Gerhard Laukötter's Blog

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Frühlingsanfang Heute am zwanzigsten des März ist Frühlingsanfang und kein Scherz. Ich mach die Tür zum Garten offen und will auf gute Laune hoffen. Narzissen sind zart weiß bereift Krokusse starr, weil Frost sie kneift, dass sie die Blüten geschlossen halten. Sie wollen sich heut kaum entfalten. Das Gras knirscht hart vom feinen Eis – die Vogelstimmen fern und leis. Am Gartenteich spiegelt sich Licht, das sich im Eis ganz zackig bricht…. Weiterlesen

Gelbrand Von unten taucht zur Wasserhaut ein Käfer plötzlich hoch. Sein Hintern grad zur Luft raus schaut atmend verweilt er noch. Dann schießt er rudernd zum Abgrund versteckt sich nah am Stiel. Er putzt sich Fühler und den Mund vor seinem Angriffsspiel. So lauert er am stillen Ort- wartend auf fette Beute. Und seine Tat zum nächsten Mord erleben wir noch heute. Die Quappe kault recht ahnungslos will ein paar Algen essen.

Frühlingserwachen Das Wintereis schmilzt weich dahin an letzten Februartagen. Jetzt wandelt sich der Vögel Sinn verliebt beginnt das Jagen. Schneeglöckchen läuten blütenweiß schon lang den Frühling ein. Krokusse sprießen bunt im Kreis. Ein Käfer sonnt am Stein. Wenn milder Regen Nächte nässt, beginnt das große Wandern. Der Grasfrosch sein Versteck verlässt stößt hüpfend auf die andern.

Lauwarmer Regen Lauwarmer Regen bricht nun das Eis. Ein Amselmann probt sein Singen. Vom Wind bläst Bö durchs Haselreis, um Pollen weit zu bringen. Die Erde lässt den Winterkrampf vom Froste langsam weichen. Die Kröten voller Liebeskampf den Tümpel bald erreichen. Manch Maulwurf gräbt so richtig los. Er schaufelt schönste Haufen. Die Frühlingsfreude wächst so groß, seit Frösche buhlend raufen.

Ein Kirschenblatt Ein Kirschenblatt liegt platt im Gartenteich. Sogleich kommen Schnecken aus allen Ecken raspeln mit scharfer Zunge das nicht mehr ganz so junge Teil vom Kirschengeäst ein Schlemmerfest für Schlamm- und Tellerschnecke. Auf der Kirschblattdecke liegt überall Kot: Zeichen fehlender Hungersnot. Vom Blatt wird nicht viel bleiben durch Einverleiben. Viele Tiere fressen gern beim Falllaubessen. Alles Gewebe, alle Haut werden verdaut.

Abschlussball Der Ballsaal wird prachtvoll erleuchtet. Vögel musizieren vom Rande her. Morgendunst hat Schilf befeuchtet. Die Sonne schlürft die Tropfen leer. Wo aufgespielt, da will man tanzen Ein Mückenschwarm hüpft auf und ab. Auf wenn verwelkt, vergilbt die Pflanzen kommt jetzt die Laune bald auf Trab. Die Wasserjungfern, die Libellen stürmen liebestoll nun das Parkett. Über den an sich ruhigen Wellen wird Rendezvous bald ziemlich nett. In wilden Kurven, steilen Stürzen jagt… Weiterlesen

Ein später Sommergruß Ein Sonntagswetter wie im Buche treibt mich heraus bald auf der Suche nach etwas, was die Seele küsst nach schönem Flair, das ich vermisst. So herbstlich waren letzte Tage frühmorgens stets eine neue Lage von welkem Laub breit ausgestreut – was meine Sinne wenig freut. Zwei Tage ist der Herbst nun alt. Nächtlicher Tau macht Gräser kalt. Natur schläft länger, steht später auf. Kürzer wird der Tageslauf. Mich zieht… Weiterlesen

Seerosenrot Jeden Tag mehrt sich die Blütenzahl der Seerosen – beim ersten Sonnenstrahl da öffnen sich prachtvolle Kronenblätter Staubfadenbeutel zeigen sich erst später, wenn der Tag erstrahlt im hellsten Mittagslicht die Wasserrose herrlich uns anspricht. Im Ursprunge war Nymphaea blütenweiß Die Krone schmückte schön ein großer Kreis von Blütengeschmeide in bräutlicher Zier. Nichts Ebenbürtiges fand sich im Weiher hier. Wenn jede Seerose immer im Weiß erblüht, sich keineswegs um andere Farben je… Weiterlesen

Ist ein Frosch eigentlich schön? Im launigen April tauchen die meisten wieder auf. Ab Mai haben sie ihren unüberhörbaren Lauf. Zum Oktober hin sind sie erst mal wieder weg. Tief unten im Schlamm liegt ihr dunkles Versteck. Grünfrösche werden diese Kreaturen genannt Sind neben den braunen im Land gut bekannt. Wenn die Sonne den Teich kräftig bescheint, sind bald viele Anbeter am Ufer vereint. Heut hab ich Rana esculenta badend entdeckt und… Weiterlesen

Libellenliebesglück Gestern da war ein wärmster Sommermai. Die Sonntagssonne machte viel Liebe frei. Hinten im Garten dröhnte ein Froschkonzert Krächzen und Quaken zwischen Sumpflilienschwert. Ich ließ mich berauschen von den urigen Tönen. Der herrliche Tag wollte mich üppig verwöhnen. Dann sah ich den Vierfleck über das Wasser jagen so heftig wie nie an solch schönen Tagen. Die Männer sie schnappten im Flug ihre Bräute. So, wie das aussah, war Hochzeitstag heute. Als… Weiterlesen