In den Teich gesetzt

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In den Teich gesetzt

Sag mir, wo die Teiche sind?
Wo sind sie geblieben?
Früher spielte ich als Kind
dort mit alten Sieben.

Sag mir, wo die Tümpel sind?
Wo sind sie geblieben?
Wenn ich heut die Stellen find,
sind Häuser drauf geschrieben.

Sag mir, wo die Weiher sind?
Wo sind sie geblieben?
Grast seitdem so manches Rind
auf drainierten Wiesen. Weiterlesen

Ein Bach

Werther QuelleEin Bach

Ein Bach
wird aus der Tiefe wach.
Aus irdenem Schoß
Wasser abfloss –
die offene Stelle
eine Quelle.
Kalt und klar
seit 10 000 Jahr
rinnt ein magerer Strahl
stetig ins Tal.
Aus der Unterwelt
da hält
sich kaum ein Tier
im ersten Lichte hier.
Wer hier lebt
am Moos oder Steine klebt,
ist mit Wenigem zufrieden.
Kieselalgen werden abgerieben.
Ein morsches Blatt wird verdaut,
Totholz zerkaut.
Die Lebensraumstube
ist oft eine kühle Wassergrube
ausgewaschen aus dem Stein
aber ungemein rein. Weiterlesen

Altarmer Gesang

LipperöhrichtAltarmer Gesang

Von dem Flusse längst verlassen
liegt ein Altarm träge hier.
Schilfröhricht in dichten Massen
schafft ein schirmendes Spalier.

Doch ich will das Wasser sehen,
wie es spiegelt Sonnenlicht.
Muss wohl Trampelpfade gehen,
mancher Halm dabei zerbricht.

Plötzlich hör ich lautes Singen
Vogellied in reinster Kunst.
Diese Töne herrlich schwingen
wie vom Schicksal eine Gunst. Weiterlesen

Herbstteich

Herbstteich

Vernebelt liegt in düstergrauen Schleiern
Der schwarze Teich ganz nah am Waldesrand.
Manch braunvergilbtes Blatt hängt ziemlich bleiern,
seit Morgentau die alte Haut bespannt.

Nur zögernd lösen sich die feuchten Schwaden,
bis Sonnenlicht bricht schwach und fahl hindurch.
Ein zarter allzu langer Spinnenfaden
zerreißt im Sprung vom allerletzten Lurch.

Bis Mittag steigen mild die Wärmegrade.
Sie bringen Großlibellen noch einmal in Schwung.
Ihr Abschiedsgruß ist schön doch jammerschade.
Im reifen Herbst wird kaum noch etwas jung. Weiterlesen