Gerhard Laukötter's Blog

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Blauer Eisenhut Als ein sehr später Gast zum Winter hin fast besitzt der blaue Eisenhut immer noch Blütenblut. Ein frisches Azurblau zeigt er zur Schau, wenn der Sommerblumenrest nach und nach die Bühne verlässt. Verspätete Wespen suchen noch Nektar und Pollenkuchen. Bienen und Hummeln königlich schlafen. Erster Frost würde sie strafen. Der Eisenhut blüht gegen die Zeit. Fast trotzig wirkt sein Farbenkleid. Derweil die Ginkgoblätter fallen sich feucht am Boden klebrig ballen,… Weiterlesen

Fadenscheinige Impressionen Trag zwei Gläser schon lang vor meinen Augen, weil diese zum Sehen nicht mehr gut taugen. Ich seh schon ewig nicht mehr richtig scharf bei drei Dioptrien Ausgleichsbedarf. Doch was ich unbedingt erblicken will, dazu brauch ich nicht die blöde Brill. Heut in der allerschönsten Mittagszeit war ich zum besonderen Sehen bereit. Der allerletzte Oktobertag im herrlichsten Sonnenlichte lag. Der Mispelstrauch noch ganz früchteschwer sein Blattgelb leuchtet – wie längst… Weiterlesen

Bunte Bilder braucht der Mensch November lauert vor den Türen lässt uns die Grauheit tiefer spüren. Der Herbst denkt über Abschied nach. Sein buntes Laub liegt bodenflach. In dieser Zeit gehen Farben verloren Letzte Blüten nächtlich bald erfroren, wenn Nebel später kalt ausreift, dass Rosenrosa glitzernd steift. Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage. Sie sind fürs Seelenleben Plage. Das Auge möchte Buntes sehen, am liebsten tief im Urwald stehen. Dort ist… Weiterlesen

Als Plenter fiel er auf die Weide so ganz nach unserer Kühe Art. Nähe zum Fladen ich vermeide. Solch Exkrement Interesse spart. An Sommertagen tausend Fliegen bedienen sich am braunen Brei. Sie können kaum genügend kriegen. Die ersten Fladen gibt´s im Mai. Heut überrascht mich dieser Haufen. Er trägt ein Silberhaartoupet. Die Strähnen kreuz und quer verlaufen Vom Fladen kaum ich noch was seh. Der Haufen Kot ein Garten Eden hier quirlen… Weiterlesen

Oktoberwiesenfest Weil dieser Morgen freundlich war, lag ein Spaziergang ziemlich nah. Der Himmel gänzlich wolkenlos ließ pures Sonnenlicht gleich los. An der Wiese gleich nebenan der Ausflug auch für unsren Hund begann. Mein erster Blick galt dieser Wiese Ein leichter Windhauch, schwache Brise strich am Gesicht ganz sanft vorbei. Der Morgen machte mich so frei. Die hintere Wiese war zart weiß. Für Frost war diese Nacht zu heiß. War dort vielleicht ein… Weiterlesen

Fluorit Das Nachmittagsoktoberlicht sich flach im Fluorite bricht. Die späte Sonne illuminiert, dass Kristallines toll brilliert. Wie schön war dieser Tag doch heut: der Himmel blau, dass es uns freut. Letzte Libellen schießen wild. Sie stören fast vom Herbst das Bild. Ich ließ die Wärme auf mich strahlen, die keine Rötung mir mehr malen. Marienkäfer sonnten sich in Massen noch im warmen Licht.

Herbstnebel Gestern noch schwangen sich Mosaikjungfern ganz ausgelassen über den Gartenteich hin und her. Nichts war ihnen zu schwer. Aber die Nachtsterne ließen viel Kälte sinken. Im Morgenhauch will der Nebel schminken. Auf dem leeren Wiesental schmiegt sich ein schwebendes Tuch. Von der Feldeiche vergeblich ich such ihr knorriges Kronengeäst Der Dunstschleier hält es noch fest. Wie verwunschen ist heut diese Welt. So trübe das Licht kaum erhellt. Am Spinnfaden hängen Tropfenreihen,… Weiterlesen

Naturverjüngung Da steh ich hier vor alter Linde an ihrem Fuße ja da finde ich wunderbares, frisches Grün – für Herbstbeginn wohl ziemlich kühn. Schau ich dem Baum hoch in die Krone, da ist das Laubdach längst nicht ohne große Lücken im Verbund – fallendes Laub einfach der Grund. Was an den Ästen jetzt noch hängt, wirkt braungebrannt, fast wie versengt. Die Linde wird bald blätterkahl. Da hat sie kaum eine andere… Weiterlesen

Fruchtkörperlose Zeiten So trocken war der Boden lange nicht, dass lehmige Erde rissig zerbricht. Was wir bis dato Rasen nannten, zeigt sich als Wüste der Verbrannten. Das Gras liegt welk und braun dazu. Auf Weiden hungert manche Kuh. September ist sonst Sammelzeit für Pilze, die als Köstlichkeit mit ganz besonderen Aromen manchem Gericht schmackhaft beiwohnen. Doch Sammelkörbe bleiben leer Nichts wird es aus dem Pilzverzehr. Suchen ist keinen Pfifferling wert – auch… Weiterlesen

Boviste Ein Kartoffelbovist ist das wissen wir weder Pflanze noch Tier. Machen wir es mit der Namenserklärung kurz. Bovist heißt frühneuhochdeutsch: Füchsinnenfurz. Ist der Pilz reif voller Sporen, kracht es beim Platzen um die Ohren in etwa so wie bei einer Gaseruption mit verräterischen Ton. Die alte Frau Fuchs musste herhalten für den Vergleich mit den Darmwindgewalten. Jetzt sieht man wieder Boviste schießen warzige Kugeln sprießen zu einer Knolle im Kartoffellook. Platzt… Weiterlesen