Gerhard Laukötter's Blog

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Ein Kirschenblatt Ein Kirschenblatt liegt platt im Gartenteich. Sogleich kommen Schnecken aus allen Ecken raspeln mit scharfer Zunge das nicht mehr ganz so junge Teil vom Kirschengeäst ein Schlemmerfest für Schlamm- und Tellerschnecke. Auf der Kirschblattdecke liegt überall Kot: Zeichen fehlender Hungersnot. Vom Blatt wird nicht viel bleiben durch Einverleiben. Viele Tiere fressen gern beim Falllaubessen. Alles Gewebe, alle Haut werden verdaut. Advertisements

Abschlussball Der Ballsaal wird prachtvoll erleuchtet. Vögel musizieren vom Rande her. Morgendunst hat Schilf befeuchtet. Die Sonne schlürft die Tropfen leer. Wo aufgespielt, da will man tanzen Ein Mückenschwarm hüpft auf und ab. Auf wenn verwelkt, vergilbt die Pflanzen kommt jetzt die Laune bald auf Trab. Die Wasserjungfern, die Libellen stürmen liebestoll nun das Parkett. Über den an sich ruhigen Wellen wird Rendezvous bald ziemlich nett. In wilden Kurven, steilen Stürzen jagt… Weiterlesen

Ein später Sommergruß Ein Sonntagswetter wie im Buche treibt mich heraus bald auf der Suche nach etwas, was die Seele küsst nach schönem Flair, das ich vermisst. So herbstlich waren letzte Tage frühmorgens stets eine neue Lage von welkem Laub breit ausgestreut – was meine Sinne wenig freut. Zwei Tage ist der Herbst nun alt. Nächtlicher Tau macht Gräser kalt. Natur schläft länger, steht später auf. Kürzer wird der Tageslauf. Mich zieht… Weiterlesen

Seerosenrot Jeden Tag mehrt sich die Blütenzahl der Seerosen – beim ersten Sonnenstrahl da öffnen sich prachtvolle Kronenblätter Staubfadenbeutel zeigen sich erst später, wenn der Tag erstrahlt im hellsten Mittagslicht die Wasserrose herrlich uns anspricht. Im Ursprunge war Nymphaea blütenweiß Die Krone schmückte schön ein großer Kreis von Blütengeschmeide in bräutlicher Zier. Nichts Ebenbürtiges fand sich im Weiher hier. Wenn jede Seerose immer im Weiß erblüht, sich keineswegs um andere Farben je… Weiterlesen

Ist ein Frosch eigentlich schön? Im launigen April tauchen die meisten wieder auf. Ab Mai haben sie ihren unüberhörbaren Lauf. Zum Oktober hin sind sie erst mal wieder weg. Tief unten im Schlamm liegt ihr dunkles Versteck. Grünfrösche werden diese Kreaturen genannt Sind neben den braunen im Land gut bekannt. Wenn die Sonne den Teich kräftig bescheint, sind bald viele Anbeter am Ufer vereint. Heut hab ich Rana esculenta badend entdeckt und… Weiterlesen

Libellenliebesglück Gestern da war ein wärmster Sommermai. Die Sonntagssonne machte viel Liebe frei. Hinten im Garten dröhnte ein Froschkonzert Krächzen und Quaken zwischen Sumpflilienschwert. Ich ließ mich berauschen von den urigen Tönen. Der herrliche Tag wollte mich üppig verwöhnen. Dann sah ich den Vierfleck über das Wasser jagen so heftig wie nie an solch schönen Tagen. Die Männer sie schnappten im Flug ihre Bräute. So, wie das aussah, war Hochzeitstag heute. Als… Weiterlesen

morning has frozen … Viel Nebelgrau musste verschwinden. Das Februarlicht wollte kaum finden in diesen kaltgeborenen Tag. Schneegriesel in den Lüften lag. Dem wintermüden Gartenteich hatte der Frost im Kältestreich ein gläsern Gewand dünn aufgelegt. Dort, wo ein Rest vom Stängel steht, da schießen Sternenstrahlen weit schmücken bizarr das Eiseskleid. All das, was aus dem Wasser schaut, wird von der Frosthaut zart umbaut. Das sonst so glatte Teichgesicht kämpft morgendlich mit Schwerterschicht,… Weiterlesen

Der Teich steht still Der Teich steht still – ob ich das will oder auch nicht – schwindendes Licht schläfert die Lebensfreude ein. Es reift der Wein tief ins rubinenhafte Rot Der Herbst sucht sich sein Lot. Meine Frösche gehen auf Tauchstation. An Sommerresttagen kommen sie noch schon ins goldene Sonnenspiel zurück – genießen gern so spätes Glück. Mosaikjungfern haben fast ausgetanzt. Wer sich bis dato nicht fortgepflanzt, wird die Zukunftstür hinter… Weiterlesen

Hechtkraut – made in USA Mit zartblauen Lippen hübsch anzusehen imponiert Hechtkraut zur Zeit besonders schön. Seit ein paar Jahren ziert es auch unseren Teich. Hat es zu tun mit den Hechten und Laich? Vor ein paar Jahren wurde es uns geschenkt. Es wuchs dort so üppig und eingeengt. In unserem Teich war kaum ein Platz noch frei. Alles wächst um die Wette und das schon seit Mai. Zwischen Hahnenfuß, Schwertlilien, Fieberklee… Weiterlesen

Aus der Haut gefahren Aus der Haut gefahren ist diese Libelle – zurückgeblieben eine gläserne Pelle. Zwei Jahre hat sie auf der Lauer gesessen heimtückisch Ahnungslose aufgefressen. Zugegeben gute Augen – davon hat sie genug. Vieltausendfach zusammengesetzt – das ist klug. Mit diesem scharfen Unterwasserblick beißt sie der Beute fehlversuchslos ins Genick. Libellenlarven kennen nur den Raubtierjob Doch in dieser finsteren Branche sind sie top. In mörderischer Geduld liegt ihre Kraft Bösewichter… Weiterlesen