Gerhard Laukötter's Blog

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Galläpfelchen Wie Hexenwerk erschien mir das, was ich als Kind schon oft entdeckte. Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas, das meine Neugierde ziemlich weckte. Da klebten Kugeln rund und grün, wie von Geisterhand dort hin fixiert. Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen. Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert. Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand, wollte Farbenvielfalt blicken. Was ich dann plötzlich darin fand, ließ Inneres bald wieder ticken. Eine Eichengallwespe… Weiterlesen

Herbstliche Blütenquelle Den mörderischen Trockensommer überlebt hat eine bodendeckende Aster an steiniger Stelle. Spät im Oktober- wenn das Herbstlaub windgefegt schäumt diese Pflanze blütenvoll wie eine Quelle. Blätter sind kaum noch zu erkennen. Zu dicht ist hier der Blütenfluss. Man könnte dies fast einen Gletscher nennen. Vom Stein herab ergießt sich weißer Blumengruß. Im Blütenmeer sperren sich alte, braune Blätter. Sie warten nur noch auf den modrigen Zerfall. Doch heute ist noch… Weiterlesen

Tropfenküsse Ewig und drei Tage her ist der Tag, an dem am Himmel etwas Graues lag. Heute am Morgen war es endlich so weit Feiner Nieselregen beendet die Trockenheit. Ich spürte den ersten Regenstaub – Noch raschelte knisternd vergängliches Laub. Am Tage zuvor hatten die Winden gelacht In der milden Brise haben sie gedacht, der Sommer würde wohl nie vergehen. Sie haben auch muntere Bienen gesehen. Im Morgengrauen kam die Kaltfront daher… Weiterlesen

Oktoberlibellen Viel Birnenlaub fällt buntgegerbt Herbstastern lila grüßen Der wilde Wein heiß durchgefärbt Walnuss rollt mir zu Füßen. Die Sonne bricht durch Wolkenspalt erhellt den müden Garten. Bald tanzt die erste Lichtgestalt und kann es kaum abwarten, bis noch ein Tier hier kurvt und kreist. Oktoberlibellen balzen spät. Stare sind noch nicht abgereist Ein Rabenvolk laut mit sich kräht. Am Teich ist heute recht viel los.

Kastanien blühen am 11. September Seit wenigen Tagen wird es zaghaft wieder grün. Fast Aufgegebenes fängt noch mal an zu blühn. Schier endlose Dürre hat die Natur irritiert, dass sie ihre eigene Ordnung verliert. Der fehlwüchsige Mais, längst siliert, ist verschwunden. Nun klaffen am Boden landwirtschaftliche Wunden. Vorgestern radelte ich in die Stadt. Die Langsamkeit der Bewegung hat mir schon oft den Blick für Randständiges geweitet, so dass mich vieles im Kopf… Weiterlesen

Am Boden Rot, gelb, grün mit schwarz vereint – das ist gar nicht politisch gemeint. Am Boden liegt dies Farbenspiel als Quittenblatt mit kurzem Stiel. Sondieren kann ich bunte Töne, das späte Jahr kreiert das Schöne. An die Tür klopft baldig der Advent. Im alten Laub viel Feuer brennt. Parteienfarben werden nicht vermischt. Vertrauen mehr und mehr erlischt, als dass Gemeinsames verbindet – Erreichbares schlussendlich schwindet. Das Blatt am Boden hat es… Weiterlesen

Vor dem Fall Das meiste ist längst weggefegt. An manchem Ast wird noch bewegt, was lang den Baum in Grün bekleidet, sich mehr und mehr nun unterscheidet von einstiger, frischer Jugendzeit. Zum Fallen ist das Blatt bereit. Das Sonnenlicht dunstweich getönt den Abschied heute sehr verschönt. Blätterleiber sanft durchstrahlt werden im Leuchten bunt durchmalt. Ob Orangengelb oder lichtes Braun die Blätter sind hübsch anzuschauen.

Blattblut Die süßen Trauben sind schon längst verspeist, Drosselmitesser ebenfalls verreist. Doch kann der Rebstock noch einmal verschenken, wenn wir dabei an seine Herbstblätter nur denken. Was im Oktober mittendrin im Blatt passiert, wie sich das Bild von Tag zu Tag noch mehr verziert, das ist schon einer Betrachtung wert – Schönheit sich schwelgerisch vermehrt. Ich halte Rebblätter so ganz direkt ins Sonnenlicht, bis sich Gestrahle in den Zellen bricht. Grüne Gewebeteile… Weiterlesen

Abschlussball Der Ballsaal wird prachtvoll erleuchtet. Vögel musizieren vom Rande her. Morgendunst hat Schilf befeuchtet. Die Sonne schlürft die Tropfen leer. Wo aufgespielt, da will man tanzen Ein Mückenschwarm hüpft auf und ab. Auf wenn verwelkt, vergilbt die Pflanzen kommt jetzt die Laune bald auf Trab. Die Wasserjungfern, die Libellen stürmen liebestoll nun das Parkett. Über den an sich ruhigen Wellen wird Rendezvous bald ziemlich nett. In wilden Kurven, steilen Stürzen jagt… Weiterlesen

Oktobermohn Was blüht denn da so feuerrot – der Anblick, der sich mir heut bot, gaukelt zurück mich in den Mai, der hatte soviel Mohn dabei. Vom Oktober sind zwei Wochen passe. Seit Tagen Weinlaub ich anseh, wie es vom Grünen springt ins Rot. Das Blattwerk ist dabei fast tot. Doch hier wird Leben explodiert. Die Blüte spät noch triumphiert und wird belohnt vom schönsten Tag, den dieser Herbst uns schenken mag…. Weiterlesen