Steinfliege

Steinfliege

Was sind eigentlich Steinfliegen?
Solche, die versteinert so vor mir liegen?
Solche, die am Bachufer fliegen?
Oder solche, die dort im Sommer warme Füße kriegen?
Allen ist doch eines gemein
ihre Nähe zum Stein.
Die kleine Fliege im Stein ist uralt.
Ihre Hämolymphe seit langem kalt.
Dass solch ein zartes flügeliges Insekt
auf einmal für immer im Steine steckt,
das ist schon eine besondere Geschichte,
über die ich hier berichte. Weiterlesen

Nahezu unberührte Gewässergüte

Nahezu unberührte Gewässergüte

Ein Eifelbach nicht namenlos
der wurde im Betrachten groß.
Ich stand am Sonntag am Uferrand
und machte mich mit ihm bekannt.
Was mir als erstes gut gefiel,
das war sein schönes Wellenspiel.
Bachwasser floss ins Tal hinab
und jeder Stein im Fließen gab
dem Strömen seine eigene Welle.
Nirgendwo gab es eine gleiche Stelle.
Das Foto, das ich dort gemacht ,
hat mir noch mehr Kenntnisse gebracht. Weiterlesen

Brauchen Steine für die Beine

EifelbachBrauchen Steine für die Beine

Von weither schallt`s wie Rauschmusik.
Noch eh ich ihn zu sehen krieg,
da weiß ich, bald steh ich am Bach.
Sein Wasserlied macht mich hellwach.
Erst milde Ströme züchtig quellen,
dann türmen höher sich bald Wellen.
Sie hüpfen über Stock und Stein –
wollen dabei nur flüchtig sein.
Wird Moosgestalt eilig durchflossen,
dann zappeln lustig deren Sprossen.
Schießt über Quader Wasserstrahl,
kommt unser Bach dort tief zu Fall.
Von Tieren ist kaum was zu sehen,
weil sie auf Tageslicht nicht stehen.
Doch wie ich einen Stein mal wende,
erschrecken fast dabei die Hände.
Die Unterseite ist gut bewohnt,
so dass das Schauen sich echt lohnt. Weiterlesen

Doppelschwänzige Aderhafte

EpeorusDoppelschwänzige Aderhafte

Der starke Bach, der flotte Berglandfluss
Wasserbewegung hält sie gut in Schuss.
Die kühle Welle sauerstofferfüllt
den schweren Stein ständig umspült.
Unter diesem lebt eng angeschmiegt
was später einen Sommertag nur fliegt.
Die doppelschwänzige Aderhafte
sich diesen Lebensraum verschaffte.
Ganz flach gedrückt so eng am Stein
da will die Strömung einmal gnädig sein.
Der wilde Wasserstrom am frischen Ort
reißt sonst Getier, treibt pausenlos es fort.
Die Aderhafte passte sich hier an.
Machte alles flach, so weit sie es nur kann.
Die Augen liegen auf dem Rücken
Die Kiemen an den Stein fast drücken.
Haarsäume lassen Wellen sanfter gleiten,
so wie sie auf den langen Beinen reiten. Weiterlesen

Rur-Futur

RurzuflussRur – Futur

Was wünscht sich wohl ein Fluss die Rur
Nach so viel tausend Jahren?
Der Mensch gab ihr manch neue Spur –
Was gilt es zu bewahren?
Im Hohen Venn da quillt die Rur
Aus feucht versumpften Stellen.
Ein Wanderer begegnet nur
Mit Vorsicht diesen Quellen.
Die Bachwelt hier im Rurgebiet
Zeugt reichlich frische Arten.
Ob man in Zukunft sie noch sieht,
dass müssen wir abwarten.
Am Anfang lebt die Rur noch wild
Stürzt sich ins Tal berauscht.
Verzaubert schön das Landschaftsbild –
Getier wird stets getauscht.
Im Wald bleibt Wasser sommerkühl
Das freut auch Köcherfliegen.
Ein Strudelwurm mag es nicht schwül.
Will kalt am Steine schmiegen.
Seit langem staut sich Wasser blau
Und Täler sind ertrunken. Weiterlesen

Bachkonzert

BergbachBachkonzert

Dort, wo es aus der Tiefe quillt,
Ein blinder Flohkrebs Hunger stillt.
Die Höhlenassel körperzart
An Sauberkeit so gar nicht spart.
Von dem Besuch im Tageslicht
Sie sich nicht allzu viel verspricht.
Doch trifft sie an dem Quellenort
Den Strudelwurm grad bei dem Mord.
Der hat just seinen großen Schlund –
Einzig allein aus Hungers Grund –
Über den Flohkrebs aufgerissen.
Das ist ein guter Frühstücksbissen.
Die Quellenschnecke kriecht bedächtig
raspelt die scharfe Zunge mächtig. Weiterlesen

Tausend kleine Muscheln

Erbsenmuschel

Tausend kleine Muscheln

In freier Flur von Wald und Feld
Seh manches ich, was kaum gefällt.
Als Wasserfan und Bachgourmet
Ich öfter meine Schritte dreh,
wenn da ein Graben voller Schlamm
ins Blickfeld mir beim Wandern kam.
Kein klares Wasser blank und munter
Sprang hier im Jugendstil herunter.
Vielmehr lag vor mir nur Morast,
in den die Hand nur ungern fasst.
Das alte Blattwerk kaum bewegt
Das hat der Herbstwind reingefegt.
Hinzu kommen noch tote Äste,
Vom greisen Baum das Allerletzte.
Der Wasserlauf so reich bestückt
Mir merklich auf die Stimmung drückt.
Ich folge diesem armen Lauf –
Doch dieser hört in Kürze auf.
Es sind vielleicht nur hundert Meter,
Dass dieses Rinnsal etwas später
Ergießt sich in den Nieringsbach.
Dort wird die Welle endlich wach. Weiterlesen