Im Märzen der Bauer…

ScharbockskrautIm Märzen der Bauer…

Heut wird die Landschaft zugeschissen.
Im Garten blühen die Narzissen.
Der Trecker schleppt den Gülletank.
Er schenkt uns schweinischen Gestank.
Wie schön blüht doch das Lungenkraut,
wär nur die Luft nicht so versaut.
Auch leuchten zart die Märzenbecher.
Wann wird der Ammoniakduft denn schwächer?
Die Gülle fliegt im hohen Bogen,
als Kraniche am Himmel zogen.
Im kurzen Takt rollt braune Flut.
Im Krokusmund lockt Pollenglut.
Die Wiese, die Grün neu entdeckt,
ist flächendeckend kotbefleckt.
Das Scharbockkraut lässt Sonnen strahlen.
Solch Blütengelb kann keiner malen.
Wenn dann der letzte Tank geleert,
der Bauer stolz nach Hause fährt. Weiterlesen

Sperrfristen

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Ach wie ist doch der Herbst so schön.
Jeder kann die Natur noch blühen sehen.
Jetzt wenn vom Baum die letzten Blätter stürzen,
Güllearomen die Martiniluft würzen.
Bis Mitte November darf auf Grünlandflächen
die deftige Sprache der Düngung noch sprechen.
Die Güllebunker müssen für den Winter geleert.
Das widrige Wetter eine späte Ausfuhr versperrt.
Das Wiesengras zur Zeit fast frühlingsgelaunt
ist über die Nahrung mehr als erstaunt.
Mit winterlicher Kälte gehen Pflanzen doch schlafen.
Da empfinden sie den Stickstoff fast wie Strafen.
Das Wachstum im Moment zwar noch angeturnt,
wird mit dem Froste dann richtig verlernt.
Die Gülle ist ratlos – keiner kann sie jetzt brauchen.
Da muss sie ganz tief ins Grundwasser abtauchen.
Aber vielleicht bleibt es ja weiter so warm und mild.
Da passen die Kühe ins Weihnachtswiesenbild.
Heiligabend wird morgens der Rasen gemäht.
Zwischen den Feiertagen wird dann Spinat gesät. Weiterlesen

Öde an den Boden

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Öde an den Boden

Zu Ende geht der Winterschlaf
Der Bauer macht die Pflüge scharf.
Im Bunker quillt in Fülle
Die pestilente Gülle.
Ende Februar da darf es stinken –
Der Boden darf nun Scheiße trinken.
Auch wenn er noch gefroren
Spritzt Dünger weit aus Rohren.
Dies ist der Anfang der Tortur
Noch radikaler wird die Kur.
Damit der Mais zum Himmel schießt,
und Beikraut nicht daneben sprießt.
Da wird gepflügt, geegt, gespritzt,
bis dass der Mais allein da sitzt
im Boden, den man im bereitet
Kaum andres Leben mit ihm streitet. Weiterlesen