Gerhard Laukötter's Blog

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Mykokackologie Es ist nicht nach jedermanns Geschmacke Am Wegesrand einen Haufen Kacke. Was sich oft unsrem Auge bot, wird schöner nicht als „Hundekot“. Nicht jeder Wuffi, der nun mal muss, bringt seinen Abfall weit vom Schuss. So wird manch Weg, manch Feldessaum Durch Hundeschiss gar zum Albtraum. Doch was geschieht mit solchen Haufen? Mal grad gelegt – dann eher in Schlaufen. Wird er zur Sonne hin platziert Der auch vom Wind umblasen… Weiterlesen

Baumleichenschau Seit Jahren liegt sie hier schon da. Die Leiche, die ein Baum mal war. Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast Entrindet ganz von allem Bast. Beerdigung währt Ewigkeiten Totengräber brauchen Zeiten, als wären sie vom andren Stern Ihr Humusziel: unendlich fern. Vom Baum verblieb nur totes Holz Gebrochen Größe, Wipfelstolz. Am Boden – fast wie aufgebahrt Liegt Buchentorso unverscharrt. Die kleinen Äste fehlen schon Die haben Assel und ihr Sohn… Weiterlesen

Humusmonster In unserer Näh abseits vom Feld türmt Masse sich, die nicht gefällt. Aus schönen Gärten hergebracht stapelt sich dick die Abfallfracht. Jetzt spät im Herbst wird aufgeräumt – Manch Blume hat dann ausgeträumt, Das bunte Laub in großen Säcken Soll bloß nicht Boden warm zudecken. Heckenschnitt, Gemüseleichen Müssen aus dem Hortus weichen. Schubkarren hoch aufgeschichtet Sind auf dem Weg, der Grün vernichtet. Für die kleine Bodensenke Gibt es abfällig Geschenke. Der… Weiterlesen

Wenn der Wein errötet Wenn der Wein errötet, Die Amsel kaum mehr flötet. Im schönsten hellen Blättergold Der Ahorn dem Oktober zollt. Die Kirsche sie vergnügt sich bunt Oktoberfest ist wohl der Grund. Die schöne Blätterfarbenpracht Erlebt die erste Kältenacht. Ein leichter Wind streift durch die Bäume Beendet rote, gelbe Träume. So nach und nach lösen sich Blätter Bei kühlem klaren Sonnenwetter. Sie schaukeln langsam auf den Grund. Dort unten greift sie… Weiterlesen

Liegenschaften Längst abgestürzt liegen sie da Unzählige Kirschbaumblätter. So glänzend grün ich sie einst sah, malt braun Novemberwetter Am Boden liegt wie Leichenhaut, was lang den Baum belebte. Das Chlorophyll die Stärke baut. Gezweig zum Himmel strebte. Nun löst sich auf Form und Struktur. Zersetzer konzertieren. Zurück in seine Urnatur Wird alles sich verlieren. Vom Blatt fehlt bald die letzte Spur. Im Abbau wird vollendet. Am Ende bleibt der Humus nur, der… Weiterlesen

Ins Innerste der Erde Der Blick im Wald zur Erde hin Er trifft auf braune Blätter. Da krabbeln graue Asseln drin. Ein Wurm schleimt dort, ein netter. Im Asselkot – ich staune nur winzige Milben fressen. Bis ich verfolg die nächste Spur, muss ich weit feiner messen. Im Humusreich wird Leben klein Und ist doch übermächtig. Bakterien wuseln dort gemein Und Pilze wuchern prächtig. Die Mikrowelt kommt mir so vor wie ewiges… Weiterlesen

Komponieren Componere (lat.) heißt einfach nur: zusammen legen – Von dem, was irgendwie verstreut erscheint. Der Maler wandelt hier auf Farbenwegen, die er mit Kopf, Hand, Herz zu einem Bild vereint. Der Musiker wählt zunächst Ton und Töne. Daraus entsteht als Ganzes Harmonie. Erst im Konzert der Laute da erklingt das Schöne. Ein Einzelton ist wertlos und erreicht das nie. Auch im Garten lässt sich trefflich komponieren: All das, was sich zunächst… Weiterlesen

Wurmkot Wie Spritzgebäck sanft rausgedrückt Türmt sich ein Haufen keck. Was hier die Haut des Bodens schmückt, ist Wurmkot bloß kein Dreck. Wie schwarzer Senf geschmeidig glatt Liegt er in weichen Schlaufen. Was so der Wurm geschaffen hat, das lässt sich schwerlich kaufen. Solch Feingemisch wird komponiert Aus Schleim plus Sand und Ton. Und faules Laub dabei verliert Vom Bauplan die Struktion.