Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

Letzte Liebe Gut eine Woche ist es her da schien des Sommers Wiederkehr. Flauschig weich die warmen Lüfte Manch Herz noch einmal kräftig hüpfte, weil die Sonnenstrahlen Hitze brachten. Die blutroten Heidelibellen dachten: Dieses ist die letzte Gelegenheit für ganz intime Zweisamkeit. Zu Mittag sah ich Hochzeitsflüge im Minutentakt – wenn ich nicht lüge. Die Weibchen tupften dann die Eier zwischen Seerosenblättern in den Weiher.

Hochzeitsfoto Zwei Wochen ist es in etwa her- seitdem ist der Froschfrauenbauch eierleer. Der Froschmann hat den heißen Junitag gefühlvoll genossen. Zu Paarung hat er sein ganzes „Pulver“ dann aber verschossen. Der Hochzeitstag war laut – nicht nur dieses Paar hat gefreit. Im ganzen Gartenteich hörte man bis zur Abendzeit inbrünstiges Gequake aus so vielen Kehlen. Ich konnte die Bräutigame kaum noch zählen. Von diesen beiden habe ich ein Hochzeitsfoto gemacht. Das… Weiterlesen

Filipendula – der zarte Duft des frühen Sommers Als würde der Holunder noch einmal blühen – ein feinsüßer Duft schwebt um mich her. Die letzte Junisonne beginnt zu glühen. Die Schritte macht das ziemlich schwer. Stolz steht das Mädesüß am Gartenteich, reckt sein Blühwerk hoch gen blauen Himmel. Das milde Weiß strahlt vornehm bleich – alle Rispen voll Gewimmel. Filipendula lädt heut köstlich ein. Ihr Duft lockt reichlich Gäste.

Schlangensonnenbad Wann habe ich eigentlich die letzte Schlange gesehen? Da muss ich schon weit zurück in Erinnerungen gehen. Waren es zehn oder zwanzig Jahre – da hatte ich kaum graue Haare – als ich an einem so warmen Sommertag mit meinen Augen vor einer Otter oder doch einer Natter lag. Meine Begegnungen mit Schlangen sind alle viele Jahre zurückgegangen. In den heimatlichen Naturkulissen, dass sollte ich inzwischen wissen, kommen die beinlosen Tiere… Weiterlesen

Silberblätter Der Morgen ist sehr jung und Sonne steht noch tief in dieser Dämmerung bleibt Licht so flach und schief. Die neuen Seerosenblätter tauchen vom Grund her auf. Das milde Frühlingswetter beschleunigt den Verlauf. Weinrot zeigen sich Teller, sie schwimmen auf der Haut. Wird es nun immer heller, das Blatt bald grün ausschaut. Heute zur frühen Zeit erscheinen Silberspiegel.

Geknickt Was mein Auge im Schnee erblickt, ragt einsam aus dem Teich – total geknickt. Ich ahne kaum, was es mal war. Doch spätes Schicksal kommt mir nah. Stolze Blätter im prallsten Grün gab es im Mai wohl hier zu sehen. Doch lang vorbei sind Wonnezeiten – der Rest so leer von Eitelkeiten. Im späten Sommer ging es los, war einstige Stärke nicht mehr groß. Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite… Weiterlesen

Ewig eisfrei Januarkälte friert uns ein. Jetzt nützt nicht mal der Sonnenschein, um Wasser flüssig zu erhalten Die ganze Umwelt will erkalten. Der Teich im Garten spiegelt blank Die Frösche ruhen gottseidank im tiefen Schlick am Bodengrund und bleiben ruhend so gesund. Das Regenfass erstarrt von Tag zu Tag, so lang das Eis zu wachsen mag. Der Wasserhahn, der so oft lief, ist abgesperrt und inaktiv.

Die Wanne ist voll… Die Wanne ist voll mit frischem dünnen Eis. Früher war sie mal warm, manchmal sogar heiß. Als Kind wurde ich in die Wanne gesteckt. Trübes Wasser bald nach Kernseife schmeckt. Ein Badezimmer gab es damals noch nicht. Doch sauber wurde am Ende der Wicht. Später war die Zinkwanne lange arbeitslos. Wir Kinder erwachsen – für die Wanne zu groß. Für die Wäsche gab es längst Elektromaschinen. Da brauchten… Weiterlesen

Nachtfrostkunst Das erste Eis fror über Nacht hat Willkürkunst schön mitgebracht: zwei Millimeter starke Wasserhaut, die wie ein Zauberwerk ausschaut. Wo Binsenhalme lustlos ragen, bekommen sie starrharte Kragen. Wie Sternenstrahlen blinkt es hell. Sonnenlicht verspiegelt grell. Neben all den spitzen Schwertgestalten möchte auch Zarthäutiges walten.

Libellenende Vorige Woche da flogen sie noch beschwingt voller Lust am Teichhimmel hoch. Ihre Flugkreise waren voller wildem Elan. Für Nachkommenschaft wurde reichlich getan. Als ich diese Tiere in der Luft jagen sah, da wusste ich gleichwohl: Ihr Ende ist nah. Auch wenn sie heute vor Leben nur so sprühen, wird solch ein Tag wohl nicht mehr ihnen blühen. Das Wetter fand doch dann zu seinem Herbst zurück. Jäh endet in Kälte… Weiterlesen