Gerhard Laukötter's Blog

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Silberblätter Der Morgen ist sehr jung und Sonne steht noch tief in dieser Dämmerung bleibt Licht so flach und schief. Die neuen Seerosenblätter tauchen vom Grund her auf. Das milde Frühlingswetter beschleunigt den Verlauf. Weinrot zeigen sich Teller, sie schwimmen auf der Haut. Wird es nun immer heller, das Blatt bald grün ausschaut. Heute zur frühen Zeit erscheinen Silberspiegel. Werbeanzeigen

Geknickt Was mein Auge im Schnee erblickt, ragt einsam aus dem Teich – total geknickt. Ich ahne kaum, was es mal war. Doch spätes Schicksal kommt mir nah. Stolze Blätter im prallsten Grün gab es im Mai wohl hier zu sehen. Doch lang vorbei sind Wonnezeiten – der Rest so leer von Eitelkeiten. Im späten Sommer ging es los, war einstige Stärke nicht mehr groß. Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite… Weiterlesen

Ewig eisfrei Januarkälte friert uns ein. Jetzt nützt nicht mal der Sonnenschein, um Wasser flüssig zu erhalten Die ganze Umwelt will erkalten. Der Teich im Garten spiegelt blank Die Frösche ruhen gottseidank im tiefen Schlick am Bodengrund und bleiben ruhend so gesund. Das Regenfass erstarrt von Tag zu Tag, so lang das Eis zu wachsen mag. Der Wasserhahn, der so oft lief, ist abgesperrt und inaktiv.

Die Wanne ist voll… Die Wanne ist voll mit frischem dünnen Eis. Früher war sie mal warm, manchmal sogar heiß. Als Kind wurde ich in die Wanne gesteckt. Trübes Wasser bald nach Kernseife schmeckt. Ein Badezimmer gab es damals noch nicht. Doch sauber wurde am Ende der Wicht. Später war die Zinkwanne lange arbeitslos. Wir Kinder erwachsen – für die Wanne zu groß. Für die Wäsche gab es längst Elektromaschinen. Da brauchten… Weiterlesen

Nachtfrostkunst Das erste Eis fror über Nacht hat Willkürkunst schön mitgebracht: zwei Millimeter starke Wasserhaut, die wie ein Zauberwerk ausschaut. Wo Binsenhalme lustlos ragen, bekommen sie starrharte Kragen. Wie Sternenstrahlen blinkt es hell. Sonnenlicht verspiegelt grell. Neben all den spitzen Schwertgestalten möchte auch Zarthäutiges walten.

Libellenende Vorige Woche da flogen sie noch beschwingt voller Lust am Teichhimmel hoch. Ihre Flugkreise waren voller wildem Elan. Für Nachkommenschaft wurde reichlich getan. Als ich diese Tiere in der Luft jagen sah, da wusste ich gleichwohl: Ihr Ende ist nah. Auch wenn sie heute vor Leben nur so sprühen, wird solch ein Tag wohl nicht mehr ihnen blühen. Das Wetter fand doch dann zu seinem Herbst zurück. Jäh endet in Kälte… Weiterlesen

Wenn das Hechtkraut blüht Wenn das Hechtkraut blüht, im Gartensommer Herbstliches heranzieht. Am Teich schwindet die Zahl der Seerosensonnen Jeden Tag werden immer mehr Netze gesponnen. Von den Bäumen fällt jetzt schon das erste Laub Bienen finden immer weniger Blütenstaub. Johannisbeeren funkeln seit Tagen rot. Der Amselmagen kennt daher keinerlei Not. Die Vögel mögen kaum noch Kirschen fressen. Diese bleiben am Baum fast wie vergessen. Das tägliche Froschkonzert wird öfter abgesagt. Das… Weiterlesen

Wasserträume Glitzernd, spiegelnd wellig kräuselnd liegt der Teich in grünem Grund. Warmer Wind an Blättern säuselnd Wasser riecht aus seinem Mund. Auf der alten Bank da sitze ich und träume vor mich her. Sehe auf der Binsenspitze der Libellen Wiederkehr. Runden fliegend, flatternd, kreisend Flügel blinken sonnig hell – cyanblau gefärbte Reisen mal fast schwebend dann sehr schnell. Aus dem Wasser taucht die Spitze einer Schnauze etwas auf.

Zwei (bis drei) Welten Die Sonne lacht warm in den Teich. Es blinken Wasserlichter. Seerosenblätter tellergleich verschwimmen immer dichter Die Oberfläche von dem Blatt wird strahlend hell bebrütet. Sie lockt den Frosch zum Sonnenbad, der so den Tag vergütet. Libellen himmlischblau geschmückt verkrümmen ihre Bäuche, bis dass das letzte Ei entrückt gebären ihre Schläuche.

Total verwanzt Auf dem Wasser kreisend tanzen sehr geschickt die Wasserwanzen. Teich- und Wasserläufer flitzen, ohne Wasser zu verspritzen. Füße sind perfekt gebaut für des Tümpels Wasserhaut. Kurz zum Luftholen tauchen immer oben auf die Rückenschwimmer. Ihre großen, roten Augen effektiv zum Jagen taugen. Manchem wurde zum Verhängnis Notonectas scharfer Biss. Schwimmwanzen sind fast noch frecher Gelten als fiesböse Stecher. In der Gruppe attackieren, heißt für Opfer schon verlieren.