Zur Ewigkeit erstarrt

Zur Ewigkeit erstarrt

Selten habe ich eine derart lebendige Felswand gesehen.
Ein Vulkan musste bersten – wie auf Madeira geschehen.
Millionen Jahre sind seither verstrichen.
Das Gestein ist nur wenig in seiner Farbigkeit verblichen.
Kein Grashalm, kein Mooskissen, kein Flechtenbart
kann ich aus der Ferne erkennen
– der Fels scheint zu hart.
Selbst der raue Wind und die tosende Gischt
haben keine Weichheit in die Steilwand gewischt.
Wie hat an dieser Stelle damals die Lava nur pulsiert –
drei Schlote aus der Tiefe das Relief nun verziert.
Was damals glühend, heißere wie flüssiger Stahl,
steht seitdem erstarrt als Naturdenkmal. Weiterlesen

Voller Flecken

p1170323Voller Flecken

Flecken
zu entdecken
bringt oft Schrecken:
denn sie erwecken
den Eindruck fehlender Pflege.
Sind die sichtbaren Belege.
Hier ist nicht mehr alles rein
wie auf diesem Stein.
Orange, schwarz oder fast weiß –
die Sonne strahlt ziemlich heiß –
auf diesen kalkigen Brocken,
auf dem die Flecken hocken.
Es fehlt nicht an Reinlichkeit.
Jeder Flecken lebt Lebendigkeit.
Krustige Flechten wohnen
in eher zufälligen Zonen
auf der Wetterseite im Licht
und regen sich nicht.
Ganz langsam wächst jedes Gebilde.
entbehrt das Wilde,
sein Wachstum irgendwie spontan
fängt im Flecken an. Weiterlesen

Wie aus dem Nichts

p1160803Wie aus dem Nichts

Eine kleine Insel mir zu Füßen
will mich zum ersten Mal begrüßen.
In der zweiten Woche vom Advent
auf Comino Wundersames brennt.
Das Eiland ist fast gänzlich hart.
Die Welt hat nicht am Stein gespart.
Ein Felsenmeer mit steilen Riffen
und viel Geröll mit inbegriffen.
Ganz zwergenhaft gedeiht Bewuchs.
Kaninchen gibt’s – doch keinen Fuchs.
Soweit das Auge Blicke lenkt,
kein Baum hier wohl ans Wachsen denkt.
Obwohl auch hier der Winter weilt,
finde ich bunte Heiterkeit. Weiterlesen