Gerhard Laukötter's Blog

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Tote Blüten Unterm Birnbaum regnet es beträchtlich. Ein schwacher Windhauch wirkt so mächtig, dass tote Blütenstiele brechen – wie brauner Schnee sind all die Flächen, wo tagelang hier Leichen fallen. Doch dieses Schicksal droht nicht allen. Vielleicht eine aus tausend ist befruchtet Ihr Blütenbauch scheint rund gebuchtet. Da wächst nun eine kleine Frucht. Die Biene hat sie gut besucht. Was hat der Birnbaum toll geblüht! Die ganze Krone grell geglüht vor lauter… Weiterlesen

Uralt Verdörrtes Im Küchenkeller gut versteckt ziemlich spinnwebenstaubverdreckt da stand ein Glas, das war randvoll und Trockenobst wohl speichern soll. Es waren Äpfel, die vor Jahren als Scheibchen heiße Luft erfahren. Trocken verdörrt wurden Apfelsorten, die lecker waren auf Sonntagstorten, die gelagert zahlreich kühl in Kisten im Winter kaum Geschmack vermissten. Ein Teil vom Boskoop, Gravensteiner wurde getrocknet klein und kleiner. Am Ende blieben dünne Scheiben, die runzlig dann in Gläsern bleiben.

Kinderreich Frosch, Libelle, Wasserfloh – fertig ist der Tümpelzoo. Nur wenig Wasser reicht schon aus fürs fröhlich feuchte Freudenhaus. Mit warmer Sonne reich beschienen das lockt die Mücken, Wasserbienen. Bald auf dem Wasser herrlich tanzen die jungverliebten Wasserwanzen. Den Grasfrosch drückt schon früh die Lust. im Februar nimmt er zur Brust sich seine Fröschin hier am Teich und flirtet bis zum ersten Laich. Auch Molche spielen Kavaliere zur Hochzeit lasterhafte Tiere. Mit… Weiterlesen

Frühlingsanfang Heute am zwanzigsten des März ist Frühlingsanfang und kein Scherz. Ich mach die Tür zum Garten offen und will auf gute Laune hoffen. Narzissen sind zart weiß bereift Krokusse starr, weil Frost sie kneift, dass sie die Blüten geschlossen halten. Sie wollen sich heut kaum entfalten. Das Gras knirscht hart vom feinen Eis – die Vogelstimmen fern und leis. Am Gartenteich spiegelt sich Licht, das sich im Eis ganz zackig bricht…. Weiterlesen

Mangoldreif Nicht viel Gemüse überlebt, wenn Frost sein Eis im Winter webt. Den Sellerie kneift Kälte kaum. Für Melde ist längs aus der Traum. Der Grünkohl zeigt sich frisch im Blatt. Ihn macht der Winter selten matt. Was mich schon wundert, ist der Mangold – eine Pflanze blieb, eher ungewollt, im Beete stehen einsam verwaist. Jetzt war ihr Outfit kühl vereist. Die letzte Nacht brachte viel Reif. Der Boden fror im Froste… Weiterlesen

Nebulöses Von Erlenhänden eingefasst hält sich versteckt der kleine Weiher. Als leichteste von aller Last schwebt über ihm ein Nebelschleier – weich über schwarze Spiegelhaut. Wo feuchte Dünste flauschig küssen, solange bis es Wasser taut, wo Spinnenfäden lange wissen, wie Tröpfchen hängen perlgesäumt, da kann Natur verweilen. Im fahlen Morgenschwaden klebt manch nachtgekühlter Wassergruß. Verschlafener Binsen wirkt verträumt. Beträufelt schwimmt die Wassernuss.

Körnerfresser Jeden Tag meist zur gleichen Zeit mach ich mich wieder zum Füttern bereit. Der Hühnerstall liegt ein paar Schritte vom Haus. Ich laufe zum Stall immer nur geradeaus. Vom Federvieh werde ich gackernd empfangen Denn da werd ich ins Kornfass tief hinein langen, um dann Getreide weit zu verstreuen. Hastiges Picken wird mich dann wohl erfreuen. Da kein Mangel herrscht, fehlt jeder Futterneid. Alle Hühner fressen voller Zufriedenheit. Doch da sind… Weiterlesen

Nur Schnee von gestern Das sieht schon ziemlich affig aus: Ein Schimpanse weiß im Morgenschnee Doch diesen kleinen Augenschmaus ich längst schon nicht mehr vor mir seh. Fast so schnell, wie er zu Boden sank schmolz der Schnee auch wieder fort. Der Winterepisode gebührt mein Dank für diesen so zartweißen Ort. Ein paar Stunden zeigt sich hier Idylle ein Wintermantel gerad für einen Tag. Da kommt schon etwas Vorfreudestille, die ich zur… Weiterlesen

Hirschzungenvermehrung Unter vielen großen Bäumen, die das Wachstum sichtlich zäumen, liegt ein Schattenreich der Pflanzen. Viele Farne haben Chancen ihre Blätter zu entfalten und die Schicht hier zu gestalten. Mancher Farn wird fast zur Plage. Denn sein Dickichtwuchsgehabe macht den Wald zum Sperrgebiet. Kaum einer noch Wege zieht. Blüten kennen Farne nicht. Ihr Geheimnis kommt ans Licht, wenn wir ihre Blätter drehen und auf braune Massen sehen.

Erdsterne Zu den Himmelsternen kann ich nicht einfach greifen Doch hinten im fernen Garten da reifen seit Wochen nicht wenige Erdsterne heran. Diese Bauchpilze ziehen mein Interesse an. In klaren Nächten hoch oben unendlich weit funkeln viele Sterne fast wohl eine Ewigkeit. Ihre Herkunft kann ich kaum richtig deuten. Das überlass ich lieber forschenden Leuten. Ganz anders zeigt sich mir da schon die Bodenwelt. Ein Erdstern gerade in seinem Gewebe zerfällt. In… Weiterlesen