Gerhard Laukötter's Blog

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Nebeltücher Wer webt hier nächtens weiße Bänder? Wer haucht den Atem durch die Luft? Wer schafft solch schwebende Gewänder? – die feine Kunst, die jäh verpufft, wenn Sonnenstrahlen sie durchdringt. Der Schleier dann zusammenfällt, als würd der Nebel ausgewringt – und wieder blank wird diese Welt. Nebel erfüllen weich den Raum. Dass Wasser schwebt, man sieht es kaum. Wie klein muss erst ein Tröpfchen werden, das es nicht fällt gleich auf die… Weiterlesen

Taunass Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst. So wie ein Edelsteingewimmel der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt. Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt kann früh mit Wasserkugeln prahlen. Was gestern lag so stumpf am Wegesrand darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen.

Oktoberlicht Mildwarmes Oktoberlicht Durch halbentlaubte Äste bricht. Der matte weiche Sonnenschein Fällt in die Landschaft schmeichelnd ein. Das neu versäte Gerstenfeld Ein frühlingshaftes Grün erhält. Vom Dorfesgrund der Kirchturm ragt Und erster feiner Nebel wagt, ihn leichtzart zu umschweben. Aus Oesede sich erheben Bauwerke nicht jedes schön. Doch in dem guten Lichte Geht die Kritik zunichte An all dem Flächenverbrauch. Selig liegt Abendhauch Über den Häuserzeilen. Mein Blick will lang verweilen.

Sommerblues Ein Herbstwind fegt durch Sommerzeiten Treibt erstes Welkes vor sich her. Frühreife Fallobst-Süßigkeiten Locken die Wespen zum Verzehr. Im Gemüsebeet ist hoch getrieben Der Rest vom grünen Kopfsalat. Radieschen, die verschont geblieben, sie blühen nun und bringen Saat. Manch Blatt am Strauch zeigt Fraßeswunden. Ein andres machte Rostpilz braun. Den Maden klare Äpfel munden.

Der erste Reif Der erste Reif friert späte Blüten steif. Auf lilabunter Aster klebt kristallin ein Raster Das braune Kirschbaumblatt sich allerfeinst umzuckert hat. An roter Rose sitzen Ganze zarte Nadelspitzen. Verwelkte Nelken schmücken Sich eisig mit kleinsten Stücken. Hortensien illuster blinken, eh Blätter abwärts sinken. Die Sonne schafft Mit letzter Kraft, Den weißen Zauber zu beenden. Die Strahlen senden Warmes Licht, Das bricht Des Eises Haut. Zu Wasser taut Der weiße… Weiterlesen

Matschmohn In kalten Nächten wuchs Novemberreif. und später Tau erfror zu Eisestränen. Die letzten Rosenknospen ragen steif Bewaffnet fein mit kleinsten Glitzerzähnen. Im morgendlich erwachtem Sonnenlicht Da lösen sich vom Eis die starren Häute. Der grad gehauchte weiße Zauber bricht. Er tröpfelt nass und rinnt hinein ins Heute. Die frühlingshaften noch so warmen Brisen Sie haben Blüten hoffnungsfroh wohl nachgeschickt. Marienblümchen lachen in den Wiesen Ob wohl Novemberuhr noch richtig tickt? Seit… Weiterlesen

Novemberrosen Am Totensonntag blühen rote Rosen. Auch weiße blicken offen heut ins Licht. Der Reif will alles zärtlich kalt umkosen, Eh späte Schönheit frostig dann zerbricht. Noch junge Knospen an dem Rosenstrauche Sie hoffen auf die Milde in der Nacht. Des Schornsteins dauerndes Gerauche Uns die Gefühle langsam kälter macht. Die helle Sonne scheint uns schon seit Wochen. Nur zäher Nebel kämpft mit Strahlenmacht. Nächtliches Eis wird in der Früh gebrochen –… Weiterlesen