Vor dem Erblühen

Vor dem Erblühen

Manchmal dauert es schon Tage,
manchmal doch nur Stunden
dann haben Blüten ihr Gesicht gefunden.
Wenn grüne Knospenhüllen brechen,
öffnet sich Münder fast zum Sprechen.
Verborgenes kommt zögerlich ans Licht
Mein Auge in die Tiefe sticht.
Das Blütenkleid ist noch gefaltet.
Mein Blick sich in die Teile spaltet,
die diese Blume mir grad gewährt.
Der Rest bleibt züchtig noch versperrt.
Geheimnisvoll und doch schon offen
lässt die Kuhschelle vieles hoffen. Weiterlesen

Wie eines in dem anderen steckt

Wie eines in dem anderen steckt

Wie eines in dem anderen steckt,
das weckt
Neugierde beim Betrachten.
Messerschnitte machten
den Blick aufs Innere so frei
eigentlich ganz nebenbei.
Jetzt sah ich plötzlich Dinge
wie Porreeblätterringe,
die sich so schön umgreifen,
wenn sie im Herbst nun reifen.
Ganz ähnlich bei der Zwiebel:
sie legt enorm penibel
ihre Schalen dicht an dicht
bis zu der siebten Schicht. Weiterlesen

Ein Schlüssel

SchlüsselEin Schlüssel

Vor mir liegt dieser Schlüssel stumm.
Ich fand ihn kürzlich tief im Kram.
Er machte mich eigentlich dumm,
warum ich ihn wohl zu mir nahm.
Das Stück erscheint mir sehr betagt
Mit seinem doppelten Barte.
Ein wenig Eisen wird befragt –
auf Antwort ich noch warte.
Zu diesem Schlüssel gab`s ein Schloss.
Dies sollte was beschützen.
War es ein Zugang etwa bloß?
Sollt es dem Reichtum nützen?
Dass gutes Geld und wertes Gold
vor Dieben sicher waren –
dass niemand sich hier etwas holt,
von all den kostbar Waren.
Von allem blieb der Schlüssel nur.
Das Schloss und auch der Raum
Davon fehlt mir heute jede Spur.
Entschlüsselung gibt`s kaum.
Warum müssen wir so viel verschließen –
Wo Offenheit gefordert wird? Weiterlesen