In den Höhlen

In den Höhlen

Wenn dich eine muntere Quelle
könnt verschlucken ganz und gar,
stürzt du ab in dunkler Welle
tiefen Wassers kalt und klar.
Dort ist alles Licht verloren.
Wasser treibt hier spiegellos.
Hinter vielen dunklen Toren
werden kleine Dinge groß.
Fern vom quicklebendigen Treiben
sind die Höhlen abgerückt.
Länger musst du schon verbleiben,
bis ein Zugang dir wohl glückt.
Ganz von Finsternis umnachtet
wandern Tiere blind und bleich.
Wer den Höhlenkrebs betrachtet,
steht vor einem neuen Reich. Weiterlesen

Vom Eise befreit

Vom Eise befreit

Tief beschneit liegt alles dar.
Reif verzuckert Knospenspitzen.
Schneidend kalt, die Luft klirrt klar.
Frost sticht in die letzten Ritzen.

Alles Leben scheint erfroren.
Mäuse kriegen rote Ohren.
Pflanzen halten strengste Ruh,
denn der Winter deckt sie zu.

Horch, was gurgelt, flüstert leise
unter mächtig starkem Eise
plätschert helle Melodie
klare Töne – hörst du sie? Weiterlesen

Die Saat geht auf

SaatDie Saat geht auf

Es dauert ein paar Tage nur
da bricht der Boden eine Spur
breit schwanger auf.
Ein Samen springt zum Lebenslauf.
Die Nachbarsamen keimen auch.
Ihnen platzt der Schalenbauch.
Heraus sprießt zart ein blasser Spross.
Von Tag zu Tag wird er nun groß.
Die Saat im Beet zieht eine Reihe
Doch auch daneben in der Freie
erscheint ein Blatt im Licht der Welt –
Das war hier keineswegs bestellt.
Das Gartenbeet ist reserviert.
Hier wird die Saat später pikiert.
Nur so viel Pflanzen dürfen leben,
die den Ertrag bestens ergeben.
Der Überschuss vom Samentrieb,
den hat der Gärtner wenig lieb.
Oft wird aber auch so gesät,
dass nur das Nutzbare aufgeht.
Was die Natur an Samen spendet,
wird eigentlich hier nicht verwendet.
Als Bei- und Unkraut deklassiert
der Aufwuchs Lebensrecht verliert. Weiterlesen

Stickstoff

MaisackerStickstoff

Wir müssen Felder gut bestellen.
Dort wachsen unsere Nahrungsquellen.
Kartoffeln, Roggen und der Weizen
Sollen uns mit Energie beheizen.
Auf Weiden grasen Küh und Rinder.
Das ist auf jeden Fall gesünder,
als Schweinemast in großen Ställen,
wo Tiere sich sehr eng gesellen.
Auch Puten, Hähnchen, Suppenhuhn
Haben mit Fleischkonsum zu tun.
Da ganze nennt man Landwirtschaft,
die Qual(n)itäten täglich schafft.
Wer vom Getreide möglichst viel
Zur Reifezeit dann ernten will,
der braucht dazu erst ein Rezept,
welch Dünger seine Flächen peppt.
Der Mais freut sich stets über Gülle
Und dieses gar in satter Fülle.
Getreidesaat, wenn sie gelegt,
findet sich gleich im Düngerbeet. Weiterlesen

Unbefriedigend

Unbefriedigend

Nagelneue Hähnchenzuchtghettos
solche haften
inmitten maisblühender Landschaften.
Was ist nur mit der Landwirtschaft los?
Monokulturen werden verstromt
Getreide wird nicht mehr geschont
Hunger scheint nicht tödlich groß.
Doch wo bleibt
die gute fachliche Praxis bloß?
Seit viel zu vielen Jahren
Können wir über Amtsblätter erfahren,
dass die Qualität
von früh bis spät
im Grundwasserbericht
nicht unseren Wünschen entspricht.
Durch die Böden rauscht viel Nitrat –
Von der Gülle stammt ein Part
Mineraldünger – wenn auch dosiert –
Sich wässrig ins Bodenlose verliert.
Im Grundwasser stofflich endet,
was oben die Krume geschändet.
Der Mais schießt grün und voller Kraft –
Was Wurzelsog dann nicht mehr schafft –
Das sucht sich sickernd seinen Weg
Die Analyse bleibt Beleg,
wie Grundwasser stark eutrophiert
und dabei Qualität verliert.
Nicht befriedigend urteilen Ämter schlicht
Im rot zensierten Grundwasserbericht.
Solch Wasser lässt sich kaum mehr trinken –
Wird faulig leicht – beginnt zu stinken.
Was früher klar im Grunde rein,
ist aufgedüngte Stickstoffpein.
Wann wird das tiefe Wasser gut?
Das Maisfeld schürt nur neue Wut.
Wenn aus der Quelle Sünden fließen,
dann darf das Korn so nicht mehr sprießen.