Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

Tote Blüten Unterm Birnbaum regnet es beträchtlich. Ein schwacher Windhauch wirkt so mächtig, dass tote Blütenstiele brechen – wie brauner Schnee sind all die Flächen, wo tagelang hier Leichen fallen. Doch dieses Schicksal droht nicht allen. Vielleicht eine aus tausend ist befruchtet Ihr Blütenbauch scheint rund gebuchtet. Da wächst nun eine kleine Frucht. Die Biene hat sie gut besucht. Was hat der Birnbaum toll geblüht! Die ganze Krone grell geglüht vor lauter… Weiterlesen

Fruchtkörperlose Zeiten So trocken war der Boden lange nicht, dass lehmige Erde rissig zerbricht. Was wir bis dato Rasen nannten, zeigt sich als Wüste der Verbrannten. Das Gras liegt welk und braun dazu. Auf Weiden hungert manche Kuh. September ist sonst Sammelzeit für Pilze, die als Köstlichkeit mit ganz besonderen Aromen manchem Gericht schmackhaft beiwohnen. Doch Sammelkörbe bleiben leer Nichts wird es aus dem Pilzverzehr. Suchen ist keinen Pfifferling wert – auch… Weiterlesen

Auf der Straße gelandet Über Nacht lag es da. Keiner weiß, wo es vorher war Novemberfrost hat es vereist kurz, nachdem es verreist. Es hat nicht mehr viel vor, seitdem es jeglichen Halt verlor Vom Winde orientierungslos verweht das Schicksal hier weiter geht. Vielleicht, um in der Gosse landen? Auch andere Blätter fanden ihre verletzte Ruhe dort, fuhren gemeinsam zu einem Ort, wo sie all ihre Strukturen verlieren beim kommunalen Kompostieren. Vielleicht… Weiterlesen

Krebse auf dem Holzweg Was machen Krebse nur im Wald? Sie lieben Wasser warm und kalt. Ich finde sie an allen Küsten, wo sie mit Scheren arg sich brüsten. Auch Tümpel, Weiher das sind Stellen, da schweben Krebse durch die Wellen. Ob Hüpferling, ob Wasserfloh sie schwimmen dort und sind sehr froh. Doch auch im Wald am Fuß von Buchen kann ich sehr viele Krebse suchen. Dem Meer kehrten sie einst den… Weiterlesen

Hochstapler Die Höhe von dem Eifelturm Erreicht beileibe nie ein Wurm. Er kann sich noch so kräftig regen – Den Kot in tollste Schleifen legen – So hoch hinaus da kommt er nicht. Sein Haufen ist aus seiner Sicht dennoch ein kleines Meisterwerk – Steilwändig als Verdauungsberg. Wurm hat am Humus wohl entdeckt, dass nur das Beste in ihm steckt. Zu allem, was den Darm verlässt, er feinen Schleim dazu verpresst. So… Weiterlesen

Mykokackologie Es ist nicht nach jedermanns Geschmacke Am Wegesrand einen Haufen Kacke. Was sich oft unsrem Auge bot, wird schöner nicht als „Hundekot“. Nicht jeder Wuffi, der nun mal muss, bringt seinen Abfall weit vom Schuss. So wird manch Weg, manch Feldessaum Durch Hundeschiss gar zum Albtraum. Doch was geschieht mit solchen Haufen? Mal grad gelegt – dann eher in Schlaufen. Wird er zur Sonne hin platziert Der auch vom Wind umblasen… Weiterlesen

Baumleichenschau Seit Jahren liegt sie hier schon da. Die Leiche, die ein Baum mal war. Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast Entrindet ganz von allem Bast. Beerdigung währt Ewigkeiten Totengräber brauchen Zeiten, als wären sie vom andren Stern Ihr Humusziel: unendlich fern. Vom Baum verblieb nur totes Holz Gebrochen Größe, Wipfelstolz. Am Boden – fast wie aufgebahrt Liegt Buchentorso unverscharrt. Die kleinen Äste fehlen schon Die haben Assel und ihr Sohn… Weiterlesen

Humusmonster In unserer Näh abseits vom Feld türmt Masse sich, die nicht gefällt. Aus schönen Gärten hergebracht stapelt sich dick die Abfallfracht. Jetzt spät im Herbst wird aufgeräumt – Manch Blume hat dann ausgeträumt, Das bunte Laub in großen Säcken Soll bloß nicht Boden warm zudecken. Heckenschnitt, Gemüseleichen Müssen aus dem Hortus weichen. Schubkarren hoch aufgeschichtet Sind auf dem Weg, der Grün vernichtet. Für die kleine Bodensenke Gibt es abfällig Geschenke. Der… Weiterlesen

Wenn der Wein errötet Wenn der Wein errötet, Die Amsel kaum mehr flötet. Im schönsten hellen Blättergold Der Ahorn dem Oktober zollt. Die Kirsche sie vergnügt sich bunt Oktoberfest ist wohl der Grund. Die schöne Blätterfarbenpracht Erlebt die erste Kältenacht. Ein leichter Wind streift durch die Bäume Beendet rote, gelbe Träume. So nach und nach lösen sich Blätter Bei kühlem klaren Sonnenwetter. Sie schaukeln langsam auf den Grund. Dort unten greift sie… Weiterlesen

Liegenschaften Längst abgestürzt liegen sie da Unzählige Kirschbaumblätter. So glänzend grün ich sie einst sah, malt braun Novemberwetter Am Boden liegt wie Leichenhaut, was lang den Baum belebte. Das Chlorophyll die Stärke baut. Gezweig zum Himmel strebte. Nun löst sich auf Form und Struktur. Zersetzer konzertieren. Zurück in seine Urnatur Wird alles sich verlieren. Vom Blatt fehlt bald die letzte Spur. Im Abbau wird vollendet. Am Ende bleibt der Humus nur, der… Weiterlesen