Pilzteppiche

Pilzteppiche

Sonnigfeuchte Oktobertage
Begeistern Pilze ohne Frage.
Was jedoch in diesem Herbst geschah,
kam einem Wunder reichlich nah.
Mein Spaziergang führte am Bache entlang.
Strauchwerk und Bäume wuchsen am Hang.
Der Bach floss müde und flüsterte leise
Oben schoss der Lärm über die Bahngleise.
An diesem Morgen sah ich sofort –
ich war heute zeitig am richtigen Ort.
An den Füßen der Bäume standen Pilze im Kreis
Ich flüsterte mir Namen ziemlich leis.
Bald sah ich neue – mal klein dann schon groß
Aus Mütterchen Erde da wuchs es famos.
Ich kam ich an eine Stelle, die war übersät
Mit hellbraunen Pilzen, so weit wie man späht.
Dort standen die Schirme nur dicht an dicht.
Vor lauter Pilzen sah man den Boden nicht.
Doch was dort hervorlugte aus der Bodenhaut,
das waren Fruchtkörper auf die man schaut.
Wo soviel Kraft für die Früchte entsteht,
da ist das Myzel noch viel dichter gewebt.
Der Boden ist gänzlich von Pilzen durchsetzt –
Tausende von Hüten zeigen das jetzt.
Dieser Teppich von Pilzen zeigt mir genau,
Hier ist die Natur im intensiven Abbau.
Die Zersetzung zeigt Früchte in unendlicher Zahl
Das sehe ich staunend zum ersten Mal.
Ein paar Tage darauf ist dies Wunder vergessen.
Die Natur hat die Pilze schon wieder gefressen.
Hüte zerfallen in der Fäulnis rasant.
Schönheit hat hier nur sehr kurzen Bestand.

Im Reich der Pilze

Im Reich der Pilze

Ein Sonntagsspaziergang mit dem jungen Hund –
Akzeptables Wetter war sicher ein Grund –
So ging es an Weiden entlang hin zum Wald,
Da erblickte ich Tausende Hüte schon bald.
Aus Baumstümpfen schossen sie kräftig empor.
Auch aus dem Boden lugten viele hervor.
Gelbbraune Schwefelköpfchen und Hallimasch
sah ich in Fülle und merkte rasch,
dass Pilze zur Zeit auf dem Vormarsch wohl sind,
Ist der Herbst etwas feucht und wärmend der Wind.
Im toten Holze gefällt es den Fungi sehr
Hier klappt die Zersetzung – es geht gar nicht schwer.
Pilze helfen beim Abbau dem toten Baum
Sie lösen dort Zellulose wie sonst einer kaum.
Trichterlinge, Täublinge und Zunderschwamm
Wachsen im Boden oder im morschenden Stamm.
Schleim- wie auch Schlauchpilze bleiben ein Leben lang klein –
Wollen auch nicht so behütet sein.
Wie der Maronenröhrling – der seinen Körper uns zeigt,
Bis später sein Schirm sich zu Boden neigt.
Die meisten der Pilze hab ich nicht erkannt.
So blieben auch Namen hier ungenannt.
Trotzdem kam ich heute den Pilzen sehr nah,
denn ich hatte viel Zeit und war für sie da!
Aus dem Reiche der Pilze gab es viele zu sehen.
Auf meinem Wege blieb ich öfter lang stehen.
Mein Hund fand im Wald manch aufregenden Duft –
Die unzähligen Pilze waren für ihn aber nur Luft.