Gerhard Laukötter's Blog

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Letzte Liebe Gut eine Woche ist es her da schien des Sommers Wiederkehr. Flauschig weich die warmen Lüfte Manch Herz noch einmal kräftig hüpfte, weil die Sonnenstrahlen Hitze brachten. Die blutroten Heidelibellen dachten: Dieses ist die letzte Gelegenheit für ganz intime Zweisamkeit. Zu Mittag sah ich Hochzeitsflüge im Minutentakt – wenn ich nicht lüge. Die Weibchen tupften dann die Eier zwischen Seerosenblättern in den Weiher.

Vom Werden und Vergehen Ich hatte Pilze für dieses Jahr längst abgeschrieben. Bei anhaltender Dürre sind sie ratlos im Boden geblieben. Verharrten dort sehnsüchtig auf ihr Lebenselixier – all diese seltsamen Wesen zwischen Pflanzen und Getier. Endlich lieferten dunkle Wolken ergiebige Güsse Vertrocknete Bäche flossen wieder hinab in die Flüsse. In verbrannten Wiesen kehrte saftiges Grün zurück. Auch der Regenwurm fand im Erdreich sein altes Glück. Es regnete weiter. Selbst der wasserferne… Weiterlesen

Herbstastern Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt, ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt, da tupfen Astern noch rosa, violette Töne, erfinden spät im Jahr erneut das Schöne. Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen. Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden.

Herbstschatten Oktobersonnenstrahlen – ein letztes Mal Sandalen – goldgelbe Quitten brechen – Wespen längst nicht mehr stechen. Späte Libellen tanzen. Sie haben kaum noch Chancen für einen Hochzeitsflug. Natur lebt auf Entzug. Herbstblutige Blätter fallen in kürzeren Intervallen. Sie decken Boden zu. Auch der kommt nun zur Ruh. Wolkenbäuche schieben den Regen, den sie lieben, von Westen in den Osten Plusterige Amseln kosten Fallobst, das Esser braucht, damit die Zukunft taugt.

Ein Baum kann ziemlich schnell Ein Baum kann ziemlich schnell sein Blätterkleid ausziehen. Gestern war alles Laub noch sonnenhell, als hätte es wohl lauter Gold geliehen. Der Gingko steht an unseres Nachbarn Seiten. Vor kurzem war sein Blattbehang noch grün. Fast plötzlich änderten sich dann die Zeiten Der ganze Baum nur noch im gelbsten Gelb erschien. Was war das jetzt ein spätherbstliches Leuchten. Von Blatt zu Blatt raschelte leis der Wind …. Weiterlesen

Galläpfelchen Wie Hexenwerk erschien mir das, was ich als Kind schon oft entdeckte. Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas, das meine Neugierde ziemlich weckte. Da klebten Kugeln rund und grün, wie von Geisterhand dort hin fixiert. Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen. Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert. Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand, wollte Farbenvielfalt blicken. Was ich dann plötzlich darin fand, ließ Inneres bald wieder ticken. Eine Eichengallwespe… Weiterlesen

Herbstliche Blütenquelle Den mörderischen Trockensommer überlebt hat eine bodendeckende Aster an steiniger Stelle. Spät im Oktober- wenn das Herbstlaub windgefegt schäumt diese Pflanze blütenvoll wie eine Quelle. Blätter sind kaum noch zu erkennen. Zu dicht ist hier der Blütenfluss. Man könnte dies fast einen Gletscher nennen. Vom Stein herab ergießt sich weißer Blumengruß. Im Blütenmeer sperren sich alte, braune Blätter. Sie warten nur noch auf den modrigen Zerfall. Doch heute ist noch… Weiterlesen

Tropfenküsse Ewig und drei Tage her ist der Tag, an dem am Himmel etwas Graues lag. Heute am Morgen war es endlich so weit Feiner Nieselregen beendet die Trockenheit. Ich spürte den ersten Regenstaub – Noch raschelte knisternd vergängliches Laub. Am Tage zuvor hatten die Winden gelacht In der milden Brise haben sie gedacht, der Sommer würde wohl nie vergehen. Sie haben auch muntere Bienen gesehen. Im Morgengrauen kam die Kaltfront daher… Weiterlesen

Oktoberlibellen Viel Birnenlaub fällt buntgegerbt Herbstastern lila grüßen Der wilde Wein heiß durchgefärbt Walnuss rollt mir zu Füßen. Die Sonne bricht durch Wolkenspalt erhellt den müden Garten. Bald tanzt die erste Lichtgestalt und kann es kaum abwarten, bis noch ein Tier hier kurvt und kreist. Oktoberlibellen balzen spät. Stare sind noch nicht abgereist Ein Rabenvolk laut mit sich kräht. Am Teich ist heute recht viel los.

Kastanien blühen am 11. September Seit wenigen Tagen wird es zaghaft wieder grün. Fast Aufgegebenes fängt noch mal an zu blühn. Schier endlose Dürre hat die Natur irritiert, dass sie ihre eigene Ordnung verliert. Der fehlwüchsige Mais, längst siliert, ist verschwunden. Nun klaffen am Boden landwirtschaftliche Wunden. Vorgestern radelte ich in die Stadt. Die Langsamkeit der Bewegung hat mir schon oft den Blick für Randständiges geweitet, so dass mich vieles im Kopf… Weiterlesen