihrer Verwandtschaft
stehen ebenfalls voll im Saft.
So treffe ich purpurne, violette Blüten,
die mir einen wunderbaren Anblick bieten. Weiterlesen

Vogelfutter

Vogelfutter

Vogelfutter lassen solch rostige Spatzen links liegen.
Wie sie da so rumhocken da kriegen
sie bei Wind und Wetter eine verwitterte Haut,
die hübschhäßlich nach Alterspatina ausschaut.
Die beiden eisernen Gesellen sind lediglich Dekor.
Sie stellen eigentlich gar nichts vor.
Doch der Mensch glaubt,
die Natur sogar schmücken zu müssen.
Dabei sollte er eigentlich längst wissen,
eine intakte Natur braucht keinen leblosen Schmuck.
Oft wird sie verunstaltet ohne jeglichen Druck.

Bei den echten Vögeln wird die Futtersuche langsam schwer.
Sträucher und Bäume zeigen sich kahl und früchteleer. Weiterlesen

Kaum mehr als eine Randerscheinung

Kaum mehr als eine Randerscheinung

Neben den weltgefährdenden Problemen
und denen, die wir im Alltag wahrnehmen,
neben allem, was irgendwie getan werden muss
kommen auch viele bedeutungsarme Dinge
immer hinein in den Lebenerlebnisfluss.
Wie oft ertappe ich mich immer wieder dabei,
dass ich Gegenständen mein Augenmerk verleih,
die mir auf den ersten Blick wenig zu erzählen haben –
Gegenstände ohne besondere Strukturen oder Farben.
Manchmal ist bei solch einer Art des Betrachtens etwas passiert,
dass sich jegliche Unansehnlichkeit plötzlich verliert. Weiterlesen

Letzte Liebe

Letzte Liebe

Gut eine Woche ist es her
da schien des Sommers Wiederkehr.
Flauschig weich die warmen Lüfte
Manch Herz noch einmal kräftig hüpfte,
weil die Sonnenstrahlen Hitze brachten.
Die blutroten Heidelibellen dachten:
Dieses ist die letzte Gelegenheit
für ganz intime Zweisamkeit.
Zu Mittag sah ich Hochzeitsflüge
im Minutentakt – wenn ich nicht lüge.
Die Weibchen tupften dann die Eier
zwischen Seerosenblättern in den Weiher. Weiterlesen

Ein Überlebender

Ein Überlebender

Nach den Sommerferien wartet bereits erstes Weihnachtsgebäck
in den Regalen aller Discounter – für viele ein Schreck.
Im frühen Herbst mehren sich dann die festlichen Produkte,
auf die man früher erst in der Adventszeit verführerisch guckte.
Ist dann am Weihnachtsfest endlich das Christkind geboren,
haben wohl sehr viele den Appetit auf Spekulatius längst verloren.
Auch die Blumenindustrie wittert jedes Jahr ihr gutes Geschäft.
Sie schreibt sich schon Monate im voraus die Vermarktung ins Heft.
In jedem Haushalt sollen wieder prächtige Weihnachtssterne stehen.
Da muss man rechtzeitig in die millionenfache Produktion gehen.
Nach Weihnachten oder im frühen neuen Jahr wird der Stern Müll.
Das ist und bleibt für den Blumenhandel auch immer sein Ziel.
Der Weihnachtsstern selbst würde gern weitere Feste erleben.
Nur dazu muss der Käufer ihm aber auch eine ehrliche Chance geben. Weiterlesen

Gerbera

Gerbera

Früher fand ich diese Blumen fast zu schön,
um wahr zu sein.
Ihr Aussehen war einfach zu edel, zu fein.
Gerberen wurden gern zu Anlässen verschenkt –
oft mit Glückwunschzeilen drangehängt.
Ich liebte eher die wilden Blumen am Wiesenrain –
die sollten, frisch gepflückt, in die Vasen hinein.

Später erfuhr ich noch mehr über Gerberenpflanzen.
Das schliff noch weiter die scharfen Lanzen,
die ich gegen käuflichen Blumenschmuck trieb.
Etwas von alldem bis heute noch blieb.
Gerberen wird oft der Boden entzogen.
Aus Nährlösungen wird ihr Wachstum gesogen.
Erdiger Kontakt wird peinlichst vermieden –
aus hygienischen Gründen wohl entschieden.
Da der Stängel zu schwach, die Blüten zu halten,
muss ein starker Draht seines Amtes walten. Weiterlesen