Ins Natürliche verwildert

Ins Natürliche verwildert

Vor Jahren stand im Garten hier
eine edle Rose von höchster Zucht.
In Blütentracht war sie voller Zier
von vielen Augen gern besucht.
Ihr Edelreis erkrankte dann.
Es trocknete bald Ast um Ast.
Ziemlich tot erschien sie irgendwann.
Vom Holze löste sich schon Bast.

Ich wollte sie eigentlich entfernen.
Da sah ich tief unten einen Trieb.
So sollte ich wohl wieder lernen,
dass die Natur hier anders schrieb. Weiterlesen

Hummelmutter

P1130968Hummelmutter

Du scheinst mir gut in Futter
du runde Hummelmutter.
Seit letztem Jahr August
ja da musst
du dauerhungern bis heut –
die ganze lange Winterszeit.
Zu Ostern suchst du dir ein neues Nest,
wo Regen dich und
deinen Nachwuchs nicht nässt.
Unter einem hohlen Stamm,
im aufgeschütteten Steinedamm,
im verlassenen Maulwurfsloch
geht Kinderstube immer noch.
Dein pelziger Bauch ist voller Eier
von der vorjährigen Hochzeitsfeier
Sie sollen nun bald schlüpfen,
bis junge Hummeln hüpfen
von Nektartopf zum Pollenfass –
dann macht der Frühling richtig Spaß.
Die dicke Hummelkönigin
ist der Beginn
für einen neuen Staat.
Die Schar der Hummelväter hat,
das sollte man wissen,
nach der Samenspende ins Gras gebissen. Weiterlesen

Frühstück!

MohnhummelnFrühstück!

Es ist grad sieben, noch kühl am Morgen
da gehen Hummeln schon besorgen.
Das erste Frühstück lockt knallrot
dort gibt es frisches Pollenbrot.
Und wie in einem Brötchenladen
kann etwas Warten gar nicht schaden.
Am Blütengrund ja da bedienen
sich schon die ersten dicken Bienen.
Zwei weitere hocken im Schweben.
Für sie soll es auch bald was geben.
Wer zuletzt kommt, wartet weiter oben
Man muss Geduld hier richtig loben.
Wenn dann der Hunger richtig beißt,
der Faden dann doch einmal reißt. Weiterlesen

Raublätterig

BorretschRaublätterig

Zart himmelblaue Sterne
Grüßen das Firmament.
Ich seh sie immer gerne
Borretsch man hier sie nennt.
Der Körper ist behaart.
So wird er meist gemieden.
Denn Rauheit sie bewahrt
Gibt so vor Fressern Frieden.
Borretsch muss sich vermehren
Er lebt sonst nur ein Jahr.
Da Hummeln ihn verehren,
besteht kaum die Gefahr,
dass keine Samen reifen.
Wie sie am Boden liegen
Ameisen sie ergreifen –
Auch wenn sie schwerer wiegen. Weiterlesen

Traubenblau

Traubenhyazinthen

Traubenblau

Himmelblaustes Kissen
Trauben klein wie Glöckchen
Locken mit Aromen
Hyazinthen wissen,
wie sie süß betören
Bienen als auch Hummeln.
Tief im Traubenwald
Hört ein jeder bald
Brummen hier und Summeln.

Lebt ich als kleiner Wichtel dort,
Dann wär für mich der blaue Ort
Mein Paradies der Träume.
Ich wandel durch die Räume,
die einem Weinberg gleich
an jedem Rebenzweig
hängen die blausten Trauben,
die mir Vernunft rasch rauben. Weiterlesen

Taube Nesseln

Taubnessel

Taube Nesseln

Mit weichem Rosaviolett
Schmückt sie sich heute duftig nett.
Zur Zeit können die tauben Nesseln
Im Gruppenbild unheimlich fesseln.
Gern stehen sie am Straßenrand
Und machen sich dort uns bekannt.
Blühende Blütenkissen
Locken Hummeln, denn die wissen:
An süßen Nektar kommt nur wer,
der ihre Lippen öffnet schwer.
Steckt dann der Kopf tief unten drin,
Wartet dort reich Nektargewinn.
Wie lang hat Kälte doch gereizt,
An Blüten wird nun nicht gegeizt.
Mir scheint fast so – ich wag die Wette:
Als es noch nie geblüht so hätte. Weiterlesen